30. Oktober, Manhattan

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Ein Projekt steht noch auf meiner Liste, nämlich von einem Block der Church Avenue die Läden rechts und links zu fotografieren. Das ist manchmal etwas schwierig, weil hier zum Teil Vans und große Lastwagen parken. Aber ich bin schnell wieder daheim und erwische Boris bevor er loszieht und so fahren wir gemeinsam ein letztes Mal nach Manhattan. Wir schauen in ein paar Plattenläden hinein, dann fährt Boris nach Queens und ich gehe noch mal in den Chelsea Market und danach mache ich mich auf den Weg zu zwei Galerien mit Arbeiten von Louisa Bourgeois. Die erste Galerie hat leider montags zu und die zweite finde ich nicht, oder vielmehr steht unter der Adresse ein ganz normales Brownstone. Aber Kunst ist ja hier überall. Um halb vier treffen Boris und ich uns in einem Café auf der Amsterdam Avenue und anschließend schlendern wir durch die Dämmerung zur Haltestelle. Daheim hat Eileen eine köstliche Linsensuppe gekocht, wir machen einen großen Salat dazu und es wird ein sehr vergnüglichen Abend mit ihr und Francis.

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sdr

29. Oktober, Brooklyn

Langsam wird es Zeit auszusortieren und probezupacken, denn es sammelt sich doch so einiges an in sechs Monaten. Wir bringen unsere Bücher zurück zur Bibliothek und spenden die, die wir nicht mehr benötigen. Danach geht’s durch den Regen zum Café Martini und heim fahren wir über die schöne 7th Avenue. Das Pumpkinschnitzen im Freien mit den Nachbarn fällt leider wetterbedingt aus, deshalb schnitze ich alleine in der Küche während Boris Eileens Plattenspieler auf Vordermann bringt. Im „Thai Farm Kitchen“ esse ich wie immer Drunken Noodles und wir müssen der entzückenden Besitzerin versprechen, dass wir im Dezember nochmal kommen. Der Bus nach Hause hat eine halbe Stunde Verspätung und kurz nach 22 Uhr kuscheln wir uns vor dem Fernseher auf dem Sofa ein.

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28. Oktober, Brooklyn

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Die Sonne gibt noch einmal alles, es sollen 27 Grad werden und wir frühstücken ein letztes Mal auf der Terrasse. Mit Bus und Bahn geht es zur Fulton Street um nach einer Takke oder einer Kufi-Kappe, den muslimischen Kopfbedeckungen für Männer, zu schauen, damit es Boris im Winter daheim warm hat. Leider sind sie alle aus Polyester. Wir fahren weiter zum Greenpoint Park, denn dort findet heute eine Halloweenveranstaltung mit verkleideten Hunden statt. Es sind unglaublich viele Zuschauer gekommen und natürlich auch viele Hunde. Zum Teil tun sie uns etwas leid, denn bei diesen Temperaturen Fell und Kostüm zu tragen ist sicher manchmal unangenehm, aber die meisten Hunde scheinen ihren Spaß zu haben. Am anderen Ende des Parks gibt es noch einen Kunsthandwerkmarkt mit Musik und wir müssen über die gehäkelten Kürbisse schmunzehn. Und dann springen wir in den G-Train, der uns fast bis nach Red Hook bringt für eine letzte Schlemmerei. Wir beschließen den gemütlichen Nachmittag auf der IKEA-Fähre zur 39th Street in Manhattan und verabschieden uns von der Skyline auf der Hudson River Seite. Leider wird die Weiterfahrt etwas abenteuerlich, denn unser Bus fällt, vermutlich wegen Demonstrationen in Downtown Brooklyn, leider aus. Letztendlich nehmen wir einen völlig anderen Bus und bitten den Fahrer uns mitten auf der Strecke aussteigen zu lassen, das klappt wunderbar.

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27. Oktober, Brooklyn

sdr

Zwei Fahrten mit der Fähre habe ich noch auf meinem Zehnerkärtle, die wollen wir heute verwenden. Das Zehnerkärtle ist in einer App auf meinem Handy und die Tickets müssen vor Antritt der Fahrt aktiviert werden und sind dann zwei Stunden lang gültig und da wir immer noch keine SIM-Karte haben muss das entweder daheim oder an einem Hotspot unterwegs geschehen. Die Abfahrtszeiten der Fähren liegen im Durchschnitt 30 Minuten auseinander und die Anleger sind meistens nicht in der Nähe von Metro- oder Bushaltestellen, die Fährfahrt muss also genau geplant werden. Kurz nach 14 Uhr sitzen wir auf dem Oberdeck, freuen uns an den lustigen Fährenamen, lassen uns den Wind um die Nasen blasen und bald sind wir auch schon in Red Hook, denn wir sind „hooked on“ dem Cafe „Baked“, die Backwaren sind einfach köstlich. Während ich noch ein Weilchen die Sonne genieße, geht Boris zum zwei Blocks entfernten Plattenladen und als er wieder da ist schlendern wir hinüber zum „Cacao Prieto“, einer Empfehlung von Eileen, um ein bisschen Schokolade zu kaufen oder den vor Ort destillierten Rum zu kosten, aber sie haben leider bereits geschlossen. Weiter geht es zu „Sunny’s“, wir bestellen uns jeder einen Cocktail und lassen den Tag ausklingen. Zur Bushaltestelle nehmen wir den langen Weg, die Abendsonne bringt die Ziegel der alten Lagerräume und Fabriken zum glühen und wenn wir in New York City wohnen würden, dann wäre Red Hook von allen Locations ganz klar auf Platz eins.

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26. Oktober, Manhattan

sdr

Leider wird „Turnign Points of Modern History“ durch ein Zoommeeting ersetzt und deshalb werde ich die anderen Kursteilnehmer nicht mehr live sehen. Nach dem Kurs erledige ich noch etwas Papierkram und dann fahre ich zum Pier 11 um wieder mit der Fähre zur 90th Street zu fahren. Auf dem Weg komme ich an zwei Feuerwehrtrucks vorbei, die eine riesige amerikanische Flagge für eine Galveranstaltung aufhängen. Ich genieße die Sonne und denn Wind auf dem Oberdeck der Fähre, gebe dann in der Bibliothek noch schnell ein paar Bücher zurück, kaufe mir eine Kleinigkeit zu essen und gehe weiter zum Harlem Meer, einem der Seen im Central Park, denn dort findet heute die Pumpkin Flotilla statt. Dazu geben Kinder ihre Halloween Pumpkins ab und während sie basteln und gruseligen Geschichten lauschen, werden die Kürbisse mit Lichtern versehen und auf kleine Holzbrettchen gesetzt. Die Brettchen werden, mit einer Schnur verbunden, an einem Kanu befestigt und bei Eintritt der Dämmerung paddelt ein Parkangestellter einmal rund um den See. Das Ufer ist von großen und kleinen Zuschauern gesäumt, manche sind verkleidet und alle klatschen begeistert wenn das Kanu vorbei fährt. Mit den Lichtern der Stadt im Hintergrund hat das alles etwas Magisches.

sdr
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25. Oktober, Manhattan

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Um 6 Uhr klingelt mein Handywecker, ich ziehe mich leise an, mache mir einen Tee, schnappe mir noch einen Apfel und zwanzig Minuten später verlasse ich das Haus, denn ich will die Brooklyn Bridge bei Sonnenaufgang überqueren. Auf der Brücke ist schon ordentlich was los, Jogger, Menschen auf dem Weg zur Arbeit, und Touristen die wie ich Fotos machen. Ich trödele etwas herum weil es einfach so schön ist und muss mich deshalb sputen, denn um 8:08 h fährt meine Fähre vom Pier 11 zur 90th Street. Und dieses Mal stimmt die Abfahrtszeit, das Boot tuckert durch den East River und ich genieße den Ausblick auf die Stadt im Morgendlicht. Vom Anleger gehe ich Richtung Central Park, kaufe mir unterwegs noch einen Bagel mit Cream Cheese und einen Schokoladen Donut und mache es mir im Park auf einer Bank mit meinem Frühstück gemütlich. Eigentlich wollte ich Vögel beobachten, aber es ist schon nach 9 Uhr und der Park ist bereits sehr belebt. Ich lege mich unter einen Baum, sehe tatsächlich ein paar Vögel und lasse die Seele baumeln. Aber schon ruft das nächste Highlight, um 12 Uhr bin ich mit Verena noch einmal zum Lunch verabredet. Und dann geht es auch gleich weiter, denn wir Bewohner von 2104 Albemarle Terrace wollen uns im Yafa Cafe in Sunset Park in Brooklyn treffen. Nach einer köstlichen und ausgedehnten Kaffeepause fahren wir mit Eileen im Auto zurück und sie ergreift die Gelegenheit uns noch kurz durch einen Teil des riesigen Greenpoint Cemetary zu fahren. Auch er wurde von Frederick Law Olmstedt (dem Landschaftsarchitekten von Prospect Park und Central Park) entworfen und ist eine wunderschöne Parkanlage mit fantastischen Grabmälern. Kurz bevor wir daheim sind, machen wir noch einen Abstecher in die Seitenstraßen der Church Avenue wo sich die Bewohner der großen Villen auf Halloween vorbereiten, zum Teil mit Soundeffekten und bewegten Horrorfiguren. Das ist schon sehr beeindruckend. Boris und ich gehen weiter zum Burger Joint unserer Wahl und lassen es uns dort schmecken.

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24. Oktober, Manhattan

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Um 13 Uhr bin ich im Thieme Büro mit Björn, Claire, und Winston verabredet und gemeinsam gehen wir ins „The Chelsea Bell“ wo Janise bereits auf uns wartet. Ich bin schon sehr gespannt darauf zu erfahren, warum die anderen das Restaurant als wild bezeichnen. Here is the story: Hier hat wohl früher ab und zu eine kleine Jazz Combo gespielt und als die Kollegen eines Abends zum Essen hin gegangen sind, stand bei ihrem Betreten des Restaurants zufällig gerade der Trompeter auf um ein Solo zu spielen und dabei rutschte ihm die Hose herunter. Heute ist es hier eher ruhig. Nach dem Essen bummele ich zum MoMA, schaue noch kurz in die Museumsläden hinein und dann sause ich los, denn laut App fährt um 18:33 h die Fähre vom Pier 11 nach Red Hook los. Um 18:30 h bin ich da und frage eine der Fährbetreiber Angestellten nach dem Anleger nur um zu erfahren, dass die Fähre um 18:26 losgefahren sei. Anscheinend habe ich die App nicht richtig verstanden, aber da bin ich wohl nicht die Einzige, denn direkt nach mir stellen zwei junge Männer dieselbe Frage. Ergo ist die App blöd. Zum Glück fährt um 19:10 h noch eine Fähre und gegen halb acht bin ich im „Pioneer Works“, einem alternativen Veranstaltungsort mit Bar im Garten und einer sehr entspannten, coolen Atmosphäre. Dort soll heute Pippa Garners Buch „$ell Your $elf“ vorgestellt werden. Es ist eine sehr schräge Veranstaltung, teils echt witzig, teils aber auch etwas beängstigend und kurz bevor die Disco los geht, verabschiede ich mich und fahre heim.

sdr
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23. Oktober, Queens

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Wir wollen nochmal nach Jackson Heights in Queens und nachdem mein Kurs vorbei ist ziehen wir los um diverse Stopps abzuklappern. Zuerst geht es in den Drugstore der auch Dekoartikel hat, denn im Sommer haben wir dort eine kleine Meerjungfrau gesehen die wir für Eileen, die total auf Meerjungfrauen steht, kaufen wollen. Inzwischen steht überall Herbstdekomaterial herum, aber die Besitzerin des Ladens ist so nett und schaut kurz im Keller nach und wird tatsächlich fündig. Dann schauen wir noch in ein paar 99 Cent Läden hinein und kaufen Klebeband, Schnürsenkel und eine Weihnachtstasse. Und zur Krönung des Tages gibt es Kaffee und Kuchen im „Espresso 77“, einem unserer Lieblingscafés. Danach fährt Boris heim und ich fahre nach Manhattan und besuche endlich die NYC Central Library und schaue mir die Ausstellung mit, unter anderem, einer Gutenberg Bibel, einer Erstveröffentlichung von Shakespeares gesammelten Theaterstücken und, meinen Lieblingsexponaten, den Originalstofftieren von „Pu der Bär“ an. Danach fahre ich zur Grand Central Station um in der „Oyster Bar“ sechs Austern und einen halben Hummer zu essen und dann geht es heim.

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22. Oktober, Manhattan

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Der Grand Bazar ist der größte, regelmäßig stattfindende Flohmarkt in New York City und wir waren bisher noch nicht dort. Das holen wir heute nach und fahren in der poppig bemalten Linie 2 zu der hübschen alten Haltestelle an der 72nd Street in der Upper Westside. Am Anfang sind wir etwas enttäuscht, denn die ersten Stände verkaufen nur Streetfood gefolgt von Stände mit Kunsthandwerk, aber weiter hinten kommen dann doch noch „echte“ Flohmarktstände, sehr viele mit Vintagekleidung oder Schmuck, aber auch mit witzigen Sachen wie Mr Peanut und ein paar mit Schallplatten. Es dauert ein Weilchen bis wir alles angeschaut haben und als wir dann noch feststellen, dass die Columbus Avenue heute für den Autoverkehr gesperrt ist und deshalb unser Bus zum Fährenanleger nicht fährt, disponieren wir schnell um und fahren mit Metro und Bus nach Red Hook, denn wir haben im „Baked“ noch nicht alle süßen Teilchen probiert. Und während Boris zum Plattenladen fünf Häuser weiter geht, verliere ich mich im Backbuch der zwei Betreiber und lese nach wie man die beste Karamelsoße und Ähnliches zubereitet.

sdr
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21. Oktober, Manhattan

Eigentlich war mehr Regen angekündigt, aber als wir heute früh erneut googeln, sieht es schon viel besser aus. Wir gehen nochmal zu dem Thriftshop, dieses Mal mit Erfolg und wir finden sogar eine Mütze für Boris. Mit dem Bus fahren wir weiter zu „Der Pioneer“ um dort einen, wahrscheinlich letzten Kaffee zu trinken. Und weil das Wetter wirklich toll geworden ist, fahren wir zusammen nach Manhattan und Boris geht zu einem Plattenladen und ich mache mich auf dem Weg zum Carlyle Hotel um dort in Bemelmans Bar einen Manhattan zu trinken. Ludwig Bemelmans war ein Zeichner und Schriftsteller der vor allem für die „Madeline“ Kinderbücher bekannt wurde. Mitte der 40er Jahre beauftragte ihn das Management des Hotels, auf den Wände der Bar die vier Jahreszeiten in Manhattan darzustellen. Die Bar ist um halb sechs Uhr natürlich voll, so dass ich nur ein paar der Wandgemälde sehen kann, aber die sind sehr lustig und man erkennt, dass Bemelmans auch viel für „The New Yorker“ gearbeitet hat. Und es ist einfach nett in einer schönen Bar zu sitzen, einen leckeren Cocktails zu trinken und den Barkeepern und Gästen zuzuschauen.