30. September, Manhattan

dav

Der Regen hat aufgehört und draußen geht langsam wieder der übliche Wahnsinn der Sirenen und des Gehupes los. Boris ist immer noch erkältet und bleibt heute nochmal daheim. Micha fliegt morgen zurück nach Stuttgart und kommt auf einen letzten Kaffee vorbei. Um 14 Uhr fahren wir gemeinsam nach Manhattan, denn um 15:15 muss ich am Anleger von Pier 17 sein. Heute habe ich meine letzte GoCity Attraktion gebucht, eine 1,5 stündige Hafenrundfahrt auf einem großen Segelschiff. Eigentlich hätte ich gerne die Rundfahrt beim Sonnenuntergang gemacht, aber die war leider schon ausgebucht. Einige der anderen Passagiere sind schon da, ich setze mich dazu und schaue auf die Brooklyn Bridge und die Brooklyn Highline. Wir werden eingecheckt, es wird 15:30 h, aber es ist weit und breit kein Segelschiff zu sehen. Schließlich erklärt uns der Festmacher, dass das Schiff Motorprobleme hat und später kommen wird und irgendwann wird dann auch klar, dass die 15:30 h Cruise ausfällt. Man kann sich entweder den gezahlten Betrag zurück erstatten lassen, oder eine Cruise an einem anderen Tag buchen oder hoffen, dass der Motor noch repariert werden kann und die Cruise für 18 Uhr buchen. Diese letzte Option wähle ich natürlich, gehe zu einem Hotspot um Boris zu informieren und hole mir dann etwas zu essen. Um 17:30 h bin ich wieder am Anleger und nach ein paar weiteren Verzögerungen legen wir um 18:45 h zur Musik eines Posaunisten ab. So komme ich doch noch zu meiner Rundfahrt bei Sonnenuntergang. An Bord spielt ein Pianist leise Jazz, ich hole mir an der Bar einen Rum und genieße einfach nur Alles. Von all den tollen Attraktionen ist diese der krönende Abschluss, es ist einfach wunderschön die glitzernde Stadt vom Wasser aus zu sehen und die Zeit vergeht wie im Flug.

sdr
dav

27. September, Manhattan

hdr

Um 11:15 h mache ich mich auf den Weg zum „Mumbai Place“, einem indischen Restaurant, in dem sich heute 15 von uns Brooklyn Lifelong Learners zum Lunch treffen wollen. Viele sind schon seit Jahren dabei und für mich als Spät-Dazugekommene ist es schön die anderen mal live kennen zu lernen, denn die Hälfte meiner Kurse findet ja per Zoom statt. Es ist eine sehr lebhafte Gruppe, es wird viel gelacht und das Essen ist auch sehr lecker. Danach schlendere ich die Vanderbilt Avenue entlang und schaue in einige der kleinen Läden rein, fahre anschließend nach Manhattan um dort noch ein bisschen herum zu bummeln und bin dann pünktlich um 17:30 h in den Hudson Yards vor „The Edge“. Boris und Micha sind kurz darauf auch da und da das mit dem Buchen der Aussichtsplattform nicht geklappt hat, gehen wir nach Koreatown um noch etwas zu trinken. Micha geht weiter zu einem Konzert und wir fahren heim, denn Boris ist ziemlich erkältet.

hdr
hdr

26. September, Manhattan

Es ist immer noch perfektes Museumswetter und wir machen uns auf den Weg zum Metropolitan Museum of Art um uns dort die Abteilung Contemporary and Modern Art anzuschauen. Die Idee für dieses Museum entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Paris und es wurde schnell mit dem Bau begonnen. 1870 war die Eröffnung und 1902 war die Beaux Art Fassade, wie man sie heute kennt, fertig. Über die Jahre kamen immer mehr Erweiterungen dazu, das Museum hat zur Zeit eine Ausstellungsfläche von über 185 000 qm und man hat errechnet, dass es ca. zwei Monate dauern würde alle Exponate anzuschauen. Soviel Zeit haben wir leider nicht mehr, wir gehen durch die Halle mit antiken Statuen, vorbei an Pre-Raphaeliten (obwohl ich hier gerne noch etwas geblieben wäre) und landen, nach wiederholtem Durchfragen, schließlich bei der zeitgenössischen Kunst. Der obere Stock ist noch überschaubar, aber einen Stock tiefer ist die Fläche viel größer und wir sind am Ende völlig erschöpft von all den Eindrücken. Hier ist wirklich alles vertreten was man aus Textbüchern kennt. Wir fahren zurück zur Amsterdam Avenue und erholen uns in einem sehr netten kleinen Café mit freundlichem Service und leckeren Schoko Cookies.

29. September, Brooklyn

„Emergency Alert“ steht groß auf meinem Handy Display. Ophelia ist in New York City angekommen und hat ziemlich viel zum Stillstand gebracht. Nur die oberirdischen Streckenabschnitte der Metro werden befahren, was bedeutet, dass viele Kinder, die frühmorgens zur Schule gefahren sind, keine Möglichkeit haben nach Hause zu kommen. Auf den Parkways und Expressways steht das Wasser zum Teil so hoch, dass die Autos fahrunfähig geworden sind. Der Flugverkehr ist fast komplett zum Erliegen gekommen. Wäschewaschen ist bis auf Weiteres verboten, um den Abfluss des Wassers nicht noch weiter zu belasten. Der See im Prospect Park ist übergelaufen und hat sich in die Coney Island Avenue ergossen. Es bleibt uns nichts anderes übrig als es uns gemütlich zu machen, Boris ist sowieso noch krank und am Nachmittag ist es zum ersten Mal seit wir hier wohnen fast ganz still, es ertönen kaum Hupen oder Sirenen.

28. September, Manhattan

dig

Mein Bus fährt mir vor der Nase weg und weil man nie weiß, wann der nächste kommt, beschließe ich mich zu Fuß auf den Weg zum Campus zu machen. Das war leider keine gute Idee, ich habe alle Stadtpläne daheim gelassen, verlaufe mich ziemlich und komme zehn Minuten zu spät. Nach der Vorlesung gehe ich nochmal kurz nach Hause um besser vorbereitet nach Manhattan rein zu fahren. Auf der Church Avenue fährt die Buslinie B35, aber manchmal kommt recht lange kein Bus und so ist das Geschäftsmodell der Privatbusse entstanden. Das sind entweder ausgemustert Polizeifahrzeuge oder alte Vans die für $1 bis $2 Fahrgäste, welche es eilig haben, mitnehmen. In Manhattan will ich zu einem japanischen Donuts Café, muss aber, dort angekommen, leider feststellen, dass es für immer geschlossen hat. Auf dem Weg komme ich an einem Wohnheim vorbei, vor dem viele Männer Schlange stehen und zwei Blocks weiter an einem Verwaltungsgebäude der Heilsarmee — vielleicht gehören sie ja zusammen. Mit dem Bus fahre ich zur 34th Street um mit der Fähre nach Brooklyn hinüber zu fahren, denn ich hatte ganz optimistisch ein Zehnerkärtchen gekauft, welches ja verfahren werden will. Leider klappt es nicht mit dem WLAN und ich kann mein Kärtchen nicht aktivieren. Inzwischen regnet es wieder und wahrscheinlich sehe ich recht verloren aus, denn der Kontrolleur lässt mich umsonst mitfahren — wie nett.

dig
dav

24. September, Manhattan

dav

Ophelia heißt der tropische Sturm, der uns den Regen und die heftigen Winde bringt. Ich bin mit Verena und Björn vor dem Museum for Natural History verabredet und schaue mich erst mal an der Haltestelle mit den Mosaiken und Bodeneinlegearbeiten satt. Verena Sohn ist im Museum auf einem Geburtstagsfest und wenn es weiter regnet haben wir Erwachsenen ebenfalls einen Museumsbesuch geplant. Leider haben sehr viele New Yorker dieselbe Idee und wir entscheiden uns spontan dagegen, im Regen in der Schlange zu stehen und gehen lieber etwas trinken. Es wird dann ein sehr netter und entspannter Nachmittag.

dav
dav

25. September, Brooklyn

dig

Der Sturm plagt uns noch immer, auch wenn es heute größtenteils nur nieselig ist. Gegen 12 Uhr mache ich mich auf den Weg zur Park Slope Library um das Buch für meinen Kurs am 3. Oktober auszuleihen. Auf dem Heimweg bemerke ich, dass einige Geschäfte in unserer Hood geschlossen haben und hoffe, dass das nicht wegen dem Sturm so ist. Micha hatte uns schon vorher geschrieben, dass er uns als Gäste für die Montage-Veranstaltung „Live aus New York City“ via Facetime braucht und wir haben uns natürlich bereit erklärt mitzumachen. Eigentlich war als Location ein Café oder Plattenladen geplant, aber es wurde dann schnell klar, dass das keine so gute Idee ist und deshalb haben wir unser Zuhause vorgeschlagen. Micha kommt um halb zwei um alles vorzubereiten und um drei Uhr geht’s los. Aus der Warte des Touristen beantwortet er Fragen zu warum New York City, wie teuer ist es hier und wie gefährlich und ähnliches und zeigt Fotos die er gemacht hat. Auch wir erzählen natürlich ein bisschen, zum Beispiel wie man ein Visa für sechs Monate bekommt. Nach einer Stunde ist die Montage vorbei und wir beginnen zu recherchieren wo wir zu Abend essen werden. Das Restaurant unserer Wahl gibt es leider nicht mehr, deshalb gehen wir wieder einen Veggi-Burger im Lokal fünf Straßen weiter essen.

dav
sdr

23. September, Manhattan

dav

An den Samstagen findet bis Anfang November der Salvation Army Flohmarkt in Harlem statt. Bei strömenden Regen machen wir uns auf den Weg und Micha kommt unterwegs dazu. Leider stehen wir dann aber vor verschlossenen Türen, denn es ist ein OpenAir Flohmarkt. Also weiter zum nächsten Programmpunkt, dem Museum in Weiß und Gold, dem Guggenheim. Wir können unseren GoCity Pass einsetzen, sind dann jedoch etwas überrascht, als wir die Menge an Holzkisten sehen, die im Eingangsbereich stehen. Man erklärt uns, dass in den Kisten alle Exponate verpackt sind, denn die Spirale muss gestrichen werden und wird deshalb zur Zeit nicht bespielt. Es ist toll, sie mal ganz in weiß zu sehen. Die Nebenräume beherbergen ein paar Werke aus der permanenten Ausstellung und eine Sonderausstellung mit Werken koreanischen Künstler. Nach einem Kaffee ziehen Boris und Micha weiter zu diversen Plattenläden und ich gehe durch den Regen zwanzig Straßen nordwärts um mir das Museum of the City of New York anzuschauen. Es ist, wie die meisten amerikanischen Museen, sehr gut gemacht und man wird auf leichte Art informiert. Danach fahre ich mit dem Bus wieder Richtung Süden um die Metro heimwärts zu erwischen. Ich kaufe noch schnell ein bisschen ein, denn wir wollen zu dritt kochen und zu Abend essen.

dig
hdr

22. September, Brooklyn

hdr

Während Boris sich mit Micha trifft um in einen Plattenladen rein zu schauen, habe ich Zeit meine Blogeinträge der vergangenen Tage zu schreiben. Um 13 Uhr sind die zwei wieder da und wir wollen Micha „unser“ Brooklyn zeigen. Zuerst fahren wir zur Central Library wo immer noch die Jay-Z Ausstellung zu sehen ist. Weiter geht es zu einem kleinen italienisch-hispanischem Café, anschließend bummeln wir durch DUMBO, machen noch einen Spaziergang durch den Brooklyn Bridge Park und dann beenden wir den Tag in unserem Lieblings-Thai Restaurant.

dig
dig

21. September, Brooklyn

sdr

Es ist Donnerstag und da habe ich ja von 13 Uhr bis Viertel vor 16 Uhr Kurse. Davor fahre ich noch kurz nach Brighton Beach um Cranberries und Walnüsse zu kaufen und danach zum Aldi um Käse, Rosinen, und saure Gürkchen zu kaufen. Auf dem Campus gibt es einen Bake-Sale für ein Studentenprojekt und ich erstehe noch zwei Muffins und eile dann hoch in den vierten Stock zur Vorlesung über Darwin. Leider ist die Klimaanlage hoch gedreht und nach zwei Kursen bin ich völlig durchgefroren. Nächste Woche komme ich mit langer Hose, Jacke und Schal. Daheim wärme ich mich im Garten bei einem Käsebrot etwas auf und fahre dann nach Manhattan in den Meat Packing District um mich mit Alex, einer ehemaligen Kollegin, zu treffen. Wir gehen in ein französisches Lokal und es wird ein sehr lustiger Abend.

hdr
dig