22. August 2024, unterwegs nach Bremen

dav

Viertel vor zehn Uhr bin ich an Gleis 9, hole mir noch einen Cappuccino und gehe dann nach vorne, denn der Bahnsteig ist sehr voll. Der Zug fährt pünktlich ein und ich ergattere einen Platz auf der rechten Seite, mache es mir mit Buch und Musik gemütlich (ich muss ja nicht umsteigen) und freue mich auf die Strecke am Rhein entlang. Da kommt die Durchsage, der Zug sei defekt. Wir müssen alle aussteigen und auf den folgenden Zug nach Köln warten. Im Zug kommt es natürlich bei einigen Fahrgästen zu Diskussionen bezüglich der Gültigkeit der Sitzplatz-Reservierungen. Es folgt die Durchsage, dass der Zug aus Sicherheitsgründen erst los fahren kann, wenn sich ein Teil der Fahrgäste aus den überfüllten Abteilungen in die fast leeren Abteile begeben hat. Und dann geht es endlich los. In Mannheim müssen die Fahrgäste in den Norden (also auch ich) umsteigen um nach Hannover zu fahren. In Mainz gibt es einen medizinischen Notfall und daher 20 Minuten Verspätung und in Hannover gibt es einen Polizeieinsatz was zu weiterem Chaos führt. Aber das Bahnpersonal ist größtenteils sehr freundlich und geduldig. Um 17:19 h komme ich endlich in Bremen an und fahre mit der Straßenbahn zu Dustins neuer Wohnung. Wir schnacken ein wenig und gehen dann in ein kleines Ramen Restaurant mit coolen Büchern, anschließend noch in das „Malenchen“ auf ein Bierch und dann heim und auch gleich ins Bett.

dav
dav

16. August 2024, Bad Saulgau

dig

Corinne und ich haben Anja zum Geburtstag einen Ausflug nach Bad Saulgau geschenkt. Warum Bad Saulgau? Weil die Journalistin Christiane Habermalz in ihrem Buch „Anstiftung zum Gärtnerischen Ungehorsam“ Bad Saulgau als Musterstadt für nachhaltiges städtisches Gärtnern dargestellt hat und wir alle drei neugierig geworden sind Wir treffen uns kurz vor neun Uhr, holen am Bahnhof noch etwas zu essen und zu trinken und dann geht es los. In Aulendorf müssen wir umsteigen und da wir fast eine dreiviertel Stunde Aufenthalt haben, köpfen wir eine Flasche Kessler und beobachten die Einparkkünste der Locals. Die Reise geht weiter und um 12:20 h kommen wir in Bad Saulgau an und spazieren über die Hauptstraße Richtung Zentrum. Leider machen viele Geschäfte bis 14:00 h Mittagspause, dafür finden wir das Restaurant „Kostbar“, das wir ausgewählt haben, sofort. Wir essen lecker zu Mittag, nur die vielen Wespen stören etwas. Dafür freuen wir uns umso mehr über die Störche. Dann ist es auch schon nach 14:00 h und die Tourist Information hat geöffnet. Anja hatte vom Franziskusgarten im Kloster Sießen gehört und dorthin lassen wir uns nun, in der Hoffnung dort auch ein Café vorzufinden, den Weg beschreiben. Es geht ein Stückchen durch den Ort und dann auf einem Fußweg unter Bäumen und durch Wiesen weiter. Wir betreiben ein wenig Baumbestimmung, schauen uns einen kleinen Friedhof und die dazugehörige Kapelle an und kurz darauf sind wir im Kloster und freuen uns über die Sonnenschirme auf der Café Terrasse. Leider gibt es keine Eiswürfel, weshalb Corinne und ich „nur“ einen Espresso mit viel kalter Milch bekommen, während Anja eine Limo bestellt. Dazu zwei Stück Kuchen für uns drei und wir sind zufrieden. Der Abstecher in das Klosterlädle ist etwas enttäuschend, aber dafür ist der parkartige Garten umso schöner. Wir schauen uns noch den kleinen Kräutergarten an und sammeln zahlreiche Samen von Wildblumen. Auf dem Rückweg ins Städtchen werden wir von Bremsen attackiert und Corinne wird auch gebissen, aber sie hat zum Glück Spitzwegerichblätter gepflückt und drückt eines davon auf den Biss. Im Ortszentrum gibt es inzwischen Klaviermusik mit Begleitung und es herrscht reger Betrieb. Wir wollen vor der Heimfahrt noch ein Kaltgetränk zu uns nehmena, ber das „Bohnenstengel“ hat leider Betriebsferien. Wir schauen wir uns in einem Café die Getränkekarte an, werden aber, nachdem man uns ausgiebig beäugt hat, darüber informiert, dass das Café in zehn Minuten schließen wird. Enttäuscht ziehen wir weiter und landen im Garten der „No Name“ Bar, die ein bisschen wie der lokale Rockertreff anmutet. Zum Bahnhof ist es nur ein kurzes Stück, wir holen noch schnell drei Piccolos für den Aufenthalt in Aulendorf und sind deshalb auf der Weiterfahrt im brechend vollen Zug nach Stuttgart auch entsprechend entspannt. Und zum Abschluss trinken wir im Eiernest noch ein Glas Sekt.

dig
sdr

13. August 2024, Überraschungstrip 2

Der ursprünglich am 23. Juli geplante zweite Trip fiel leider aus, weil unser Kater Gustav frisch vom Tierarzt gekommen war. Deshalb findet Trip 2 nun heute statt und ich bin kurz vor neun Uhr am Gleis eins und sehe, dass um 9:03 h ein Zug nach Geislingen an der Steige fährt. Perfekt, da war ich noch nie. Der Zug ist recht leer und ich mache es mir gemütlich, da fällt mir plötzlich siedendheiß ein, dass meine Polygokarte noch vom Seilbahnfahren am Sonntag in meiner Apfeltasche steckt. Ich schaffe es gerade noch aus dem Zug, fahre heim um die Karte zu holen und sitze genau eine Stunde später im nächsten Zug nach Geislingen an der Steige. Nach einer Stunde und sechs Minuten kommen wir an und ich möchte als erstes an die Fils. Der Weg führt an einer unattraktiven, großen Straße entlang, aber dann finde ich einen hübschen Fußweg, rechts von mir sind Gärten, links plätschert der Fluss und ich freue mich über den Schatten, denn heute sollen es 37 Grad werden. Als der Fußweg endet, orientiere ich mich mit Hilfe von Google Maps und stelle fest, dass die Stadtmitte genau entgegengesetzt liegt. Also wieder zurück, aber anstatt der großen Straße wähle ich die etwas längere Strecke und schlängele mich durch schmale Straßen mit vielen hübschen Häusern. Am westlichen Ende der Fußgängerzone angekommen mache ich eine kleine Pause, lese ein bisschen und esse mein Vesper. Über die Straße sind bunte Fahnen gespannt, aber leider hilft das nicht sehr sie zu beleben, es gibt etwa 30% Leerstand. Ungefähr in der Mitte steht der „Forellenbrunnen“ von Gernot Rumpf mit zwei Elefanten die an das Wappen der Stadtgründer, der Grafen von Helfenstein erinnern. Die Forellen hingegen beziehen sich auf das Gedicht „Die Forelle“ von C. F. D. Schubert, welches später von F. Schubert vertont und als „Forellenquintett“ bekannt wurde. Ein Stückchen weiter sehe ich zu meiner Freude ein Eiscafé und bestelle einen Iced Latte, was erstmal zu etwas Verwirrung sorgt, aber dann wunderbar klappt. Viertel vor zwei, ich bezahle, plaudere noch kurz mit der Kellnerin und mache mich auf den Weg zur Bibliothek die in fünfzehn Minuten öffnen soll. Ausreichend Zeit um mir die evangelische Stadtkirche mit dem schönen Chorgestühl und einem charmanten alten Tor mit pausbäckigen Engeln anzuschauen. Und weil immer noch Zeit ist, wandle ich durch den kleinen Park an der Rohrach in dem auch die Büste von Daniel Straub, dem Gründer von MAG und WMF steht. Zustande kamen beide Firmen, weil Mitte des 19. Jahrhunderts die Filstalbahn, das Mittelstück der Strecke Heilbronn – Friedrichshafen, ausgebaut wurde und Straub in seiner Kapellmühle eine Werkstatt zum Schärfen von Werkzeugen und zur Reparatur von Maschinen einrichtete. Daraus entstand zuerst 1850 die Maschinenfabrik Geislingen (MAG), die später Teil der Heidelberger Druckmaschinen AG wurde, und drei Jahre später die Metallwarenfabrik Straub & Schweizer. Diese wurde 1880, in Zusammenschluss mit der Metallwarenfabrik Ritter & Co in Esslingen, zu Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) umbenannt. Genug gelernt, ich entspanne noch ein wenig in der netten und gut bestückten Bibliothek und mache mich dann auf den Weg zum Bahnhof. Meinen ursprünglichen Plan, in Esslingen auszusteigen um über das „Estival“ zu schlendern, gebe ich wegen der Hitze auf und fahre direkt heim.

29. Juli 2024, unterwegs nach Hause

dig

Die Rucksäcke sind gepackt, die Vesper gemacht und ich habe schlechte Laune. Aus Stuttgart kam die Nachricht, dass der Strom in Küche, Flur und Bad ausgefallen ist. Stephan hatte zum Glück die tolle Idee den Kühlschrank via Verlängerungskabel im Wohnzimmer anzuschließen, aber ärgerlich ist es trotzdem. Lee hat in der Früh einen Arzttermin, holt uns aber auf dem Weg zum Bahnhof Krumpendorf noch ein und wir verabschieden uns von ihm und vom Wörthersee. Im Zug haben wir automatisch mit unseren Tickets Sitzplatzreservierungen und angesichts der phantastischen Landschaft bessert sich meine Laune auch schnell wieder. Und in München haben wir dann echt Glück, denn auf Grund der Verspätung unseres Zuges wird die Zugbindung aufgehoben und wir haben anstatt vierzig Minuten nur vier Minunten Aufenthalt und sind so kurz nach 18 h daheim.

28. Juli, Wörthersee

sdr

Heute wollen wir mit der Fähre um den See fahren, um 9:30 h machen wir uns auf den Weg und pünktlich 40 Minuten später geht es los mit der „MS Klagenfurt“. Wir haben Glück und ergattern einen Tisch im Schatten. Schon der zweite Halt ist Maria Wörth, die Halbinsel mit der kleinen gotischen Pfarrkirche Hll. Primus und Felician und daneben der Winterkirche. Im Hintergrund sieht man den — samt Sendemast — mit 100 m höchsten Holzaussichtsturm der Welt auf dem Pyramidenkogel. Weiter geht es nach Pörtschach mit dem Peter Alexander Steg und dann nach Velden, dem westlichsten Halt auf dem See. Und nur eine Viertelstunde später geht es wieder zurück. Lee geht es nicht so gut und er beschließt nach Hause zu fahren, wir verlassen ihn in Pörtschach um ein bisschen zu bummeln und Kaffee zu trinken. In einer großen Konditorei bestellen wir die leckere Haustorte und bekommen sogar zwei Iced Latte, obwohl er nicht auf der Karte steht. Und weil auch die anderen Backwaren sehr gut aussehen, kaufen wir für die Heimfahrt morgen gleich zwei Brötchen und zwei Schneckennudeln. Auf dem Weg zurück zum Anleger probiere ich ein pink-orange gemustertes Kleid an und Boris schenkt es mir. Das lass ich gleich an. Inzwischen ist der Himmel recht schwarz geworden und bald zucken auch die ersten Blitze durch die Wolken. Wir warten am Anleger und beobachten die Boote der Wasserpolizei und ein Segelboot das den Wind für einen kurzen Ausflug nutzt. Plötzlich ertönt ein Schrei und wir sehen einen Schwimmring über das Wasser jagen. Pünktlich mit den ersten Tropfen taucht die Fähre, die „MS Kärnten“, auf — und fährt weit draußen vorbei. Aber das sah zum Glück nur so aus, sie muss wohl einen großen Bogen machen und jetzt kommt sie, die Matrosen stehen mit den Tauen bereit, da gibt sie plötzlich Gas und fährt dicht an uns vorbei. Boris ruft laut „Hallo“ und man gibt uns mit Zeichen zu verstehen, dass ein neuer Anlegeversuch gemacht werden muss. Beim zweiten Mal klappt es, wir scherzen kurz mit der Crew und bestellen uns dann auf den Schreck ein Kaltgetränk bei dem netten Kellner aus den Niederlanden. Zurück in Krumpendorf nieselt es zum Glück nur noch und bald sind wir daheim, kaufen beim Spar noch ein paar Sachen für das Abendessen und die Heimfahrt und dann beginnt der gemütliche Teil des Tages.

dig
dig

27. Juli, Klagenfurt

dig

Der Iced Latte mit doppeltem Espresso war anscheinend doch zu stark für mich, denn ich schlafe erst um 3:30 h ein und wache bereits um 7:30 h wieder auf. Dazu kommen noch erwartete Höchsttemperaturen von 32 Grad, das wird wohl nichts mit dem ganzen Tag in der Stadt. Aber einen Abstecher machen wir auf jeden Fall, denn Boris will eine Lampe kaufen die wir gestern in dem Antiquitätenladen gesehen haben und anschließend wollen wir zwei Flohmärkte besuchen. Lee begleitet uns noch bis zu dem wunderbaren Jugendstil Opernhaus und verabschiedet sich dann ins Café „Hafenstadt“ um zu arbeiten und zu lesen. Wir kaufen die Lampe und schauen dann, wie wir zum ersten Flohmarkt kommen. Leider sind wir gerade im Nordwesten, die Flohmärkte liegen beide im Südosten und das Café im Südwesten. Zum Glück ist der erste Flohmarkt in einer Halle, also im Schatten, aber er ist sehr enttäuschend und wir beschließen uns den zweiten Flohmarkt zu schenken und direkt ins Café zu gehen. Wir bestellen wieder Iced Latte (für mich mit einem Single Espresso) und Lee und ich teilen uns fünf Falafel Bällchen mit Humus. Und dann müssen wir schnell los, weil der letzte Bus schon um 13:15 h fährt. Zurück in Krumpendorf machen wir es uns auf dem Sofa bequem und lesen und ich hole noch ein bisschen Schlaf nach. Und bevor der Spar um 17:50 h schließt kaufen wir noch schnell die Zutaten für einen großen Salat und ein paar Kaltgetränke für das Abendessen. Nach dem Essen machen wir einen großen Verdauungsspaziergang zum Fährenanleger Krumpendorf und dem Amphitheater, in dem es jeden Abend ein Konzert „for free“ gibt. Heute Abend spielt eine Jazzkombo, aber Boris hat leider Magenschmerzen, deshalb gehen wir wieder nach Hause.

dav
dig

26. Juli, Klagenfurt

dav

Um 9:00 h heißt es raus aus den Federn und nach dem Frühstück gehen wir zu dritt zur Bushaltestelle und fahren nach Klagenfurt. Wir fühlen uns schnell wohl hier, es gibt gemütliche Fußgängerzonen und sehr vielfältige Architektur. Auf dem Weg zum Neuen Platz kommen wir an einem Antiquitätenladen vorbei und beschließen kurz rein zu schauen — was für coole Sachen. Auf dem Platz findet ein Töpfermarkt statt über den wir zur Touristeninformation schlendern um uns mit Stadtplan und Fährenfahrplan zu versorgen. Wir bummeln durch die Fußgängerzone zum Opernhaus und danach Richtung Benediktiner Platz wo täglich ein kleiner Markt statt findet. Dort gibt es auch feste Stände an denen einheimische Spezialitäten angeboten werden und Lee und ich essen je eine Portion Kletzennudeln mit Apfelmus. Kletzen sind übrigens, wie unsere Hutzeln, getrocknete Birnen. Inzwischen sollten die Plattenläden langsam geöffnet haben. Leider macht der erste Laden gerade Betriebsferien, den zweiten Laden gibt es nicht mehr und der dritte Laden ruft stolze Preise auf. Unser nächster Halt ist das Katzen Café, aber es ist uns zu voll und außerdem sind keine Katzen zu sehen. Wir machen einen kurzen Zwischenstopp im Laden der Caritas und anschließend geht es weiter zum Mit-Mach-Markt, einem Integrationsprojekt mit Mittagstisch und einem kleinem Bioladen. Ich kaufe ein Mitbringsel und dann ist es Zeit für Kaffee. Das „Wohnzimmer“ hat leider geschlossen, aber das „Hafenstadt“ hat Platz für uns und wir genießen einen Iced Latte und dazu Törtchen, blättern in ein paar Büchern, Boris schaut die Second Hand Platten durch und nachdem wir die schönen 50er/60er Jahre Sessel probegesessen haben machen wir uns auf den Heimweg. Wir lümmeln noch ein bisschen herum und während ich noch kurz zum See runter springe um eine Runde zu schwimmen, bereitet Lee ein köstliches Ratatouille zu.

dig
dav

25. Juli, unterwegs nach Kärnten

dig

Um 6:40 h wollen Boris und ich uns am Lädle treffen, aber Gustav, unser kleiner Kater, spürt, dass etwas nicht so ist wie sonst und entwischt in den Garten. Da ihm am Montag alle Backenzähne entfernt wurden, muss er noch Antibiotikum bekommen und ich versuche ihn wieder ins Haus zu locken, aber er will nicht. Zum Glück wird er, während wir weg sind von Anja versorgt und ich beschließe ihr von unterwegs aus zu schreiben. 6:38 h, ich rase los und bald sitzen wir im Zug nach München. Dort haben wir 45 Minuten Pause die wir im Hof des Marriott Hotels verbringen und dann geht es weiter über Salzburg nach Klagenfurt. Wir kommen pünktlich um 15:15 h an und machen uns erst einmal auf die Suche nach einem Café. Frisch gestärkt fahren wir mit der S-Bahn nach Krumpendorf am Wörthersee wo Lee uns abholt und nach einer halben Stunde Fußmarsch sind wir im Haus des Cousins seiner Mutter. Wir richten uns ein und gehen zuerst zum Spar, um ein bisschen einzukaufen. Und danach geht es endlich an den See und während die Männer sich unterhalten stürze ich mich in die Fluten und genieße Wasser, Sonne, und das phantastische Panorama. Wir bleiben noch ein Weilchen sitzen, schauen den Kindern, den Stand-up Paddlern, den Sonnenbadenden und allen anderen zu, freuen uns über eine Entenmutter mit ihren fünf Küken und dann gehen wir heim. Lee kocht ein leckeres indisches Essen, zum Nachtisch gibt es Wassermelone und kurz darauf gehen wir schlafen.

dig

09. Juli 2024, Überraschungstrip 1

Da ich Abonnentin des Deutschland-Tickets bin, will ich dieses auch nutzen und zwar indem ich jeden zweiten und vierten Dienstag des Monats morgens zum Stuttgarter Hauptbahnhof fahre und den ersten Nahverkehrszug der abfährt besteige um dann nach einer Stunde am nächsten Bahnhof auszusteigen. Und damit etwas Abwechslung in diese Trips kommt, wird die Startzeit jeweils um zehn Minuten verschoben.

Petra fand die Idee so nett, dass sie beim ersten Mal mitkommt. Wir planen uns am 9. Juli um 9:00 h am Bahnsteig 1 zu treffen. Weil ihr Bus Verspätung hat geht es dann erst um 9:19 h los und zwar nach Heilbronn. Und weil die Fahrt nur 42 Minuten dauert, fahren wir mit einem Anschlusszug weiter nach Bad Friedrichshall. Dort gibt es am Bahnhof zwei Wegweiser zur Stadtmitte, einen mit der Angabe 1,8 km und einen mit der Angabe 2,3 km. Wir wählen natürlich 1,8 km und kommen so in den Ortsteil Jagstfeld mit dem Schachtsee, einem kleinen See der 1895 durch den Einbruch der Saline entstanden ist — zum Glück an einem Sonntag, so dass niemand verletzt wurde. Viel mehr gibt es in Jagstfeld nicht zu sehen, weshalb wir uns auf den Weg in den Ortsteil Kochendorf, wo sich das Bergwerk befand, machen. Die zwei Gemeinden wurden 1933 gezwungen sich zusammen zu schließen um den Salzabbau zu fördern, 1935 wurde dann noch Hagenbach mit dem Salinenkanal zwangseingemeindet und so erklären sich auch die wwgweiser zu diversen Stadtmitten. In Kochendorf machen wir in dem hübschen Garten des Schlosscafés eine kleine Pause mit Kuchen und einem Iced Latte und dann geht es weiter, vorbei am Neidkopf der über den alten Prangss in dem sich heute eine Schule befindet. Damit haben sich, soweit wir das beurteilen können, die Sehenswürdigkeiten von Bad Friedrichshall erschöpft und weil es noch recht früh ist, beschließen wir zurück nach Heilbronn zu fahren um am Neckar spazieren zu gehen. Da wir nicht wissen in welcher Richtung sich der Stadtteil Neckarbogen, der 2019 im Rahmen der Bundesgartenschau erstellt wurde befindet, gehen wir einfach mal nach rechts. Das war zwar verkehrt, aber der Spaziergang ist trotzdem sehr hübsch, am Freibad entdecken wir eine Installation von Duschenden und etwas weiter auf einem Bauzaun ein Foto von einem barocken Wasserschloss. Neugierig googeln wir und finden heraus, dass es sich um das Trappenseeschlösschen handelt in dem sich heute das Heilbronner Literaturhaus befindet. Das wollen wir uns auf jeden Fall anschauen, aber vorher isst Petra noch eine Bowl und ich trinke einen Chai Latte. Der Weg in den Osten zum Schloss gestaltet sich etwas schwierig, es gibt einen Schienenersatzverkehr, der erste Busfahrer versteht mich nicht und fährt weg, der nächste Bus beendet kurzfristig seine Fahrt, aber wir geben nicht auf und erreichen schließlich unser Ziel. Auf dem See schwimmt eine Schwanenfamilie und das Schlösschen ist sehr hübsch. Froh, dass wir uns nicht haben beirren lassen, machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof und fahren nach Hause.

26. März 2024, Paris

Wir genießen ein letztes Mal das wunderbare Frühstücksbuffet, packen unsere Schätze (Tassen und sechs Flaschen Ecusson) ein und verlassen unser Zimmerchen über den Dächern von Paris. Weil es regnet und unser Zug erst kurz vor 14 Uhr fährt, lungern wir noch eine Stunde in der Hotellobby herum und ich schaue mir einen Stock tiefer die zwei Spielautomaten für die Kids an. Kurz nach 12 Uhr gehen wir los, Boris wuchtet meinen Koffer treppauf und treppab, wir holen uns noch was Süßes am Bahnhof und dann startet unser TGV. Leider fährt er nur bis Karlsruhe, von wo wir nach einer knappen Stunde Aufenthalt dann nach Stuttgart weiter fahren. Home sweet home.

dav