08. August, Manhattan

Nach Roosevelt Island kommt man auch heute noch, trotz Subway-Verbindung mit der Seilbahn, die hier Tram genannt wird. Als die Insel noch Welfare Island hieß und im Wechsel oder zum Teil auch gleichzeitig mit Strafanstalten und Krankenhäusern bebaut war, war der Zugang nur über einen Aufzug von der Queensboro Bridge, welcher 1955 durch eine Hebebrücke ersetzt wurde, möglich. Ende der 60er Jahre beschloss man die Insel als Wohngebiet zu erschließen und 1976 wurde als Übergangslösung „The Tram“ eröffnet. Als 1989 die Subway begann zur Insel zu fahren, war die Tram bereits zur Touristenattraktionen avancierte und durfte bleiben. Der Ausblick aus der Luft ist wirklich überwältigend und da ein Teil vom Cornell University Campus auf der Insel ist, ist es hier sehr entspannt. Zurück auf der großen Insel Manhattan fahren wir zu Macy’s, der 1858 gegründeten und mittlerweile größten Kaufhauskette der USA. Landesweit gibt es mehr als 700 Macy’s, aber das Kaufhaus in NYC ist mit 116.000 qm natürlich das Größte.

07. August, Brooklyn

sdr

Wir wagen einen neuen Versuch eine IDNYC zu bekommen und stehen um 8:40 h vor der Central Library. Um 9 Uhr gehen die Türen auf und wir kommen auch schnell dran. Leider müssen wir unseren Mietvertrag auf Papier vorlegen und als wir den Ausdruck dann haben, werden nur noch Antragsteller mit Termin dran genommen. Wir bekommen aber endlich einen Termin und sollen am 28. August wieder kommen. Und wenn wir schon mal da sind, wollen wir gleich einen Bibliotheksausweis für Boris machen lassen. Eine schöne Überraschung, es gibt für jeden von uns noch einen extra Souvenir Ausweis mit Jay-Z drauf dazu. Wir fahren heim um zu frühstücken und während Boris wieder auf Plattenjagd geht, treffe ich mich mit Joyce zum Kaffee. Sie ist eine liebe Kollegin aus dem Thieme New York Büro und die Zeit mit ihr vergeht wie im Flug. Auf dem Heimweg freue ich mich an den Haltestellen und daheim fange ich endlich an meinen Rock zu nähen. Boris kommt um 18 Uhr nach Hause und überrascht mich mit einem Cranberry-Walnuss-Brot.

dig

06. August, Brooklyn

sdr

Am Sonntag ist immer ein kleiner Markt auf der Cortelyou Road nicht weit von uns. Außerdem soll es dort nette Läden und viele kleine Restaurants geben. Das Wetter ist perfekt und der Weg sehr entspannt, wir sehen einen uralten Buick und entdecken nette Details an einer Scheune. Auf dem Markt kaufen wir Äpfel und ich kaufe ein Second Hand T-Shirt und bekomme ein paar Strümpfe dazu geschenkt. Der Rückweg führt uns an ein paar Yard Sales vorbei und abschließend trinken wir noch einen Kaffee bei „Der Pioneer“. Am Abend lädt uns Frances, der Freund unserer Vermieterin Eileen, zum thailändisch essen ein, was für ein schöner Sonntag.

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05. August, Manhattan

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Boris geht heute nochmal nach Greenpoint und ich will ein bisschen durch die Läden im Fashion District, dem Bereich zwischen 7th Ave und 8th Ave und 34th St und 42nd St, stromern. Dort gibt es die meisten Stoffläden in Manhattan und sehr viele Läden die Knöpfe, Bänder, Reißverschlüsse und ähnliches verkaufen. Zum Glück wohne ich nicht in New York City, sonst würde ich hier sicher wöchentlich einkaufen. So halte ich mich zurück, kaufe ein paar Fransen und Perlseide (made in Germany) und staune über die glitzernden Stoffballen. Mitten zwischen all den Stoffläden liegt ein kleines Geschäft für handgerollte Zigarren. Langsam bekomme ich Hunger und beschließe zurück nach Brooklyn zu fahren und auf dem Kings Highway nach einem Deli Ausschau zu halten, bei dem ich ein Reuben Sandwich (Corned Beef, Emmentaler und Sauerkraut auf einem Roggenbrötchen) bekomme. Leider habe ich kein Glück und es wird wieder ein Pastrami Sandwich. Ich esse es an der Bushaltestelle (Hunger!) und unterhalte mich nebenher mit einer Frau die drei Ballons in einer Tüte transportiert. Sie ist auf dem Weg ins Krankenhaus um ihre Mutter zu besuchen. „Bye honey“, ruft sie mir beim Aussteigen zu. Den Rest des Tages verbringe ich in Brighton Beach um noch ein paar Sonnenstrahlen einzufangen und den Lifeguards beim Muskeln spielen lassen und den Kindern beim Sandeln zuzuschauen.

dav
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04. August, Brooklyn

sdr

Wenn man nur eine Woche in New York City ist, verbringt man die meiste Zeit wahrscheinlich in Manhattan. Einmal mit der Fähre nach Staten Island und gleich wieder zurück, einmal zu Fuß über die Brooklyn Bridge, mit der Metro nach Coney Island, das sind dann schon Ausflüge. Genau so habe ich es beim letzten Urlaub im Big Apple gemacht. Deshalb genieße ich es jetzt auch zu sagen, „Lass uns nach Greenpoint fahren, da kenne ich eine gute Bäckerei.“. Und dann sitzen wir erst im Bus und dann 32 Minuten in der Metro und schon sind wir in einer Art Kleinstadt mit Holzhäuser und einer alten Drogerie mit polnischen Produkten und der Bäckerei in der viele ältere Kunden mit der jungen Verkäuferin auf polnisch reden. Wir gehen eine Straße entlang zu einer großen leeren Fläche direkt am East River auf der am Wochenende ein kleiner Flohmarkt stattfindet. Dort haben drei der alten Lagerhäuser ihre Wände zum Teil weiß gestrichen, denn dies is das örtliche Drive-in, wo von Donnerstag bis Sonntag zwei aktuelle und im täglichen Wechsel ein älterer Film gezeigt werden. Wir trinken in einem verwunschenen kleinen Garten einen Kaffee und Boris plant die beste Strecke um all die vielen Plattenläden zu erforschen. Ich schlendere noch ein bisschen alleine durch die Straßen und dann fahre ich heim.

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03. August, Manhattan

Dieses Foto zeigt unseren Chip mit dem wir ins Spyscape, das Museum für Spionage dürfen. Dies ist die erste unserer Attraktionen die wir mit dem GoCity Pass besuchen. Das Museum ist toll gemacht, man kann sich den Aston Martin DB5 von 007 in „GoldenEye“ anschauen (aber leider nicht damit fahren) und die Fialka, eine russische Chiffriermaschine aus der Zeit des kalten Krieges. An verschiedenen Stationen kann man sein Talent fürs Spionieren testen, einen Lügendetektor ausprobieren und Überlebens-Tipps als Spion bekommen. Das war ein super Erlebnis und wir fahren noch ganz erfüllt nach Coney Island, gehen kurz über den Boardwalk um dann von der futuristischen „Aquarium“ Haltestelle aus rüber nach Brighton Beach zum Einkaufen zu fahren.

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2. August, Brooklyn

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, denn heute ist mein erster Tag mit den „Flatbush Buchkindern“. Um 14:30 h soll es losgehen, kurz nach zwei Uhr bin ich da und Olivia, die Kinderbibliothekarin, bringt mich in die Kinderbibliothek. Mitten im Raum stehen vier große Tische und an dreien davon sitzen jeweils ungefähr zehn Kinder die in der Sommerschule sind und hier Hausaufgaben machen. Der vierte Tisch ist für uns reserviert und es kommen auch gleich fünf Kinder und setzen sich zu uns. Drei bis vier Kinder hatten wir vereinbart können teilnehmen und wenn Olivia mit betreut noch ein bis zwei Kinder mehr. Die Altersgruppe sollte sieben bis acht Jahre sein. Es kommen immer mehr Kinder dazu, schnell wird ein zweiter Tisch aufgebaut und am Ende sind es zwanzig Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren die, bis auf die ersten fünf, die Begrüßung verpasst haben und deshalb auch gar nicht wissen was wir hier machen. Sie sind alle total lieb und mit Feuereifer dabei, aber mir wird schnell klar, dass dies ein anderes Projekt geworden ist als geplant. Ich nehme Olivia etwas zur Seite um ihr zu sagen, dass dies alles zwar riesig Spaß macht, aber nicht unbedingt dazu führt, dass die Kinder mit einem eigenen Buch nach Hause gehen. Und dass es mir wichtig ist, dass am Ende niemand enttäuscht ist. Nach anderthalb Stunden fange ich an die Farben, Pinsel und Buchstaben wegzuräumen und Olivia wischt die Tische ab. Dabei sagt sie mir, dass wir nächsten Mittwoch einen eigenen Raum haben werden. Sie hatte wohl nicht mit so vielen Kindern gerechnet. Es war ein sehr aufregender aber trotzdem wunderschöner Nachmittag. Ich kaufe noch ein bisschen ein und koche Borscht und weil Boris auf einem Konzert ist, esse ich mit Eileen zusammen zu Abend.

1. August, Queens

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In Jackson Heights in Queens soll es mehr verschiedene Nationalitäten geben als sonst irgendwo auf der Welt. Hispanisch-mexikanisch, indisch, chinesisch — alles ist bunt gemischt, es ist sehr quirlig und unglaublich lebendig. Auf der 37th Avenue werden in den brasilianischen und kolumbianischen Boutiquen Jeans und Unterwäsche mit fake Bundas, gepolsterten Hinterteilen, verkauft. Geht man zwei Straßen weiter an wunderschönen Wohngebäuden mit privaten Innengärten vorbei, ist alles ruhig und die Straße ist für den Verkehr gesperrt und gehört den Fußgängern. An einer Ecke sind die Buchstaben auf einem Straßenschild mit kleinen Zahlen versehen, denn hier wohnte in den 40er Jahren Alfred Butts, der Erfinder von „Criss Cross Words“ das später als „Scrabble“ bekannt wurde.

sdr
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31. Juli, Manhattan

dav

Wir haben den Wecker auf 8 Uhr gestellt, damit wir vor 9 Uhr im Bürgerbüro in den Central Library sind um unsere NYID zu beantragen. Damit wären wir offiziell NYC Residents und hätten in manche Museen freien Eintritt. Leider ist die Vorgesetzte krank und nur Anträge mit Termin werden bearbeitet und Termine gibt es erst wieder im Herbst. Boris geht enttäuscht nach Hause und ich nutze die Gelegenheit New York Style zu frühstücken und gehe in Prospect Heights in „Ye Olde Bagel Bakery“ und bestelle einen Bagel mit Frischkäse und einen Kaffee. Das ist eine hübsche Ecke mit vielen Cafés, aber Bagel werden glaube ich nie so richtig meins werden. Für die Heimfahrt habe ich mir eine neue Busstrecke ausgesucht und entdecke so Park Slope, ein trendiges Viertel wie ich später von unserer Vermieterin erfahre. Wir beschließen nach Manhattan rein zu fahren und während Boris einen Plattenladen durchforstet mache ich via der wunderbaren Times Square Station einen Abstecher in den Fashion District. Wieder zusammen gehen wir hinüber zur Highline, dem 2009 eröffneten Park auf einem Abschnitt der erhöhten ehemaligen West Side Line. Diese, Zuggesellschaft versorgte schon im 19. Jahrhundert NYC mit Kohle, Milchprodukten und Fleisch, wurde aber im Laufe des 20. Jahrhunderts streckenweise stillgelegt, da Lastwagen den Transport übernommen hatten. Der Park ist eine wunderbare Oase und wird regelmäßig für Ausstellungen und Events genutzt.

dav
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30. Juli, Brooklyn

sdr

Ein Besuch auf dem Flohmark ist einfach eine schöne Art den Sonntag zu verbringen und der Markt in DUMBO ist überschaubar und im Viertel gibt es nette Läden und Witziges wie die Hinweistafel wo Hunde hinpinkeln dürfen. Nachdem wir ein Weilchen herumgebummelt sind gehen wie in den Brooklyn Bridge Park mit den wunderbaren Ausblicken auf Wasser, Brücken und die Skyline. Am Fährenanleger steht ein ellenlangen Feuerwehrauto. Ein Feuerwehrmann zieht eine Leiter heraus, geht damit zum Anleger, dreht um und bringt die Leiter zurück — war wohl falscher Alarm. Und überall sieht man Menschen in hot-pink-farbenen Outfits auf dem Weg zum oder vom Kino, denn „Barbie“ ist neben „Oppenheimer“ der Film der Stunde und wird gerne im Doppelpack als „Barbieheimer“ vermarktet.

sdr
dav