10. September, Brooklyn

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Es regnet, was für ein herrliches Geräusch. Wir werden den Tag zum Wäschewaschen und Faulenzen nutzen und ich auch zu einem Telefonat mit Fritz und Janine. Als es auf 15 Uhr zugeht, machen wir uns per Metro auf den Weg zum „Milk & Honey“, einem Café das uns unser Mitbewohner Lukas empfohlen hat. Es liegt in einer eher ruhigen Ecke und ist sehr gemütlich. Da der Regen der Sonne gewichen ist, machen wir uns zu Fuß auf den Heimweg. Die Bebauung hier ist bunt gemischt, es gibt ein paar Appartmenthäuser und ein paar nette kleine Reihenhäuser und viele, großteils sehr gepflegte, frei stehende Häuser. Wieder auf der Church Avenue schauen wir noch in ein paar Läden rein und schon sind wir zu Hause.

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9. September, Manhattan

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Jedes Jahr veranstaltet das „New York Transit Museum“ an zwei Tagen die „Parade of Trains“. Vom Kings Highway bis nach Brighton Beach kann man heute und morgen mit einer normalen Fahrkarte in alten Zügen hin und her fahren und das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Was für ein Spaß! Danach geht es gleich weiter zur nächsten Transport Attraktion, der New York City Ferry. Vom Pier 11 an der Wall Street fahren wir hinüber zum Governors Island, denn dort soll heute ein Blues Festival statt finden. Leider wird es immer regnerischen, so dass wir nur einen kleinen Spaziergang über die Insel machen, diverse Kunstwerke an den Häusern anschauen und nach einem Kaffee die nächste Fähre nach Red Hook in Brooklyn nehmen. Beim Landen kommen wir an der „Mary A. Whalen“ vorbei, die mit #RethinkEDC für Education for Democreatic Citizenship wirbt. Dahinter steckt die Organisation „PortSide“, der es darum geht die Politik an gegebene Versprechen, wie zum Beispiel die Renovierung der Bibliothek in Red Hook, zu erinnern. Und zum großem Glück von Boris ist in Red Hook auch der letzte Plattenladen auf seiner Liste und es ist ein sehr netter Laden.

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8. September, Manhattan

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Für meinen „Zeitgenössische Literatur“ Kurs habe ich mir ein Buch bestellt und das werde ich heute in der Battery Library abholen. Aber zuerst gehe ich in die Jefferson Market Library für Boris ein Buch ausleihen. Unterwegs fällt mir wieder auf, wieviel Künstlerisches es überall zu sehen gibt, schöne Fenster in der Bibliothek, Mosaike an den Haltestellen oder Spray-Art auf dem Gehweg. Auf dem Weg zur Battery Library fängt es an zu nieseln und nachdem ich mein Buch abgeholt habe, beschließe ich nicht mehr zur Upper Eastside zu fahren sondern es mir in einem Café in TriBeCa ein Weilchen mit dem Buch gemütlich zu machen. Und danach fahre ich heim.

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7. September, Staten Island

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Eigentlich wollten wir heute mit unseren GoCity Pässen in den Botanischen Garten, aber nachdem ich gesehen habe, dass die Fahrt alleine ein und dreiviertel Stunden dauert, schlage ich eine Zugfahrt durch Staten Island vor. Bei vorhergesagten 34 Grad vielleicht auch die bessere Idee. In dem schönen alten Anlegergebäude sind heute Eventräume und ein Restaurant drin, denn selbst mitten am Tag und umter der Woche fahren so viele Menschen mit der Fähre, dass es sicher eine gute Idee war ein neues und größeres Anlegergebäude zu bauen. Wir steigen vom Schiff direkt in den Zug um und fahren 40 Minuten durch kleine Orte und ganz viel Natur. Staten Island ist der einzige Borough der nicht aus Stadtteilen wie East Village oder Brooklyn Heights besteht, sondern aus abgegrenzten kleinen Ortschaften. An der Endstation Tottenville steigen wir aus und sind erstmal etwas verwirrt, denn wir sehen keine Straßenschilder. Aber sofort hält ein Auto an und zwei Frauen fragen, ob sie uns helfen können, wo wir herkommen, und warum wir hier sind. Wir antworten mit „gerne, wir suchen die Main Street“, „aus Deutschland“, und „zum Umschauen und einen Kaffee trinken“ und erhalten die gewünschten Informationen und noch beste Wünsche für einen schönen Tag. Außerdem wissen wir jetzt, dass wir jegliche bösen Absichten sofort vergessen können, denn hier bleibt nichts unbeobachtet. Tottenville ist ein verschlafenes Städtchen, an vielen Häusern weht die amerikanische Flagge, die Männer, die vor dem Frisör sitzen, grüßen freundlich und die junge Frau im Café ist ganz aufgeregt über die Tatsache, dass Kundschaft gekommen ist. Wir trinken entspannt unseren Kaffee und gehen dann noch ein bisschen durch den Ort vorbei an einer der 67 Bibliotheken die zwischen 1901 und 1923 in NYC mit Geldern der Carnegie Stiftung gebaut wurden. Und dann fahren wir nach Hause. Mit Bus, Bahn und Schiff waren wir heute insgesamt fast vier Stunden unterwegs.

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6. September, Brooklyn

Zum Auftakt des Tages telefoniere ich ausführlich mit Ralf und Jürgen, wie schön mit Ihnen zu schnacken und sie zu sehen. Und weil es auf der Terrasse hinterm Haus so angenehm ist, bleibe ich sitzen, trinke gemütlich einen geeisten Kaffee und lese mein Buch zu Ende. Gegen 14 Uhr wird es zu heiß, aber auch zu spät jetzt noch großartig irgendwo hinzugehen. Also lümmele ich herum bis Boris heim kommt. Wir machen Gazpacho und packen ihn und etwas zu trinken ein, denn heute Abend ist wieder Kino im Freien und sie zeigen den wunderbaren Film „Everything, Everywhere, All at Once“.

18. August, Manhattan

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Über Harlem weiß ich wenig und in meinen Büchern steht leider auch nicht viel, deshalb fahre ich einfach mal los und schaue was kommt. An der 125th Street steige ich aus und bin gleich mitten im Getümmel, Straßenverkäufer säumen den Gehweg und überall läuft Musik. Ich bleibe an einem Stand mit Dutzenden von Flaschen, die mit verschiedenen farbigen Flüssigkeiten gefüllt sind stehen, und frage was drin ist. Der Verkäufer ist sehr nett und erklärt mir radebrechend und gestikulierend, dass es sich um bekannte Parfüms handelt, die man sich abfüllen lassen kann. Ich bedanke mich und gehe weiter Richtung „Greater Refuge Temple“, einem ehemaligen Kino dessen Exterieur 1966 von Costas Machlouzarides umgestaltet wurde. Wie toll, dass Kirchen auch mal von außen so bunt sein können. Beim Weitergehen komme ich an drei älteren Herren vorbei die bei „My Girl“ von den Temptations mitwippen. Ganz beschwingt lache ich sie an und stimme ihnen mit dem Daumen hoch zu und sie lachen zurück. Mein letzter Stopp ist der „Mount Morris Fire Watchtower“ auf dem Gipfel des Marcus Garvey Parks. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in New York City elf dieser gusseisernen Türme. Bemannt von Volontären, wurden die Anwohner im Falle eines Feuers, per Glocke gewarnt und konnten die Gebäude so rechtzeitig evakuieren. Weil der Harlem Watchtower mitten im Park steht, musste er nicht Platz machen für Wohn- oder Bürogebäude und ist heute eine denkmalgeschützte Attraktion. Ich gehe weiter durch den Park und beschließe meine Harlem Tour bei der Bandshell wo ich Anfang Juli ein Konzert erlebt habe. Hier kenne ich mich also bereits aus, ein schönes Gefühl.

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5. September, Brooklyn

Der Sommer hat noch mal richtig durchgestartet, perfekt für einen Tag am Strand. Boris ist kein Strandmensch, daher ziehe ich alleine mit Schirm und Stuhl und Buch nach Brighton Beach los. Der Strand ist mäßig belebt und ich habe viel Spaß beim Beobachten. Zwei alte Damen aus Russland oder der Ukraine gehen vorbei, sie schnacken und lachen und machen nebenher Armgymnastik. Ein paar Familien sind da und die Kinder bauen riesige Sandburgen. Es herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre. Ab und zu schwimme ich ein bisschen um mich abzukühlen und um 14 Uhr hole ich mir im Supermarkt von dem riesigen Buffet ein paar Leckereien. Es tut gut, einfach mal mit Zeit am Meer zu sein.

4. September, Brooklyn

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Es ist Labor Day, der letzte sommerliche Feiertag. Ab jetzt darf man laut Ms Manners keine weißen Schuhe und keine weißen Handschuhe mehr tragen. In Brooklyn findet heute die West Indian Day Parade statt. Wir sind etwas spät dran und wollen mit dem Bus direkt zum Endpunkt fahren, aber auf halber Strecke müssen wir aussteigen, denn die Straße ist gesperrt. Am Prospect Park entlang gehen wir Richtung Grand Army Plaza und fragen unterwegs ein paar gutgelaunte Polizisten ob es eine After-Parade-Party gibt. Sie bestätigen lachend, dass auf jeden Fall noch was los sein wird. Wir erwischen noch ein paar letzte Floats und dann entwischen wir dem Gewimmel und genießen in einem kleinen Café eine Zitronenschnitte zu unserem Kaffee. Um 16 Uhr machen wir uns auf den Heimweg, nicht ahnend, dass alle großen Straßen gesperrt sind und deshalb auch keine Busse fahren. Überall wird gefeiert, es läuft Musik, es wird gegrillt und die Stufen der Brownstones sind besetzt. Schade, dass wir vom Herumirren ziemlich erschöpft sind und deshalb auch erfreut auf die Metrostation zueilen und nach Hause fahren. Zwanzig Minuten haben wir für den Hinweg benötigt und zwei Stunden für den Rückweg.

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3. September, Manhattan

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In der Nähe vom Washington Square ist heute und morgen eine Art Fair und Maler, Töpfer, und Goldschmiede haben ihre Werke ausgestellt. Am Park sitzt ein ungefähr acht-jähriger Junge mit verschiedenen Bildern und einem Schild, auf dem er erklärt, dass er per YouTube zeichnen lernt und hier seine Bilder verkauft. Um den Square herum gibt es viele Gebäude der NY University, unter anderem auch das Deutsche Haus und das Französische Haus, die beide in den Washington Mews liegen. Auf dem Weg zur Metrostation fotografiere ich noch ein paar abgefahrene Stiefel und wir lauschen ein Weilchen einem älteren Herrn der mit Talent und Spaß Cole Porter Songs singt. Weil es heute sehr heiß ist, haben wir beschlossen mit unserem GoCity Pass ins Whitney Museum zu gehen und sind begeistert von den tollen Ausstellungen. Anschließend schlendern wir noch hinüber zum Little Island, aber dort ist es sehr voll und daher machen wir uns auf den Heimweg.

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2. September, Brooklyn

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Es gibt ungefähr 500.000 Katzen in NYC. Auch in unserer Nachbarschaft gibt es einige, leider viele die auf der Straße leben, oft schlechte Erfahrungen gemacht haben und deshalb sehr scheu sind. Eileens Backyard wird manchmal von einem kleinen grau-schwarzen Tiger besucht, öfter von einem kleinen Panther und seit neuestem auch von einem schwarz-weißen Kater mit zerfetztem Ohr. Da Eileen allergisch ist ermuntern wir die Besucher natürlich nicht, aber wir freuen uns sehr, als wir beim Frühstück auf dem Zaun den Schwarz-Weißen entdecken. Er rennt auch nicht gleich weg, als wir erscheinen, sondern bleibt ganz entspannt liegen. Bei unserer Einkaufsrunde sehen wir ihn dann wieder und das war dann auch schon das Highlight unseres Tages.