26. Mai, Brooklyn

sdr

Greenpoint grenzt an Williamsburg an und schwappt so ein bisschen über, manchmal von einer Straßenseite auf die andere. Ich mache ein Foto von einer der wenigen übriggeblieben Gehweg Uhren und gehe weiter zur polnischen Bäckerei, wo ich ein super leckeres Cranberry-Walnuss Brot kaufe. Anschließend bummle ich noch ein bisschen durch verschiedene Läden, schlage einen Bogen und mache mich auf dem Weg zum Mc Carren Park. Dabei komme ich an dem riesigen Astral Appartments Gebäude vorbei. Es wurde im 19. Jahrhundert für Fabrikarbeiter und ihre Familien gebaut, wirkt von außen etwas düster hat aber wohl sehr helle, geräumige Wohnungen, was für damalige Verhältnisse recht fortschrittlich war. Und dann stehe ich vor der ehemaligen Eberhard Faber Fabrik und freue mich über die großen Bleistifte, die oben als Deko-Elemente angebracht wurden. Noch ein bisschen im Park lesen mit Kaffee und süßem Stückle und dann geht’s heim.

dig
dig

25. Mai, Manhattan

dig

Heute Abend bin ich mit Tunisia und Björn im West Village zum Essen verabredet. Eine gute Gelegenheit mir diese Ecke mal anzuschauen. Mit dem L Train komme ich direkt zum Chelsea Market, einem riesigen Gebäude mit vielen kleinen Läden und Restaurants, also so eine Art Mall. Gleich daneben ist der Aufgang zur Highline mit Blick auf die Straßenschluchten Manhattans. Mit Hilfe zweier meiner Bücher erforsche ich das West Village und Greenwich Village. So finde ich zum Beispiel die Jefferson Market Library, ein ehemaliges Gerichtsgebäude aus dem 19. Jahrhundert mit Buntglasfenstern im Lesesaal. Oder auch Grove Court, ein kleines Ensemble mit Garten das man leider nur durch den Zaun betrachten kann. Aber natürlich gibt es auch ohne die Hilfe der Bücher viel zu sehen und es ist toll einfach nur die Augen wandern zu lassen. Am Schluss noch ein Stündchen im Washington Square lesen und schon ist es Zeit fürs Abendessen.

sdr
dig

24. Mai, Queens

dig

Um 14 Uhr habe ich einen Termin im Queens Museum, das bedeutet ich muss so gegen halb zwölf hier los. Die lange Busfahrt ist wie Sightseeing und nach einem kurzen Stück Weg durch den Park bin ich auch schon da. Natürlich will ich hauptsächlich das New York City Panorama-Model, das anlässlich der Weltausstellung 1964 erstellt wurde, sehen. Es ist wirklich beeindruckend, Tag und Nacht wechseln sich ab und gelegentlich startet oder landet ein kleines Flugzeug. Genau mein Ding. Ich lese noch ein bisschen im Park und fahre dann nochmal nach Flushing rein um mir das Haus von John Bowne aus dem Jahr 1661 anzuschauen. Er setzte sich sehr für Religionsfreiheit ein und musste ins Gefängnis, weil er Quäkern erlaubt hatte sich in seinem Haus zu versammeln. Das Haus diente den Quäkern weiterhin als Versammlungsort und wurde von ihnen später auch als Untergrund Railroad Station eingesetzt. Auf dem Heimweg muss ich das Tinder Werbeplakat fotografieren, auch wenn die Qualität schlecht ist — es ist einfach zu eigenartig.

dav
sdr

23. Mai, Brooklyn

dav

Williamsburg ist immer noch ein bisschen die Hipster-Hochburg und das will ich mir heute mal ansehen. Ich lande direkt auf der Bedford Ave, der hippen Straße mit vielen kleinen Läden und Cafés. Aber laut meinem Buch gibt es auch noch ein anderes Williamsburg. Es gibt einen jüdischen Teil und einen italienischen und noch einen alten Teil. Das Gebäude der Brooklyn Brewery ist zum Beispiel ein Überbleibsel aus der Zeit, als es hier noch viele Brauereien gab. Ich gehe weiter Richtung Downtown, mache aber einen kleinen Zwischenstop am East River um auf die NYC Skyline und die Williamsburg Bridge zu schauen. Die Brücke hat zwar diesen Teil von Brooklyn an Manhattan angeschlossen, aber leider wird der alte Stadtkern nun von Metrotrassen und breiten Straßen durchschnitten.

dav
dig

22. Mai, Brooklyn

dig

Den Morgen verbringe ich ganz entspannt in der Central Library und im Prospect Park. Nach einer kleinen Stärkung geht es weiter Richtung Coney Island (von den Niederländern Konijn Eisland genannt, weil es dort so viele Kaninchen gab). Man merkt an dem großen Bahnhof mit vielen Gleisen, dass hier früher echt was los war (4. Juli 1947: 2,5 Millionen Menschen). Noch ist die Saison nicht eröffnet und bis auf ein paar Foodstände hat alles zu. Von weitem sehe ich das Wonder Wheel und muss an Woody Allans gleichnamigen Film denken. Langsam wird es spät und auch etwas frisch. Bevor ich ein paar Lebensmittel einkaufe und dann heimfahre, muss ich bei Nathan’s noch einen Chilli Cheese Dog essen. Er schmeckt erstaunlich lecker. Tunisia meint, jetzt sei ich eine echte New Yorkerin.

dig
dav

21. Mai, Manhattan

dig

Der Central Park scheint mir das perfekte Ziel für einen Sonntagnachmittag. Durch den Dipway Arch, an dessen Lichtern Spatzen ihre Nester gebaut haben, bin ich sofort mitten im Gewimmel. Auf der Sheeps Meadow setze ich mich auf meine Decke, lese ein bisschen und lasse alles auf mich wirken. Aus der Ferne erklingt Discomusik, das ist bestimmt die Party anlässlich des Aids Walks. Stimmt, und es gibt tolle Cheerleader- und Tanzdarbietungen. Ich schlendere noch etwas herum, entdecke die Dairy und den Kinderberg und dann geht’s zurück nach Brooklyn, zum Vinegar Hill Flohmarkt. Der ist winzig und etwas traurig, deshalb kaufe ich einen Cupcake und mache mich auf den Heimweg. Im A Train gibt es zwei Minuten vor meiner Haltestelle Probleme mit dem Motor — 35 Minuten warten. Ich bin beeindruckt von der Geduld der Fahrgäste.

dig
sdr
sdr

20. Mai, Brooklyn

dig

So sah der Plan für heute aus: erst zur Salvation Army, dann um 14 h Hochbeete in der Mill Basin Library bepflanzen und anschließend eine Cyanotypie erstellen und zum Abschluss des Tages ein Open Air Jazzkonzert im Rufus King Park in Queens. The best laid plans … wie man am Foto erkennen kann sind zwei Programmpunkte ins Wasser gefallen. Und ich sah irgendwann auch so aus. Also habe ich daheim schön warm geduscht und es mir mit Kaffee, Cookies und Buch gemütlich gemacht. Das bunte Foto ist noch von gestern — zur Aufheiterung.

dav

19. Mai, Brooklyn

dav

Mein zweiter Versuch meine IDNY zu beantragen schlägt leider auch fehl, weil man nun doch wieder einen Termin benötigt. Oder zur offenen Sprechstunde Montag oder Freitag früh kommen soll. Ich habe ja Zeit, wie schön. Die Metro bringt mich nach Bushwick zum lokalen Flohmarkt, der klein und sehr nett ist. Ich sehe einen wunderschönen Mantel, aber leider habe ich ja schon einen. Bushwick ist up and coming mit netten Läden und Lokalen. Weil ich noch keinen Hunger habe, kaufe ich mir was für später und fahre weiter zum Queens Museum. Die Haltestelle heißt „Mets“ und man sieht auch gleich das Stadion. Auf dem Weg zum Museum kommen mir im Park sehr viele glückliche Graduates mit ihren stolzen Eltern entgegen. Das Museum steht auf dem Gelände der 1964 Weltausstellung und ist leider wegen einer Tanzveranstaltung geschlossen. Dafür findet auf dem Platz davor eine chinesische Tanzveranstaltung statt. Es gibt verschiedene Gruppen und alle sehen sehr hübsch aus und haben viel Spaß. Zum Abschluss fahre ich noch eine Station weiter nach Downtown Flushing und schlendere ein bisschen durch die Läden.

sdr
burst

18. Mai, Brooklyn

dav

In Brooklyn gibt es zwei Salvation Army Läden und den in der Innenstadt will ich mir heute mal anschauen. Unterwgs sehe ich viele Graduates. Von 12 h bis 13 h hat dann das Büro für die IDNY in der Central Library Pause, da müsste 13:30 h gut passen denke ich. Die Pause ist leider verlegt auf 13 h bis 14 h und um 14 h gibt es ein Riesegerangel um den ersten Platz in der Schlange. Um 16 h will ich ja in „meiner“ Bib zum Movie & Pizza Nachmittag sein, also beschließe ich das mit der IDNY zu verschieben. Movie & Pizza war leider im Internet falsch eingetragen und schon am Dienstag gewesen. Deshalb hole ich mir im Key Food eine Tiefkühlpizza, ein Bier und Schoki und mache mir daheim meinen eigenen Movie & Pizza Nachmittag.

dav

17. Mai, Manhattan

sdr

Auf meinem Weg zur Brooklyn Bridge bewundere ich die Glaskunst an einer überirdischen Metro Station. An manchen Stationen sind auch Mosaike oder Fotos angebracht, die unterirdischen Stationen sind da eher zurückhaltend. Für heute habe ich mir zwei Touren aus dem Buch vorgenommen, erst die Brooklyn Bridge und anschließend Chinatown. Von der Brücke aus hat man einen super Blick auf die Skylines von Manhattan und Brooklyn. Ich überholen eine Gruppe Schulkinder die gegen die hohen Preise von Obst und Gemüse protestiert und schon sind die 1,6 km vorbei und ich bin in Manhattan. Auf dem Weg zur Canal Street komme ich am alten Western Union Gebäude vorbei und bin von dem riesigen Art Deco Komplex etwas überwältigt. Dafür gefällt mir der Eingangsbereich sehr gut. Chinatown ist trotz Trumps Hetzkampagne zu Beginn der Pandemie immer noch bunt, laut und wuselig. Das Restaurant in das ich will, hat mittwochs geschlossen, aber es gibt reichlich Optionen. Ich esse eine Nudelsuppe mit sauer eingelegtem Kohl und als Nachtisch eine Portion Eis (grüner Tee und schwarzer Sesam) von der Chinatown Icecream Factory. Den Rest des Nachmittags schlendere ich herum, schau den Jungs ein bisschen beim bare hands racket ball zu und dann geht’s nach Hause.

dav
dav
dav