25. März 2024, Paris

dig

Boris hat Geburtstag und bekommt nach dem Frühstück noch den neuesten „Indiana Jones“ Film auf Blueray. Danach ziehen wir wieder los, zuerst zum fnac in der Ruhe de Rennes um eine Platte zu kaufen die Boris dort am Samstag gesehen hatte. Und dann schlängeln wir uns über den Eiffelturm rüber ins 16. Arrondissement, wo wir schrecklich teuren und sehr lommeligen Kaffee in einem schicken kleinen Café trinken. Auch die Läden sind hier sehr schick, so kommen wir zum Beispiel an einem Fischfachgeschäft vorbei, in dem es eine Unzahl an hübsch verpackten Sardinendosen gibt. Wir gehen weiter zum Trocadero wo wir eine kleine Pause machen. Und dann sind wir im Bois de Boulogne und komplett weg von der Stadt. Auf kleinen Waldwege gehen wir Richtung Fondation Louis Vitton wo wir um 16:30 h Reservierungen für die Mark Rothko Ausstellung haben. Gut, dass wir etwas zu früh dort sind, denn die Sicherheitschecks sind strenger als am Flughafen. Aber das Warten hat sich gelohnt, denn die Ausstellung ist überwältigend und nach zwei Stunden schwirrt uns der Kopf ob all der vielen tollen Bilder. Von der Dachterrasse haben wir einen wundebaren Blick auf ein etwas anderes Paris, fast könnte meinen man schaut auf Manhattan. Mit einem Shuttlebus werden wir zum Place Charles de Gaulle gefahren und sehen auf diese Weise sogar noch den Arc de Triomphe. Wir gehen zur Metrostation und weil gerade eine Bahn da steht, spurten wir los und mich haut es der Länge nach hin auf rechtes Handgelenk, Knie und linke Wange. Boris und eine sehr nette Französin helfen mir auf und in die Bahn und zum Glück ist trotz Rushhour ein Platz frei. Mir wird kurz schlecht und dann kalt, halt die typischen Schockreaktionen, aber beim Aussteigen geht es mir dann bereits wieder besser. Wir finden nicht weit vom Hotel ein indisches Restaurant und essen jeder ein sehr leckeres Thali. Eigentlich wollten wir noch einen Cocktail trinken, aber wir sind beide bettreif und gehen deshalb zurück zum Hotel.

dav
dig

24. März 2024, Paris

sdr

Boris hat gestern auf dem Flohmarkt einen Flyer für einen Midcentury Möbel Markt bekommen und da gehen wir heute hin, das wird sicher interessant. Gleich zu Anfang sehe ich den Dackel, den ich auf dem Flohmarkt gestern in klein gesehen habe, er ist so lustig. Wir sehen viele schöne Stühle und eine coole 70er Jahre Garderobe die leider recht teuer ist, sonst hätte ich sie mitgenommen. Ich mache mir aber eine Zeichnung, vielleicht kann ich sie mal nachbauen ich habe ja gerade keine Projekte, hihi. Anschließend gehen wir Richtung Gare Lazare, weil es dort noch einen fnac gibt. Wir kommen an „Samaritaine“ und „Aux Printemps“ vorbei, die ja eher Einkaufstempel als banale Kaufhäuser sind — was für eine wunderschöne und prachtvolle Architektur. Inzwischen ist es schon fast 15 Uhr, wir machen uns auf die Suche nach einem Café und werden nach etwas herumirren auch fündig. Es ist der Treffpunkt für eine Gruppe junger Frauen aus Kanada die sehr aufgeregt sind, und wir finden sie sehr lustig. Zurück beim Gare Lazare ist der fnac leider etwas enttäuschend und wir gehen weiter zur Champs Elysees, denn dort gibt es eine weitere Zweigstelle, die allerdings auch kein sehr breites Vinylangebot hat. Jetzt sind wir aber ganz schön erschlagen, wir kaufen ein Baguette und Salate zum Abendessen und fahren dann zum Hotel. Boris will sich noch ein Bier kaufen, Carrefour verkauft am (Palm)Sonntag jedoch keinen Alkohol, Franprix zum Glück allerdings schon.

dig
dav

23. März 2024, Paris

dig

Wir ziehen wieder so gegen 11 Uhr los mit dem Flohmarkt an der Port de Vanves hier bei uns im 14. Arrondissement als Ziel. Google führt uns in großem Bogen dort hin (eigentlich liegt der Flohmarkt gleich ums Eck), aber so sehen wir ein neues Stückchen Paris, unter anderem die stillgelegten Gleise auf denen man spazieren gehen kann. Auf dem Flohmarkt gibt es so viele schöne Dinge, aber zum Glück habe ich ja selber viele schöne Sachen und deshalb reicht mir auch (meistens) ein Foto. Leider wird es sehr schnell ziemlich windig und es gibt immer wieder kurze Regenschauer, deshalb packen viele Händler bereits ein. Wir machen einen kurzen Pitstopp in eine Art Gemeindezentrum mit einer irren gefliesten Wand im Stil der 70er Jahre und dann geht es weiter zu einem großen fnac. Am Gare du Montparnasse gehen wir noch kurz in das Einkaufszentrum mit einem kleinen fnac und einem Monoprix und dann trinken wir je einen Cappuccino mit einem Teilchen. Gegenüber vom Café liegt ein wunderschönes Gebäude in dem heute ein Zara ist. Früher gab es dort ein Café und Früchte und sicher noch viel mehr. Weil es wieder regnet, springen wir noch kurz in einen Hema (ein Laden in dem es alles mögliche an Trockenwaren gibt) und dann geht es aber endlich zum großen fnac und während ich an meiner Idee weiter schreibe ist Boris im Glück. Inzwischen ist es schon recht spät, wir kaufen zwei Salate, ein Baguette und Wein/Bier, schauen noch kurz in das charmante kleine Antiquariat um die Ecke rein, in dem es auch Schallplatten gibt und dann gehen wir zurück ins Hotel.

dav
dig

22. März 2024, Paris

dav

Kurz nach halb neun sind wir im Frühstücksraum und erfreuen uns an dem gigantischen, leckeren Buffet. Danach planen wir kurz unseren Tag und um elf Uhr ziehen wir los über den Montparnasse Friedhof und durch den Jardin du Luxembourg. Unterwegs sehen wir schöne Gefährte und einen Alien. Auf dem Boulevard St. Michel gibt es drei Gibert Joseph Läden, einen für Musik, einen für Bücher und eine Papeterie. Wir verabreden uns am Plakat eines Hanfladens und verschwinden in unsere Lieblingsläden. Nach gefühlt einer Stunde komme ich wieder heraus und da Boris noch nicht da ist, setze ich mich vor den Hanfladen und beginne eine Idee aufzuschreiben. An der Ampel steht ein Auto aus dem die Emmylou Harris Version von „You neuer can tell“ ertönt. Ich wippe mit, schaue rüber und freue mich, dass der Autofahrer begeistert dazu trommelt und noch mehr, dass er mir beim Abschied kurz winkt und winke natürlich zurück. Boris kommt und wir schlendern weiter zur Isle-de-Seine und dann zum fnac (eine Mediemarkt-Kette) in dem riesigen Les Halles Shoppingcenter und anschliesend in den Monoprix (eine Kaufhaus-Kette). Dort entdecken wir beim neuen Sortiment der Haushaltsabteilung allerlei in Form und Farbegebung der 70er Jahre und suchen uns Kaffeebecher und Geschirrtücher aus. Mit unseren Einkäufen bepackt machen wir uns auf die Suche nach einem netten Café und ich merke leider erst recht spät, dass ich mein Handy liegen gelassen habe. Also noch mal zurück, zum Glück liegt es noch bei den Geschirrtüchern, beim Verlassen alle Einkäufe wieder auspacken und den Kassenzettel vorzeigen und dann endlich zwei Cappuccini, einen Schoko-Cruffin (ein Cruffin ist ein Muffin aus Croissantteig) pour Boris und ein Pain-aux-Raisin pour moi. Erfrischt machen wir uns auf den Weg zum Hotel mit einer kurzen Rast im Jardin-du-Luxembourg bei der uns die hiesigen Tauben bekacken, laden kurz unsere Schätze ab und gehen dann zu einem sehr netten thailändischen Restaurant drei Straßen entfernt.

dav
sdr

21. März 2024, Paris

dav

7:45 h treffe ich mich mit Boris und mit Bus und S-Bahn fahren wir nach Esslingen, denn der TGV hält nicht in Stuttgart und weil unsere Reservierung erst ab Karlsruhe gültig ist, sitzen wir anfangs noch getrennt. Kurz vor Straßburg sehe ich drei Rehe und zwei Störche und um 12:45 h sind wir auch schon in Paris und kurz darauf in unserem Hotel südlich von Montparnasse beim Porte Orleans. Nach einer kleinen Verschnaufspause ziehen wir los Richtung Café. Bei unserem letzten Aufenthalt in unserem Hotel haben wir unser Viertel komplett vernachlässigt, da haben wir ordentlich Nachholbedarf und sind schnell begeistert. Hier ist das Paris mit den kleinen Läden, den engen Gassen mit Kopfsteinpflaster und den Kneipen voll entspannter Menschen. Das Wetter ist fantastisch, in den Parks blüht es überall und auf den Straßen sind Tische und Stühle aufgebaut — Springtime in Paris. An den Parkbänken entdecke ich gußeiserne Schiffe und bei einem Schaufenster, das als eine Art Museumsschaukasten dekoriert ist, liegt auf einer Bank eine Tüte mit Schallplatten. Zum Abendessen gibt es einen Veggi Burger und leckere Fritten bei einem sehr charmanten jungen Franzosen.

dav
dav

3. Januar, Newark

dav

Wir hatten schon gestern beschlossen, mit all dem Gepäck nicht die Variante Bus/Bahn/Bus zu nehmen und weil ein Taxi ohne Telefon etwas schwierig zu bestellen ist, haben wir Neuland (für uns) betreten. Mein erster Uber und es hat super geklappt. Beim Einchecken hilft uns wieder eine sehr nette Dame vom Bodenpersonal, unsere Koffer sind zum Glück nicht zu schwer und gegen zwölf Uhr sitzen wir mit unserem Handgepäck an einem Tisch und zücken unsere Bücher. Boarding beginnt um 18 Uhr. Um 15 Uhr holen wir unseren letzten Kaffee in den USA und bald darauf ist unsere große Reise zu Ende.

dav

2. Januar, New York City

dig

Um zwölf Uhr sind wir mit Verena zum Lunch verabredet und wir wollen es noch ein Mal mit der Fähre probieren, aber leider verschätze ich mich in der Zeit und wir nehmen deshalb wieder den PATH. Dadurch sind wir recht früh dran und können uns das Innere des Oculus in Ruhe anzuschauen und selbst für das wunderschöne alte Postamt auf der Church Street reicht es noch. Mit Verena vergeht die Zeit wie im Flug, aber kurz vor 14 Uhr muss sie leider zurück in ihr Büro und wir fahren mit dem E Train nach Jackson Heights um ein letztes Mal im „Espresso 77“ einen Kaffee zu trinken. Eigentlich wollten wir auch dem Whitney noch einen Besuch abstatten, aber es hat leider dienstags geschlossen, deshalb fahren wir weiter nach Forest Hills um noch einmal durch diese hübsche Nachbarschaft zu spazieren. Wir überlegen, ob wir mit der Fähre zurück fahren sollen, aber inzwischen ist es dunkel und sehr kalt und wir sind müde und wollen heim. Deshalb fahren wir wieder mit dem Bus und machen uns noch einen gemütlichen Abend.

sdr
sdr

1. Januar, Manhattan

dav

Der Fairtrade Kaffee war wohl zuviel für mich, ich schlafe erst gegen sieben Uhr morgens ein und wache deshalb auch erst kurz nach elf Uhr auf, wir haben also einen späten Start. Nach dem Frühstück gehen wir zu Fuß die 45 Minuten zum Fährhafen von Hoboken um heute mal Manhattan übers Wasser zu erreichen. Leider haben wir Pech, denn die Fähre macht heute Pause und so nehmen wir stattdessen den PATH. Deshalb kommen wir viel südlicher als geplant an und bis wir bei dem Café sind, das wir uns für heute ausgesucht hatten ist es 15:40 h und um 16 Uhr schließen sie. Das nächste Café ist voll und laut und wir landen in einem pinkfarbenen, etwas ungeliebten Café mit einer verschusselten Bedienung. Ich trinke einen Kräutertee, denn heute Nacht will ich schlafen. Unterwegs habe ich gesehen, dass das MoMA bis 19 Uhr geöffnet hat und wir beschließen ein letztes Mal dieses tolle Museum zu besuchen. Eine schöne Überraschung sind die Stofftier-Skulpturen von Mike Kelly. Bis wir dann endlich daheim sind ist es dann schon recht spät, wir kochen schnell Pasta mit Tomatensoße und nach dem Essen wird zur Probe gepackt, denn was bei mir nicht in Koffer und Rucksack passt will ich morgen schicken. Hurra, alles passt und bei Boris auch und wir können beruhigt schlafen gehen.

dig
dig

31. Dezember, Manhattan

dav

Auf meiner NYC Liste stehen noch ein paar Punkte die ich heute, wenn möglich, abhaken möchte. Aber zuerst wollen wir eine Fahrt mit einem der Jifty-Busse probieren. Diese privaten Busunternehmen, die die New Jersey Städte am Hudson mit Manhattan verbinden sind eine Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie halten öfter, fahren öfter, sind bequemer und kosten nur $3 (der PATH kostet $2,75 und der Linienbus $4,50). Das klappt wunderbar und eine halbe Stunde später sind wir am Port Authority Stopp. Boris fährt weiter nach Greenpoint zu einem seiner Lieblings-Plattenläden und ich gehe Richtung 5th Avenue um mir die Weihnachts-Schaufensterdekorationen von Bergdorf-Goodman und von Saks Fith Avenue anzuschauen und vor allem Saks mit den Dior Miniwelten ist einfach unglaublich liebevoll gemacht. Anschließend gehe ich hinüber zum Lincoln Plaza, weil der größte Weihnachtsbaum der Stadt natürlich auch auf meiner Liste steht. Am Straßenrand werden heute überall Hüte, riesige Brillen und Ballons für die Silvesterfeier verkauft. Ein Weilchen schaue ich noch den Schlittschuhläufern zu, dann fahre ich mit dem Bus nach Süden, denn an den Wänden der Haltestelle Prince Street gibt es ganz viele, ungefähr zwanzig Zentimeter große Mosaike von Menschen, wie man sie um Haltestellen herum sieht, die ich fotografiere. Unterwegs trinke ich einen Fairtrade Kaffee in einem Café das Housing Projekte unterstützt. Solche Kooperationen findet man, vor allem in Lower Manhattan öfter. Mein letzter Halt ist noch einmal „The Strand“, dieser wunderbare Buchladen auf dem Broadway und dann fahre ich heim. Boris ist schon da und wir gehen gleich zusammen weiter zu dem indischen Restaurant, in dem wir schon am Heiligen Abend gegessen haben. Leider ist das Essen heute sehr fettig und wir torkeln vollgefuttert nach Hause. Eigentlich war mein Plan gewesen um Mitternacht auf dem Times Sqare zu stehen, aber eine Millionen erwartete Menschen und die unzuverlässigen öffentlichen Verkehrsmittel haben mich bewogen umzuplanen und so schauen wir im Fernsehen zu wie die Kristallkugel fällt, wünschen uns ein gutes neues Jahr und gehen zu Bett.

sdr
dav

30. Dezember, Jersey City

sdr

Nach dem vollen Programm und den anstrengenden Transport-Varianten gestern machen wir heute einen faulen Tag. Bis halb drei lümmeln wir daheim herum, frühstücken gemütlich, recherchieren, lesen und dann gehen wir los zu einem kleinen Café, welches bisher immer geschlossen hatte, als wir dort vorbei gekommen sind. Heute hat es geöffnet, aber beim Betreten schlägt uns der Geruch nach gebratenem Fleisch entgegen und wir merken schnell, dass es eher ein Sandwich-Shop ist. Sicher lecker, aber nicht was wir suchen. Uns fällt zum Glück noch ein weiteres Café ein und dort ist es super nett und die Auswahl an Backwaren ist toll. Wir kaufen noch ein bisschen ein und erforschen dann die zwei alteingesessenen Kaufhäuser, finden aber glücklicherweise nichts was wir unbedingt brauchen. Auf dem Heimweg schauen wir noch nach wo die privaten Minibusse halten, denn mit so einem Bus wollen wir morgen nach Manhattan fahren. Daheim packe ich mein Schätze aus, die ich gestern bei Eileen abgeholt habe, freue mich ein zweites Mal darüber und packe sie dann gut ein. Anschließend mache ich noch die Monatsabrechnung und dann ist der Tag auch schon vorbei.