05. Oktober 2024, Budapest

7:15 h, unser Schaffner bringt uns je ein Tablett mit unserem Frühstück. Der Zug bleibt immer wieder stehen, vermutlich um andere Züge vorbei zu lassen, weshalb wir anstatt um 9:19 h erst um 11:35 h ankommen. Vom Bahnhof zu unserer Wohnung ist es nicht weit und die Wohnung ist toll, gut ausgestattet und das Beste, sie liegt in einem Innenhof und daher ist es nachts völlig ruhig. Wir legen ab, gehen zu einem Spar um einzukaufen und nachdem wir daheim alles weg gepackt haben, gehen wir gleich los zu einem Café. Es ist witzig eingerichtet, aber leider ist der Kaffee nicht sehr gut. Wir ziehen weiter Richtung Innenstadt und kommen an einem Community Garden vorbei, der wohl auf einem ehemaligen kleinen Fabrikgelände von Dr. Oetker angelegt wurde. Kurz vor der schönen Freiheitsbrücke stoßen wir auf einen Street Food Market an dessen Ende sich eine Ausstellung alter Straßenbahnen anschließt. Es macht riesigen Spaß einzusteigen und sich vorzustellen wie es wohl früher war. Danach gehen wir über die Brücke und stehen vor dem Gellert Bad, das schauen wir uns natürlich an und sind überwältigt von den wunderschönen Mosaiken und dem Jugendstildesign. Wieder zurück besuchen wir noch das winzige Brückenmuseum und dann wird es langsam Zeit sich auf den Rückweg zu machen und an das Abendessen zu denken. Vor dem „New York Palace“, the most beautiful café in the world, stehen die Leute Schlange und ein Blick hinein verrät uns auch warum, es ist wirklich unglaublich schön. Eine halbe Stunde später sind wir daheim, finden ein kleines thailändisches Restaurant das nicht weit weg liegt und in dem wir lecker essen. Noch etwas fernsehen und lesen und dann machen wir das Licht aus.

4. Oktober 2024, Abfahrt

Um 19:40 h treffen wir uns am Lädle, damit wir auf keinen Fall unseren Zug verpassen. Viertel nach acht zeigen wir einem reizenden Schaffner unsere Tickets, gehen zu unserem Schlafwagenabteil und pünktlich um 20:19 h geht die Fahrt los. Kurz darauf klopft es, es ist unser Schaffner der die Tickets einholt und uns, welch schöne Überraschung, fragt ob wir am nächsten Morgen frühstücken möchten. Wir sagen ja, bekommen eine Karte und dürfen uns jeder sieben Sachen aussuchen. Im Abteil gibt es ein Stockbett (in dem ich oben schlafe), ein kleines Waschbecken und ein Schränkchen mit Wasser, Apfelsaft, Erdnüssen und einer kleinen cremegefüllten Knusperrolle. Wir lesen noch ein bisschen und dann machen wir das Licht aus.

10. September, Überraschungstrip 3

sdr

Heute geht es um Punkt 9:20 h los und genau eine Stunde später stehe ich in Aalen am Bahnhof. Ich orientiere mich mit Hilfe eines öffentlichen Stadtplanes und gehe los Richtung Innenstadt. Mein erster Stopp ist ein Second Hand Laden wo ich ein Kordsamtkleid das mit Eichhörnchen bedruckt ist erstehe. Das ist ein toller Einstieg und beschwingt gehe ich weiter zur Touristeninformation. Ich lasse mir eine kleine Walkingtour der historischen Sehenswürdigkeiten geben, kaufe einen Aalener Spion und erhalte ein Tütchen Gummibärchen geschenkt. Wer oder was ist denn ein Aalener Spion? Die Geschichte geht so, dass der Kaiser einst die Stadt Aalen belagerte. In ihrer Angst schickten die Aalener ihren pfiffigsten Bürger als Spion ins feindliche Lager, wo er sofort gefangen genommen wurde. Auf die Frage, was er im Lager wolle, antwortete der Spion wahrheitsgemäß, dass er zum spionieren gekommen sei, was den Kaiser so amüsierte, dass er die Stadt verschonte. Am Rathausturm wurde dem Spion daher ein kleines Denkmal gesetzt und in der Stadt gibt es vielerorts eine Schokomakrone mit seinem Abbild zu kaufen. Die Touristeninformation ist im historischen Rathaus untergebracht, nicht zu verwechseln mit dem alten Rathaus in dem heute ein Hotel mit Restaurant ist. Davor sitzen viele Menschen und genießen die Sonne und überhaupt scheint es in Aalen sehr entspannt zuzugehen. Ich spickele in das Haus am Marktplatz 2 hinein um mir das schöne Rokoko-Treppenhaus anzuschauen und gehe weiter zu der Stadtkirche. Es ist eine barocke evangelische Kirche, das barocke sorgt für Schnörkel und Gold und das evangelische dafür, dass die Farbgebung eher zurückhaltend ist. Weil der Eingang etwas versteckt liegt, muss ich einmal um die Kirche herum gehen und entdecke dabei viele kleine Ecken mit netten Cafés, das merke ich mir für später. Ich überqueren die Aal auf der Suche nach dem Brezgablase-Brunnen, den ich schließlich auch finde. Und gleich in der Nähe einen Woolworth, da muss ich natürlich kurz rein. Ich bummele noch ein bisschen herum, schaue in ein paar Läden hinein und gehe dann zum „Rambazamba“, einem der Cafés die ich bei der Kirche entdeckt hatte, bestelle einen Cappuccino und eine Butterbrezel und beiße gerade in meinen Aalener Spion, als ich eine Nachricht von Ulle erhalte, die zur Zeit aus Australien zu Besuch da ist. Sie fragt, ob wir uns in einer Stunde treffen können und ich schreibe zurück, dass ich 1,5 Stunden benötige, bezahle, sause zum Bahnhof und erwische zum Glück noch meinen Zug zurück.

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31. August 2024, Markelfingen, Bodensee

Um 00:40 h kommt Monsieur aus Brüssel mit seinem Transporter an und liefert die letzten Möbel und Kisten. Er hat ein bewundernswertes Auge dafür was wie getragen und geschoben werden soll um alle Kurven und Ecken kontaktaktlos zu überwinden. Steffi kommt von der Einliegerwohnung hoch und zu viert bringen wir ein altes Schlafsofa, eine antike Kommode, eine zweiteilige Anrichte mit Glastüren, acht Umzugsboxen und zwei Arme voll Ballkleider ins Haus. Während Ulla Monsieur einen Kaffee macht und ein Stündchen mit ihm schnackt, gehen wir anderen zwei zurück ins Bett. Am nächsten Morgen sind wir noch etwas verschlafen, um 10:00 h kommt Sabine um zu helfen, wir schieben und rücken bis alles soweit am Platz ist und dann ist es auch schon 12:45 h und wir drei Stuttgarter machen uns auf den Heimweg.

30. August 2024, Markelfingen, Bodensee

Um 8:00 h fahren Ulla und ich erst Geld abheben und dann Brötchen und den berühmten Hefezopf kaufen. Wir frühstücken und verteilen die Aufgaben. Steffi und ich fahren zur Wohnung um die letzten Reste einzupacken. Oh je, es ist doch noch einiges da und wir packen und fahren dreimal, aber dann ist die Wohnung endlich leer. Wir packen aus was Sinn ergibt, viel Zeit für Fotos bleibt nicht und die Motive sind sowieso nicht sooo spannend und dann ist es wieder soweit — ab an den See. Heute Abend fahren wir nach Sipplingen zur „Seeliebe“, einer Strandbar die mit ihren Sonnenschirmen, Loungesesseln und schick gekleideten Menschen ein bisschen an die Cote d’Azur erinnert. Wir bekommen einen Tisch im Loungebereich den Hardy für uns besetzt hält während wir ins Wasser springen. Brrr, hier ist der See viel kälter, dafür versinken wir nicht im weichen Boden. Erfrischt setzen wir uns an unseren Tisch und, das ist das Schöne, der Service ist sehr nett und professionell obwohl wir völlig verstrubbelt sind.

29. August 2024, Markelfingen, Bodensee

Ulla zieht um und Steffi und ich, wir anderen beiden „Ladies of the Garage“ und Hardy fahren an den Bodensee um zu helfen. Steffi und Hardy holen mich gegen 11:30 h ab und 13:15 h sind wir vor Ort. Ulla hat zwei Männer mit einem Umzugs-Van engagiert, denn obwohl alles nur ca. 100 m die Straße hinunter transportiert werden muss, würden wir das bei den schweren Gegenständen wie Waschmaschine und Co. gar nicht schaffen. Ullas Tochter Julia begrüßt uns strahlend, wir ziehen uns kurz um und dann helfen wir mit. Um 16:00 h ist ein Großteil im Haus, die Männer verabschieden sich, wir packen noch ein paar Küchenkartons aus und dann ziehen wir unsere Schwimmsachen an und fahren an den See. Das Wasser ist herrlich und wir vier Nixen planschen vergnügt herum. Leider kann Hardy nicht mit ins Nass, weil ihm heute früh die Fäden von einer OP gezogen worden sind. Ulla hat für 18:00 h einen Tisch im „Bei Riebels“ auf der Reichenau bestellt und wir essen sehr lecker mit Blick auf den See. Den Nachtisch holen wir uns in einer Eisdiele, setzen uns auf eine Bank am Wasser und genießen den Sonnenuntergang. Irgendjemand lässt ein Modellflugzeug mit Motor fliegen und wir bewundern die Loopings und Schrauben. Leider kommen nun die Moskitos und wir verlassen diesen schönen Ort. Daheim planen wir noch den nächsten Tag und dann gehen wir schlafen.

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26. August 2024, Bremen und Heimfahrt

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Wir schlafen lange, bis ich vom Gezwitscher der Mauersegler geweckt werde. Ich helfe Dustin die Regalbretter über der Waschmaschine aufzuhängen, dazwischen kaufe ich kurz etwas ein und beginne einen der Balkonstühle anzuschleifen. Und schon ist es Zeit Zwiebeln zu schneiden, Wasser für die Piroggen aufzusetzen und anschließend alles aufzuessen. Wir hängen noch ein Bild über dem Sofa auf, Dustin muss ins Büro, ich habe noch ein bisschen Zeit zum chillen und dann gehe ich an der Wall-Anlage entlang zum Bahnhof. Die Fahrt verläuft ohne Zwischenfälle und um 22:25 h bin ich daheim.

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25. August 2024, Bremen

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Dustin hat auf dem Festival übernachtet und ich schlafe lange, hole mir etwas beim Bäcker und frühstücke gemütlich. Kurz nach 12:00 h mache ich mich auf Schlängelpfaden auf den Weg zur Weser. Diese schmalen Straßen mit den hübschen Häusern, zum Teil mit schmiedeeisernen Wintergärten, sind einfach unglaublich charmant. Auf dem Deich schlendere ich zu dem Anleger der kleinen Fähre die alle acht Minuten zum anderen Ufer fährt. 1,5 Minuten benötigt sie pro Fahrt und für €3,20 bekommt man ein Rückfahrticket. Gegenüber liegen der Weserstrand und das „Cafe Sand“. Noch sind nicht viele Menschen da, ein paar Hunde spielen im Wasser, ich setze mich in den Sand, hinter mir findet ein Beachvolleyballspiel statt, es ist sehr entspannt. Nach einer Weile ziehe ich Schuhe und Strümpfe aus und wate ein wenig im Fluss herum und dann wird einer der großen Plastikstühle frei, ich schnappe ihn mir und beobachte die großen und kleinen Boote und die Kinder beim Spielen. Kurz nach 17:00 h bin ich wieder daheim und bald darauf kommt auch Dustin und wir chillen noch ein bisschen und gehen dann zum „Asia Bistro“. Es liegt über der Wohnung von Dustins erster WG und seit zehn Jahren stellt er dort für ein Abendessen die Mülltonnen hinaus. Wir werden herzlich begrüßt, essen lecker und gehen dann weiter zu Radio Bremen. Dort bekomme ich eine Tour und Dustin holt einen Arbeits-Laptop, damit er morgen Homeoffice machen kann. Und dann geht es heim.

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24. August 2024, Bremen

sdr

Wir machen uns gegen 11:00 h auf den Weg zu einem polnischen Supermarkt, weil Dustin die Piroggen im Urlaub so gut geschmeckt haben. 40 Minuten später werden wir fündig und decken uns mit diversen Sorten Piroggen und Krautsalat ein. Weiter geht es zum nächsten Stopp, dem Baumarkt mit Pflanzenabteilung. Wir erstehen: zwei große Regalbretter mit passenden Winkeln, Schrauben und Dübeln und Kantenumleimer, Schleifpapier und eine Dose Öl für die Balkonmöbel, zwei große Blumenkästen mit Untersetzern und Halterungen, eine Petersilien- und eine Rosmarinpflanze und 18 l Erde. Schwerbepackt marschieren wir zur Straßenbahnhaltestelle, steigen erleichtert ein um kurz darauf auf einen Falschparker zu stoßen der die Weiterfahrt verhindert. Also wieder raus und weiter marschiert. Zwei Minuten später werden wir von der Straßenbahn überholt. An der nächsten Haltestelle steigen wir in eine andere Bahn, die aber auch nicht weit kommt, denn nun staut sich der gesamte Verkehr auf Grund des Umzuges, denn heute findet in Bremen der Christopher Street Day statt. 18.000 Menschen werden erwartet (letztendlich werden es 23.000, soviele wie noch nie in Bremen) und da der Umzug im „Viertel“ enden wird, fahren die Straßenbahnen nur eingeschränkt. Wir beißen notgedrungen in den sauren Apfel und schleppen unsere Einkäufe den Rest des Weges nach Hause. Inzwischen ist es fast 15:00 h, Zeit etwas zu essen. Wir gehen in das „Ninetynine“ um deren Spezialität, Rührei Sandwiches, auszuprobieren. Das schmeckt recht lecker und macht gut satt. Aber ein bisschen Platz ist noch übrig, deshalb holen wir uns beim Bäcker einen Bienenstich zum Kaffee. Dustin bereitet noch ein bisschen etwas für die Regalbretter vor und macht sich dann auf den Weg zu einem Festival, um sich dort mit Lotta zu treffen. Ich bringe inzwischen die Blumenkästen an und pflanze Rosmarin und Petersilie ein. Und dann geht es ab ins Vergnügen. Auf der Bühne vor dem Goethe-Theater spielt eine Band gerade ihr letztes Stück und darf leider keine Zugabe mehr spielen, denn es gibt eine Sturmwarnung. Und deshalb gibt es ärgerlicherweise auch keine Auftritte von weiteren Bands. Ein Stück weiter, vor der Kunsthalle, gibt ein DJ sein Bestes und ich tanze ein bisschen, aber irgendwie finde ich die Musik etwas arg langsam, deshalb gehe ich heim.

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24. August 2024, Bremen

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Dustin muss arbeiten und ich verbringe den Vormittag damit unseren nächsten Urlaub zu buchen. Um 12:30 h ziehe ich los und fahre mit der Straßenbahn zum Hansator im Walle, dem Stadtteil in dem Dustin vorher gewohnt hat, um zu einem riesigen Laden für Gebrauchtwaren zu gehen. Es ist nett durch die alte Hood zu fahren, leider hat der Laden nur DiDoSa geöffnet und ich fahre wieder zurück. Der Ostertorsteinweg ist die Hauptstraße im „Viertel“, dem lebendigsten Stadtteil Bremens in dem Dustin seit kurzem wohnt. Hier gibt es viele kleine Läden, Cafés und Restaurants und auch alteingesessene Geschäfte und ich bummele vergnügt herum, kaufe ein paar Kunstkarten und halte schon mal die Augen auf, um später für mein leibliches Wohl sorgen zu können. Alle sind sehr freundlich und obwohl hier Straßenbahnen und Autos fahren und natürlich Fahrräder, ist es sehr entspannt. Rechts und links gehen kleine Sträßchen mit Kopfsteinpflaster ab auf denen man dem Gewusel entkommen kann. Am Ende der Straße gibt es einen coolen Laden mit Midcentury Möbeln und Geschirr und nachdem ich mir alles angeschaut habe drehe ich um und esse in einem türkischen Bistro einen vegetarischen Lahmacun. Es ist bereits kurz vor 16:00 h, zu spät für das Café vis a vis, aber zum Glück gibt es ja reichlich Auswahl und zwei Straßen weiter mache ich es mir mit Cappuccino, Pastel de nata und meinem Buch gemütlich. Mit vollem Bauch spazieren ich durch den Nieselregen, der inzwischen fällt, weiter Richtung zu Hause. Dort mache ich erstmal ein Schläfchen und dann arbeite ich an meinem Blog weiter. Dustin kommt kurz nach 21:00 h heim und wir gehen wieder in das „Malenchen“ und treffen dort Madeline und Ivan, mit denen Dustin zusammen arbeitet. Kurz darauf stößt Timo, den ich noch von Dustins dreißigtem Geburtstag kenne dazu und wir verbringen einen sehr netten Abend.

sdr
sdr