9. November, Vancouver

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Um 6:30 h stehen wir auf und nach dem Frühstück heißt es schnell packen, damit der Zug zurück fahren kann. Unser Gepäck ist auch bald da und dann fahren wir mit einem kleinen Bus zu unserem Hotel, geben unser Gepäck ab und ziehen los, die Stadt erforschen. Die Denman Street beim Hotel führt von der English Bay direkt zum Coal Harbour, das heißt wir stehen in beide Richtungen innerhalb von ein paar Minuten am Wasser. Wir entdecken einen Supermarkt, ein Fachgeschäft für Alkohol und zu unserer großen Freude auch ein gemütliches Café, Zeit für eine kleine Stärkung. Wir gehen weiter am Coal Harbour entlang Richtung Innenstadt, Boris schaut in einen Plattenladen hinein und dann wird es plötzlich sehr schlimm. Ich hatte ein paar Thriftshops herausgesucht die im Chinatown von Vancouver liegen, aber hier scheint auch das Viertel zu sein in dem sich die Junkies der Stadt treffen. So etwas Trauriges und soviel Verzweiflung habe ich selten gespürt. Boris meint, dass es hauptsächlich Crackraucher sind die hier auf der Straße liegen und wir sind beide sehr erschüttert. Mitten in dem ganzen Elend gibt es Baustellen für große Projekte, ein, zwei Galerien, ein paar schicke Restaurants und eben die Thriftshops. Nachdenklich ziehen wir weiter, es nieselt ein bisschen und irgendwie ist uns die Lust auf Sightseeing vergangen, deshalb fahren wir mit dem Bus zum Hotel, beziehen unser wunderbares Zimmer, gehen indisch essen, kaufen Verpflegung und gehen zu Bett.

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8. November, unterwegs

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Um halb sechs Uhr wache ich auf und bemerke, dass das Rollo noch unten ist und weil ich von der Sonne geweckt werden will, krieche ich zum Fenster und schiebe es hoch und bin erst einmal platt. So einen Sternenhimmel habe ich selten gesehen. Ich drehe mein Bettzeug um, setze die Brille auf und schaue hinaus, das ist wirklich ganz großes Kino. Nach einem Weilchen wird es draußen etwas heller und ich sehe im Hintergrund große Schatten, die Ausläufer der Rocky Mountains. Um 6:30 h kommen wir in Jasper an und weil hier viele Mitreisende umsteigen um nach Banff weiter zu fahren und gleichzeitig viele neue Fahrgäste zusteigen, gibt es ein frühes und kleines Frühstück und ab 9:30 h Brunch. Mit gefüllten Bäuchen steigen wir aus um das hübsche Städtchen zu erforschen, hier gibt es einiges zu sehen und die Berge im Hintergrund sind sehr beeindruckend. Aber so früh und so weit oben ist es doch ganz schön frisch und wir sind froh, als wir eine Stunde später wieder in den warmen Zug dürfen. Die Fahrt geht weiter, am Fenster zieht der Mount Robson, mit knapp 4.000 m der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains vorbei, auf dem Programm steht um 11 Uhr ein Quiz mit Tierlauten, links ist erst der Yellow Lake und anschließend der elf Kilometer lange Rainbow Lake zu sehen und kurz darauf die Pyramid Creek Falls. Dazwischen brunchen wir, damit wir bis zum Abendessen nicht verhungert sind — kurz es ist immer etwas los. Um 14 Uhr wird es plötzlich dunkel und eine Viertelstunde lang wirbeln dicke Schneeflocken herum. Kurz darauf wechseln wir zur Pacific Time Zone, die Berge werden niedriger, zwischen den Nadelbäumen liegen Nebelschwaden und dann bricht plötzlich ein kleines Stück blauer Himmel durch die Wolken. Das ist heute unser vierter Tag im Zug und man könnte annehmen, dass es inzwischen langweilig geworden ist, aber ich finde diese dramatischen Veränderungen im Wechsel mit langen Strecken ohne Veränderung total spannend. Ich nehme noch an der zweiten Weinprobe teil und nach dem Abendessen heißt es auch schon bereitlegen was wir am nächsten Tag anziehen werden, packen geht in der Frühe dann ja schnell — und Licht aus.

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7. November, unterwegs

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Nachdem die erste Nacht im Zug etwas unruhig war, habe ich diese Nacht geschlafen wie ein Stein. Gegen 7 Uhr wird es hell und als ich hinzuschauen, sehe ich, dass die Wälder und Seen verschwunden sind, wir sind jetzt in der Prärie. Weil in Winipeg das gesamte Personal ausgewechselt wurde, müssen wir uns beim Frühstück an neue Gesichter gewöhnen. Bei jedem Essen wird man mit zwei anderen Personen an einen Tisch gesetzt, so dass wir inzwischen schon recht viele Kurz-Bios kennen. Unsere Tischnachbarn heute früh sind beide aus Kanada und der Austausch ist wie immer interessant. Aus dem Fenster schauen wir in unendliche Weiten (sorry Startrek), es ist etwas neblig, ab und zu taucht eine kleine Siedlung auf oder eine Herde schwarzer Rinder. Um 11 Uhr gibt es einen Halt in Saskatoon mit Freigang. Saskatoon scheint ein großer Güterumschlagplatz zu sein, denn es stehen unglaublich viele Container herum, sonst gibt es leider nicht viel zu sehen. Um 12 Uhr wird Bingo angeboten und ich schaue kurz zu und dann kommt auch bereits der Aufruf zum Mittagessen. Unsere Tischnachbarn kenne ich bereits von der Weinprobe und wir unterhalten uns sehr nett. Sie erzählen von ihrem „Weekend-Cottage“, das in einem Städtchen gegenüber von Prince Edward Island liegt und, seit die Bahn dort nicht mehr hält und die Fähre durch eine Brücke ersetzt worden ist, nur noch 50 Einwohner zählt. Zurück im Abteil machen wir ein kleines Schläfchen und dann geht Boris in den Dome-Waggon, den Aussichtswagen mit gewölbten Glasdach. Ich versuche mich am Fotografieren, was aus einem fahrenden Zug gar nicht so einfach ist. Manche Bilder, wie die wuschelige, braune Kuh, die struppigen Ponys und die Rehe mit ihren weißen Hinterteilen muss ich mir einfach merken. Um 16 Uhr halten wir in Wainwright, wo es ein Bison-Reservat gibt, von dem allerdings vom Zug aus nichts zu sehen ist. Als ich die Abteiltüre öffne um auf der anderen Seite zu schauen, kommt Danika, unsere Zugbegleiterin vorbei und fragt ob ich ihre Resource-Person sei. Nach einigem hin und her stellt sich heraus, dass sie auf der Suche ist nach Personen die bereit sind Mitreisende im Notfall aus dem Zug zu begleiten. Weil ich ja, Dank Thieme und der Bibliothek, als Brandschutzhelferin gut geschult bin, sage ich einfach mal ja. Nach dem Abendessen wird ein Filmabend mit „Bohemian Rhapsody“ angeboten, aber wir gehen direkt in unser Abteil und bald darauf ins Bett.

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6. November, unterwegs

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Schnee, alles ist weiß!!! Wir gehen um halb acht zum Speisewagen und werden erst einmal auf die Warteliste gesetzt, aber wir kommen dann schnell dran. Das Frühstück ist lecker und wer nicht satt wird, kann sich in der Snack-Ecke Croissants, Muffins, Obst, Saft, und Heißgetränke holen. Obst, Heißgetränke, und Kekse gibt es hier den ganzen Tag. Um 11 Uhr halten wir in Sioux Crossing an um aufzutanken, wir haben 45 Minuten Freigang und schauen uns das Städtchen an. Auf dem Rückweg mache ich noch ein paar Fotos, rutsche aus und verliere, ohne es zu merken, mein Handy. Kurze Aufregung, aber zum Glück hat es jemand gefunden und abgegeben. Ab heute haben wir beim Essen immer die zweite Schicht und um 12:30 h sitzen wir mit einem anderen Paar zusammen am Tisch und essen einen sehr leckeren Quinoa-Salat. Am Fenster zieht ein See nach dem anderen vorbei, der Wald besteht jetzt zum größten Teil aus Nadelbäumen und dazwischen liegen immer wieder riesige Felsformationen. Ab und zu sieht man am Seeufer ein Haus oder auch mal drei. Um 17 Uhr gibt es eine Weinprobe, da bin ich natürlich dabei und Bryan macht das sehr unterhaltsam. Zwei Stunden später kommen wir in Winipeg an, aber weil wir für diese Uhrzeit auch zum Abendessen eingeteilt sind, reicht es nur noch für einen kleinen Verdauungsspaziergang auf dem Bahnsteig.

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5. November, unterwegs

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Um 7 Uhr klingelt der Wecker und wir machen uns fertig, um 8 Uhr wollen wir los. Unterwegs noch ein kurzer Schreck, meine Armbanduhr zeigt schon nach 9 Uhr an, aber zum Glück ist es erst nach 8 Uhr – die Winterzeit hat begonnen. Vorbei am Flatiron Building von Toronto gehen wir zum Bahnhof und essen einen lätschigen English Muffin mit Ei und Käse. Am Gleis 17 steht schon unser Zug und wir fragen einen Bahnangestellten nach Wagen 110, denn auf allen Wagen steht 000. Er schickt uns nach vorne, dort schnappt ein Porter unsere Koffer und weist uns mitten im Abteil zwei Sitzplätze zu. Verwirrt schauen wir uns an und beschließen nochmal zu fragen, kein leichtes Unterfangen, denn nun müssen wir gegen den Strom gehen. Wieder auf dem Bahnsteig werden wir nach hinten geschickt und dort stehen jetzt auch Nummern an den Wagen. Ismael, unser Porter, verspricht später unsere Koffer in den Gepäckwagen zu bringen und besorgt uns auf Nachfrage Tickets für die dritte Schicht für Mittag- und Abendessen. Unser Abteil ist wie eine kleine Schiffskabine, vor das Fach für das Handgepäck kann man einen Vorhang ziehen, damit nichts herunter fällt, es gibt viele aufklappbar Haken, eine kleine Toilette und ein winziges Waschbecken mit Abdeckung. Die zwei Sitzplätze sind frei verschiebbar und Boris stellt sie gleich so auf, dass wir das Fenster wie eine Kinoleinwand vor uns haben. Türe zu, das wird nun für vier Tage unser kleines Reich sein. Pünktlich um 9:55 h geht es los, wir lassen die Stadt hinter uns und rauschen bald vorbei an riesigen Birkenwäldern. Um 11 Uhr kommt der Aufruf zum Mittagessen für die erste Schicht, um halb eins ist die zweite Schicht dran und wir dürfen um 14 Uhr zu Tisch. Mittagessen besteht immer aus Suppe oder Saft, einem von vier Hauptgängen und zwei Desserts die man auch kombinieren darf. Um 14:30 h halten wir kurz in Perry Sound und um 16:45 h nochmal in Sudbury Junction, wo wir 15 Minuten Freigang haben. Dann geht die Reise weiter und gegen 19 Uhr kommt der Aufruf für das Abendessen: Salat oder Suppe und jeweils vier Hauptgänge und zwei Desserts zur Auswahl. Ich bestelle die Forelle die dann zwar ein Lachs ist, aber sehr gut schmeckt. Überhaupt ist das Essen sehr lecker und der Service ist sehr gut. Das war ein aufregender Tag und wir freuen uns auf unsere Betten. Leider hat Ismael uns wohl vergessen und er ist auch nirgendwo zu sehen, aber zum Glück finden wir einen seiner Kollegen der unser Abteil mit drei Handgriffen in ein Schlafabteil umwandelt. Die Matratzen sind fest und die Decken schön warm, am Kopfende gibt es eine Tasche für Wasserflasche und Buch, wir lesen noch ein bisschen und dann ist der erste Tag in „The Canadian“ vorbei.

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4. November, Toronto

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Auf unserer Touristenkarte sind noch zwei Sehenswürdigkeiten im Süden bzw. Südosten der Stadt eingezeichnet und dorthin machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Zuerst geht es zu einer alten Distillerie und dort sind wir sehr überrascht, denn das ganze Gelände ist zu einem Ort für Galerien, Läden, Cafés, und Restaurants geworden. Dazwischen immer wieder Kunst und alte Produktionsteile, recht touristisch, aber geschmackvoll gemacht. Wir schlendern herum und sind beeindruckt. Dann geht es weiter zum St. Lawrence Market, der alten Markthalle von Toronto. Auch hier sind viele Touristen and es gibt neben Lebensmitteln auch Souvenirs und Restaurants, im Gegensatz zu der neuen Halle gegenüber die nur Lebensmittel hat und deshalb weniger Touristen. Wir springen noch kurz an den Ontariosee und dann zurück zur Innenstadt, denn ich möchte Poutines, die Pommes mit Soße und Käse probieren (schmeckt ziemlich eklig). In der Stadt wird gegen den Krieg im Gazastreifen protestiert und es ist laut und voll. Wir gehen weiter zu einem Café auf der Queen Street, einem letzten Plattenladen und dann ist es auch schon Zeit fürs Abendessen. Zurück im Hotel packen wir Handgepäck (für im Abteil) und Koffer (für den Gepäckwagen) und dann ist es Zeit fürs Bett.

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3. November, Toronto

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Nach einem, für unsere Begriffe, normalen Frühstück ziehen wir los, dieses Mal auf der Queen Street, die auch von Ost nach West führt. Auch hier fällt uns die Mischung nicht nur von Alt und Neu, sondern auch von Klein und Groß auf. Wie in New York City gibt es viele Wolkenkratzer, aber die alten Gebäude dazwischen sind oft nur zwei- bis dreistöckig und sehen viel älter aus als in NYC. Was uns noch auffällt, ist der zivilisierte Umgang miteinander, es wird viel weniger gehupt, Autos halten an Zebrastreifen an, und das Personal in Restaurants und Cafés ist freundlich. Leider gibt es auch viele Obdachlose. Nach ein paar Plattenläden erholen wir uns in einem französischen Café mit sehr leckeren Backwaren und dann geht es weiter zu den Kensington Courts, einem Viertel mit vielen Thriftshops und schrägen Läden und danach zu einem kurzen Abschnitt der Baldwin Street mit kleinen internationalen Restaurants. Auf der Dundas Street sind wir gestern an einem Pub vorbei gekommen, der freitags ab 17:30 h live Jazz anbietet und da gehen wir als nächstes hin. Das Quintett besteht aus vier älteren Mitgliedern und einer jüngeren Saxophonistin, sie spielen gediegenen Jazz. Wir senken den Altersdurchschnitt des Publikums und steigern dafür das Band-Publikumsverhältnis. In der Pause setzt sich Duke zu uns. Er ist etwa Mitte achtzig, trägt einen Anzug mit eine Brokatweste einschließlich Taschenuhr, drei Krawattennadeln und einen Hut mit Feder. Er erzählt uns, dass er die alten Filme aus den 30-er Jahren mag und sich deshalb so kleidet. Dann fragt er wo wir herkommen. Als wir Deutschland sagen, schweigt er kurz und fragt dann ob wir jüdische Deutsche sind oder andere Deutsche. Wir sagen „andere Deutsche“ und er schweigt wieder kurz und beginnt dann sich für all die Menschen zu entschuldigen, die uns deshalb beleidigt haben. Wir geben ihm zu verstehen, dass wir deshalb noch nie beleidigt worden sind und er ist sehr erleichtert. Dann verabschieden wir uns von Duke, die Band ruft uns zu „Bis zum nächsten Mal“ und wir gehen gut gelaunt eine Pizza essen und dann zum Hotel.

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2. November, Toronto

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Gestern abend haben wir auf der Carlton Street den „Chew Chew Diner“ gesehen und dort begeben wir uns hin, um ordentlich zu frühstücken. Gut gesättigt gehen wir auf der Dundas Street entlang Richtung Westen, denn in dort soll es ein paar Plattenläden geben. Dass dann der Zweite gleich so groß ist, haben wir allerdings nicht erwartet. Und während Boris sich durch die Platten arbeitet, finde ich leider drei coole T-Shirts. Dabei wollte ich doch nichts mehr kaufen. In den dritten Laden gehe ich dann sicherheitshalber gar nicht mehr mit hinein und danach machen wir uns auf die Suche nach einem Café. Wir finden zwar viele kleine Restaurants mit Essen aus verschiedenen Ländern, aber der Kaffee muss heute leider einmal ausfallen. In einem Supermarkt kaufen wir Müsli, denn so ein großes Frühstück wollen wir nicht jeden Morgen essen und dann Bier in einen Beershop, denn inzwischen haben wir gelernt, dass es in Kanada im Supermarkt keinen Alkohol gibt.

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1. November, Toronto

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Um halb zwei kommen wir an der kanadischen Grenze an und werden aufgefordert uns mit unserem gesamten Gepäck am Schalter anzustellen. Alles läuft recht zügig ab und wir haben uns gerade wieder auf unseren Plätzen eingerichtet, als der Busfahrer verkündet, dass ein Fahrgast nicht einreisen darf. Da die Grenze mitten im Nichts liegt, wurde ihm ein Taxi bestellt und wir werden nun warten bis er abgeholt wird. 75 Minuten später geht es dann weiter und so landen wir in Toronto mitten im Berufsverkehr und kommen deshalb anstatt um 7:15 h erst um 8:45 h an. Noch leicht betäubt von der langen Fahrt gehen wir erst mal frühstücken und schauen im Café per WLAN nach, wie wir am besten zum Hotel kommen. Weil es zu Fuß auch nicht viel länger dauert, als mit Bus und Bahn machen wir von der Strecke Screenshots und uns dann auf den Weg. Das Hotel liegt in Cabbagetown, einem Viertel, das seinen Namen von den Iren bekommen hat, die hier in viktorianischen Zeiten gewohnt und im Vorgarten Kohl angepflanzt haben. Unsere Straße ist sehr ruhig mit, außer dem Hotel, nur Wohnhäusern, wir geben bei den netten Betreibern unser Gepäck ab und ziehen los, Toronto zu erforschen. Zum Glück ist die Innenstadt nicht weit entfernt und man kann sich gut am CN Tower orientieren. Gegen 16 Uhr trinken wir in „The Anachist“ einen Kaffee und gehen dann zurück ins Hotel um ein bisschen die Füße hochzulegen. Abends schlendern wir dann zur zwei Blocks entfernten Carlton Street, auf der sich mehrere Restaurants befinden und essen lecker thailändisch zu Abend.

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31. Oktober, Brooklyn

Die Wäsche ist gewaschen, Zimmer und Bad sind geputzt, die Koffer sind gepackt, die Pässe griffbereit und wir sind etwas wehmütig, aber auch aufgeregt, denn heute Abend geht es los nach Toronto. Es reicht noch auf einen kleinen Spaziergang und einen allerletzten Kaffee in „Der Pioneer“. Auf dem Rückweg gehen wir nochmal an dem Haus mit der verrückten Halloween Dekoration vorbei, wo inzwischen viele verkleidete Kinder auf fünf Uhr warten, denn da geht es offiziell los mit der Süßes-Verteilung. Auf den Gehweg vor dem Haus schreibt eine junge Frau Pro-Palästina Parolen. Daheim machen wir die Übergabe mit Eileen, sie gibt uns noch ein paar Snacks für unterwegs mit und dann müssen wir los. Der Bus fährt pünktlich um 21 Uhr los und wir richten uns so gut es geht für die zehnstündige Fahrt ein.