29. Dezember, Brooklyn

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Ursprünglich wollten wir heute ins MoMA, aber mit allem anderen was wir vorhaben, merken wir schnell, dass das zu ambitioniert wäre. Deshalb sieht der Plan nun so aus: Koffer und Rucksack schnappen, mit dem Bus Nr. 119 nach Manhattan fahren, von dort nach Brooklyn fahren, im „Der Pioneer“ Kaffee trinken, zum Plattenladen fahren (Boris) / zu Eileen fahren (ich), schnacken, zusammen mit Eileen nach Dyker Heights fahren, Tunisia treffen, die berühmte Weihnachtsbeleuchtung anschauen, mit Eileen zurück fahren, bei ihr unsere eingelagerten Sachen in Koffer und Rucksack packen, zusammen mit ihr und Francis im „Thai Farm Kitchen“ zu Abend essen und dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln heim fahren. Der Start ist recht holprig, denn der erste Bus hat Verspätung und als er endlich kommt fährt er einfach an uns vorbei weil er voll ist. Der nächste Bus nimmt uns und ein paar andere noch mit (standing room only), aber danach fährt er durch ohne zu halten. An den Haltestellen stehen verzweifelte Menschen zum Teil mit Koffern die wahrscheinlich Bus/Bahn/Flugzeug erreichen müssen und nun vielleicht verpassen. In Brooklyn auf der Church Avenue dann das vertraute Spiel, vis a vis kommen eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs Busse bis auf unserer Seite einer kommt. Aber dann sitzen wir vor unserem Kaffee und sind zufrieden, bei Eileen ist es so, als ob wir nie weg gewesen wären, Tunisia strahlt und sieht super aus und die Arbeit macht ihr Spaß, die Weihnachtsbeleuchtung ist unglaublich, bei Madame im Restaurant werden wir herzlich begrüßt und die Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln klappt. Kurz nach Mitternacht sind wir daheim und froh, dass alles soweit geklappt hat.

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28. Dezember, New York City

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Weil der Plattenladen in unserem geliebten Red Hook nur Donnerstag bis Sonntag geöffnet hat, wollen wir heute hin. Wir gehen zur PATH (Port Authority Trans-Hudson) Haltestelle um mit der Bahn nach Manhattan hinüber zu fahren. Dort wollen wir uns auch gleich noch ein bisschen schlau machen was Wochentickets, etc. betrifft, aber wie sich heraus stellt ist das nicht so einfach und am Ende kaufen wir einfach zwei reguläre Tickets. In Manhattan kommen wir am World Trade Center im Oculus an und so sehe ich ihn auch mal von innen und bin sehr beeindruckt. Wir laden unsere Metrokarten auf, um eine Woche lang ohne groß nachdenken zu müssen fahren zu können und nehmen den C Train. Beim Umsteigen freue ich mich an dem tollen Mosaik an der Haltestelle und dann heißt es warten auf den Bus. Manhattan ist dämpfig und laut — welcome back, ich finde es lustig aber für Boris ist es eher anstrengend. In Red Hook gehen wir direkt ins „Baked“, aaah wie schön wieder hier zu sein. Dann geht Boris in den Plattenladen und ich schaue mir derweil ein kleines Backbuch an, das ich letztendlich auch kaufe. Anschließend fahren wir nach Manhattan zurück, gehen bei einem weiteren Plattenladen vorbei, kaufen im Muji zwei T-Shirts für Boris und im Thriftshop ein Fleece und dann ist es Zeit für den Heimweg. Der Bus Nr. 119 fährt von Manhattan bis fast vor unsere Haustüre und so fahren wir sehr komfortabel nach Hause.

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27. Dezember, Jersey City

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Jersey City Historic Downtown haben wir am Heiligen Abend ja nur kurz gesehen und außerdem waren die meisten Geschäfte geschlossen, deshalb wollen wir da heute nochmal hin. Vorbei an Eisenbahngleisen und unter Highways durch kommen wir zu einem kleinen Herrenausstatter in dessen Schaufenster Boris eine Kappe gesehen hatte, die er gerne anprobieren würde. Leider steht auf einem Zettel an der Türe man solle anrufen um eingelassen zu werden und wir haben ja keine SIM-Karte. Wir gehen weiter und sind dabei immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die Architektur ist, hier ein stattliches Gebäude mit wunderschön glasierten Fliesen, dort ein wild bemaltes kleines Haus in dem ein Autohändler sein Geschäft hat, gefolgt von Zeilen mit dreistöckigen Appartmenthäusern mit verschiedenen Läden im Erdgeschoss und mittendrin ein modernes Hochhaus. In dem Plattenladen, in dem wir am 24. waren, tauscht Boris eine ungeliebte Schallplatte und Dollar gegen eine heiß ersehnte Schallplatte. Dann gehen wir einen Kaffee trinken und lassen uns noch ein bisschen treiben. Auf dem Heimweg hat der Herrenausstatter geöffnet, wir unterhalten uns sehr nett mit der Besitzerin, aber die Kappe ist leider nicht in der passenden Größe da. Kaum daheim drehe ich eigentlich sofort wieder um, denn ich bin in Hoboken mit Wakiko und Andrew verabredet und will vorher noch kurz bei „Trader Joe’s“ vorbei. Wir treffen uns in dem italienischen Restaurant, in dem wir das letzte Mal essen waren und es wird ein sehr lustiger Abend. Die beiden bringen mich noch zur Bushaltestelle, und zwanzig Minuten später bin ich zu Hause.

sdr
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26. Dezember, Jersey City

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Wir sind südlich und nördlich erforschen gegangen, heute geht es in den Osten. Weil wir die Eisenbahngleise überqueren müssen, gibt es nur zwei Straßen die wir nehmen können. In der Hoffnung auf weniger Verkehr wählen wir die kleinere Straße, aber der Teil bei den Gleisen ist leider etwas trostlos. Danach kommen dann aber schnell wieder hübsche Häuser und nette Pubs und nach 45 Minuten stehen wir am wunderschönen, mit viel Kupfer verkleideten Fährhafen von Hoboken. Weil hier auch der Bahnhof ist, informieren wir uns über Transportmöglichkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und dann gehen wir zurück zur Washington Avenue, denn dort hat Boris einen Plattenladen ausfindig gemacht. Nachdem er die Platten durchgeschaut hat, gehen wir weiter die Straße entlang, schauen in kleine Cafés und Restaurants hinein und in die Schaufenster der vielen Geschäfte. Ich bin angenehm überrascht, dass sich hier kein H & M, kein Zara, oder ähnliches findet und vermute, dass die Geschäfte einfach zu klein sind. Wir kaufen für mich ein Wärmepflaster, weil ich immer noch sehr krumm durch die Gegend schleiche und dann bei der „Old German Bakery“ ein Kürbiskernbrot. Der Verkäufer erklärt uns auf deutsch, dass alle Zutaten aus Deutschland kommen. Unterwegs haben wir ein „Choc o Pain“ gesehen, ein kleines französisches Café, dort machen wir Pause und überlegen ob wir vor Ort zu Abend essen wollen, denn wir haben auf der Washington Avenue einen coolen Diner gesehen, der auch Vegi Burger anbietet. Allerdings ist es erst 16 Uhr, aber zum Glück gibt es auch in Hoboken eine Bibliothek und so vergeht die Zeit dann doch schnell. Nach dem Abendessen nehmen wir einen Umweg in Kauf und spazieren so über eine hübschere Strecke nach Hause.

sdr
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25. Dezember, Jersey City

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Gestern Abend habe ich noch heiß gebadet, aber der Erfolg war leider nur von kurzer Dauer, sprich ich bin immer noch sehr langsam unterwegs. Deshalb gehen wir auch nur in der Nachbarschaft ein wenig spazieren, finden zu unserer Freude ein Café das am Weihnachtsfeiertag geöffnet hat und gehen nach unserer Kaffeepause wieder heim. Wir korrespondieren noch ein wenig und essen dann unser weihnachtliches Drei-Gänge Menü bestehend aus Salat, Kürbis-Ravioli, und Karamelleis. Boris macht ein Bier auf, ich eine Flasche Sekt und dann machen wir es uns vor dem Fernseher gemütlich.

dav
sdr

24. Dezember, Jersey City

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Leider habe ich mich beim Koffer lupfen total überschätzt, kann mich kaum bewegen und habe entsprechend schlecht geschlafen. Wir beschließen trotzdem in die historische Innenstadt zu gehen und eventuell mit dem Bus zurück zu fahren. In einem kleinen Café, das zum Glück geöffnet hat, machen wir eine kurze Pause und dann erforschen wir weiter. Die Innenstadt gefällt uns gut, da wollen wir nach den Feiertagen auf jeden Fall nochmal hin. Unterwegs treffen wir auf einen Großeinsatz der Feuerwehr, aber alle sind sehr entspannt, es war wohl nichts schlimmes. Wir kaufen noch ein bisschen ein und dann machen wir uns auf den Heimweg. Zuhause verstauen wir schnell alles und gehen dann zurück zur Central Avenue in ein indisches Restaurant.

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23. Dezember, Jersey City

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Um 10:30 h landen wir mit knurrenden Mägen in Newark, NJ. Wir haben schon die Kreditkarte gezückt um mit dem Airtrain für $20 in die Innenstadt von Newark zu fahren, als mir einfällt, dass ich gelesen habe, dass auch ein Bus fährt — für $1,50. Das dauert natürlich etwas länger aber wir haben ja Zeit. Dann geht es von Newark mit der Bahn weiter nach Jersey City und anschließend, weil wir keinen funktionierenden Hotspot finden und deshalb auch keine Busverbindung, zu Fuß zu unserer Wohnung. An der Haltestelle kommt ein Paar mit zwei hochbepackten Einkaufswagen aus dem Aufzug. Offensichtlich sind auch hier viele Flaschen- und Dosensammler unterwegs. In Jersey City wird viel gebaut und über jede Unebenheiten und jede Bordsteinkante müssen die Trolleys gelupft werden. Meine Bauchmuskulatur ist leider minimal und so ist der Weg sehr mühsam. Um 13 Uhr kommen wir an, eine halbe Stunde zu früh, aber unsere Vermieterin ist so nett und lässt uns schon jetzt in die Wohnung. Alles ist liebevoll eingerichtet und wir fühlen uns hier sofort wohl. Wir laden nur kurz unser Gepäck ab und gehen dann durch einen kleinen Park mit vielen Eichhörnchen zur Central Avenue die zahlreiche Läden und auch ein paar Restaurants und Cafés zu bieten hat. Nach einer Kaffeepause im „Froth on Franklin“ an der Ecke Sherman Avenue kaufen wir das Nötigste ein und dann gehen wir wieder heim, richten uns ein und legen die Füße hoch.

sdr

22. Dezember, Los Angeles

Frühstücken, fertig packen, alles wieder an seinen Platz räumen und um 10:55 h verlassen wir unsere Wohnung in Los Angeles und fahren zur Public Library um dort den Tag zu verbringen. So sind wir bepackt: Boris transportiert seinen neuen großen Koffer in dem meine Koffer steckt und seinen Rucksack mit Laptop. Ich transportieren den kleinen Trolley von Boris mit 20 Schallplatten, meine Handtasche mit Boombox, Kamera, Kopfhörern, Tablet, Reader, Wasserflasche, und allem was sich sonst noch üblicherweise in einer Handtasche befindet, und einen Beutel mit zwei Jacken und zwei Büchern. Um 16 Uhr gehen wir Kaffee trinken und dann fahren wir mit Metro und Shuttle zum Flughafen. Los Angeles verabschiedet sich mit einem spektakulären Sonnenuntergang. Um 23:55 h geht unser Flug, wir sind kurz vor 19 Uhr da und eine freundlich Dame vom Bodenpersonal bietet sofort ihre Hilfe an und ist dann erst mal etwas verwirrt, denn auf dem Monitor steht: „Your flight has been delayed. New departure time is 2:35 p.m.“, das würde ja heißen wir wären viel zu spät dran. Aber dann stellt sich heraus, dass unser Flugzeug erst morgen fliegt. Was??? Dann würden wir ja erst morgen Nacht ankommen. Und werden wir dann bis morgen in einem Hotel untergebracht? Sie schaut nochmal nach und bietet uns dann an, dass wir über San Francisco fliegen können. Zwei Sitzplätze seien noch frei, Check-In in 20 Minuten, Ankunft in Newark wie ursprünglich geplant. Wir nehmen dankend an und sausen zum Check-In. In San Francisco sind zehn Minuten zwischen Landung und Check-In eingeplant, aber der Pilot fliegt schnell und so bleibt uns sogar noch Zeit etwas zu essen auf die Hand zu holen. Wir sind kaum eine halbe Stunde in der Luft als eine Durchsage kommt, wir müssten aus Sicherheitsgründen umkehren. Der Pilot ist nervös und verspricht sich mehrmals, die Flightattendants sehen angespannt aus, müssen wir uns Sorgen machen? Kurz darauf eine weitere Durchsage, wir kehren doch nicht um, zwischenlanden aber in Denver, unsere Ankunft in Newark verschiebe sich dadurch leider um 2,5 Stunden. In Denver verlässt ein Passagier das Flugzeug, wir anderen dürften auch aussteigen, würden dann aber wahrscheinlich nicht zurück an Bord gelassen, also bleiben wir natürlich alle sitzen.

21. Dezember, Los Angeles

sdr

Nach dem Frühstück wird zur Probe gepackt und hurra, wir bekommen alles in den neuen Koffer von Boris plus natürlich Handgepäck. Über Nacht hat es so stark weiter geregnet, dass es inzwischen eine Überschwemmungswarnung gibt. Ich habe uns Tickets für zwei Museen in Downtown LA gebucht und kurz nach 12 Uhr machen wir uns auf den Weg. Das erste was man sieht, wenn man die steile 2nd Street hinauf geht, ist die tolle Walt Disney Concert Hall, von Lillian Disney gesponsert und von Frank Gehry entworfen, die 2003 ihre Türen aufmachte. Gegenüber liegt das wunderbare Broad, ein Museum für zeitgenössische Kunst, das von Eli und Edythe Broad gesponsert und nach einem Entwurf von Diller Scofidio + Renfro in Zusammenarbeit mit Gensler erbaut und 1984 eröffnet wurde. Dort haben wir für 13 Uhr Tickets gebucht, wir sind total beeindruckt von den tollen Exponaten und die zwei Stunden vergehen wie im Flug. Nach einer Kaffee- und Gebäckpause gehen wir zum gegenüberliegenden MoCA, wo wir für 16 Uhr Tickets gebucht haben und es ist fast ein bisschen overdosed an einem Tag zwei so phantastische Museen zu besuchen. Etwas erschöpft machen wir uns auf den Weg zu unserem kleinen thailändischen Restaurant und danach auf einen Absacker zu Marie und der Monte Carlo Bar. Dort lernen wir Ed kennen, der, komplett im Holiday Spirit, alle auf einen Drink einlädt. Zum Glück sind es außer ihm nur noch drei Gäste. Wir bedanken uns, schnacken ein Weilchen und dann verabschieden wir uns, morgen wird ein langer Tag.

dav
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20. Dezember, Los Angeles

sdr

Es regnet und wir recherchieren erstmal, welche Museumsoptionen wir haben, schauen ob unsere Flugdaten noch passen und bloggen (ich) und lesen (Boris) ein bisschen. Kurz vor zwei Uhr ausen wir los, da fällt mir ein, dass mein Wochenticket ja nicht mehr gültig ist, weil ich dummerweise für die Angels Flight Bahn, die nicht zum Metroverbund gehört, mit meinem Ticket gezahlt habe. Also erst mal zu dem Kundenservice an der Haltestelle Wilshire/Vermont, neu aufladen und dann bin ich wieder mobil. Weil das bei unseren vorigen LA Besuchen unsere Haltestelle war, kennen wir ein sehr schönes Café gleich um die Ecke und machen dort eine kurze Pause. Zurück an der Haltestelle erwischen wir sofort einen Bus und sind froh, dass wir im Trockenen sind, denn der Himmel ist plötzlich ganz dunkel. Eine knappe Stunde fahren wir gegen Westen, vorbei an riesigen Kirchen und ebenso großen Bankgebäuden, durch das glitzernde Beverly Hills bis schon fast nach Santa Monica zum Hammer Museum. 1990 im Auftrag des ehemaligen OPC Vorsitzenden Armand Hammer gegründet um seine Sammlung alter Meister zu beherbergen, schlossen sich die Museumsleitung und die University of California Los Angeles (UCLA) 1992 zusammen und erweiterten das Konzept radikal um moderne Werke. Neben Führungen und Ausstellungseröffnungen gibt es ein Kinderprogramm, Aufführungen, Filmvorführungen, Gespräche mit Künstlern, Workshops, und Vorträge. Die Schönheit und Leichtigkeit des Gebäudes, mit einem begrünten Lichthof und nach oben offen Gängen, erschließt sich fast mehr von innen als von außen. Wir haben das Glück, dass gerade die Ausstellung „Made in L.A. 2023“ gezeigt wird, mit lauter zeitgenössischen Werken und es sind natürlich sehr interessante Sachen dabei. Am besten gefallen uns die Laser-Installation „Particulates“ von Rita McBride und Pippa Garners Zeichnungen von Alltagsverbesserungen.