29. Juli, Brooklyn

Wir haben beide schlecht geschlafen, stehen deshalb spät auf und trödeln nach dem Wäsche waschen noch ein bisschen herum bis es Zeit wird zu gehen. Heute tritt im Prospect Park Rickie Lee Jones auf, da wollen wir auf jeden Fall hin. Als Vorband tritt zuerst ein Singer/Songwriter auf. Er hat gute Lyrics, aber der Sound ist etwas schräg. Danach tritt eine Bluesband auf, die leider etwas langweilig und außerdem extrem laut ist. Mittendrin fängt es an zu regnen, und wir rennen erst unter einen Baum und dann zum Foodstand. Nass und wegen des schlechten Sounds überlegen wir, ob wir nicht heim fahren sollen. Zum Glück entscheiden wir zu bleiben, denn der Regen hört auf und der Hauptakt ist so viel besser als die Vorbands. Der Sound ist toll, die Band ist super und Rickie Lee Jones ist einfach klasse. Was für ein wunderbares Konzert.

28. Juli, Manhattan

dig

Trader Joe’s ist eine Supermarktkette die wir in einem früheren Urlaub kennen und schätzen gelernt haben. Es gibt viel Bio-Ware und die Preise sind reel. Während wir in der Schlange warten, bestaunen wir das Interieur, denn der Laden ist in einer ehemaligen Filiale der South Brooklyn Savings Institution untergebracht. Einen halben Block weiter machen wir einen kurzen Stopp in einem Barnes & Noble und gehen dann über die Straße zu Sahadi’s, einem libanesischen Feinkostgeschäft. Nach einem Kaffee zieht Boris alleine weiter während ich unsere Einkäufe heim bringe. Auf dem Weg sehe ich eine Frau die ihre Einkäufe auf dem Kopf trägt wie man das aus Bildern aus Afrika kennt. Zu Hause stelle ich mir ein kleines Picknick zusammen und fahre dann in den Hudson River Park um mir ein Konzert anzuhören. Die Sängerin hat eine nette Stimme, die Musik ist Popjazz und der Background ist — naja, halt Manhattan, wow.

sdr
hdr

27. Juli, Manhattan

Eigentlich stimmt das nicht mit Manhattan, denn wir verbringen den Großteil des Tages daheim in Brooklyn. Draußen sind es 30°, gefühlte 33° mit 50% Luftfeuchtigkeit. Wir machen einen kurzen Trip in den Supermärkten und vergessen nicht unsere Jacken und Schals mitzubringen, denn vor allem im Milchproduktegang ist es eiskalt. Im März habe ich zum Abschied von Thieme von meinen Kolleginnen und Kollegen eine Überraschungsbox mit einer Flasche lokalem Champagner, einem Gutschein für einen Biergarten in Brooklyn und einem GoCity Pass für sechs Attraktionen in NYC bekommen. Boris hat sich inzwischen denselben GoCity Pass gekauft und wir nutzen die Zeit daheim um zu planen und zu buchen. Und dann geht es wirklich nach Manhattan, denn wir sind mit Tunisia und ihrer Mutter Janice zum Abendessen verabredet. Das Essen ist lecker und es ist schön die beiden mal wieder zu sehen.

26. Juli, Manhattan

dav

Auch im East Village gibt es Plattenläden und außerdem ist es natürlich immer einen Besuch wert. Wir schlendern durch die Straßen, spickeln in kleine Läden rein und machen im Tompkins Square Park eine kurze Pause. Die Agentur „Housing Works“ hilft HIV Infizierten, die auf der Straße leben ein Zuhause zu finden. Unter anderem betreibt sie auch einen Buchladen mit Café und dort gehen wir hin um einen Kaffee zu trinken. Und als Überraschung gibt es eine kleine Second Hand Abteilung mit einer coolen roten Jogginghose. Leider habe ich noch zu wenig Pommes und Eiscream gegessen und muss sie zurück lassen. Boris zieht weiter zu diversen Plattenläden und ich mache mich auf die Suche nach einem Stoffladen. Anschliesend fahre ich nach Chinatown um ein paar der Souvenierläden zu durchstöbern und dann im vollbepakten Q Train nach Hause.

dav
dav

25. Juli, Brooklyn

Es ist heiß und schwül, die Füße wollen einen Tag ohne Schuhe — heute chillen wir. Boris zieht irgendwann los zu neuen Plattenläden und kommt, kurz bevor es zu regnen beginnt, mit einem leckeren, knallgrünen Pistazienmuffin zurück. Als Abendessen passt zu diesem Wetter Maccaroni & Cheese.

24. Juli, Brooklyn

dav

In Bushwick und dem angrenzenden Williamsburg gibt es noch etliche Platten- und Second Hand Läden und wir ziehen gemeinsam los. Im ersten Laden gibt es wunderschöne Sachen die zum Glück alle sehr teuer sind, so komme ich gar nicht erst in Versuchung. Wir entdecken ein super nettes Café in dem der geeiste Kaffee in Gläsern (sonst sind es meist Plastikbecher) serviert wird und planen unsere diversen Routen. Ich verbringe einen netten Nachmittag mit rumstöbern und unterhalte mich etwas länger mit Dave im „Lion’s Den“, einem wunderbar kruschteligen Krimskramsladen. Er ist ein Riesenkerl mit wilden Rastas, war mal Flaschner, hat dann den Laden aufgemacht, restauriert Möbel und betreibt nebenher noch einen Straßengrill. Im Oktober wird er am Fuß operiert und fällt dann für ein Jahr aus. Für diesen Zeitraum will er den Laden subleasen und den Grill im Sitzen betreiben, eine typisch amerikanische Lebensgeschichte.

dig
dav

23. Juli, Manhattan

dig

Es ist ein gemütlicher Sonntagmorgen und kurz nach 13 Uhr ziehen wir los nach Manhattan. Boris will sich in ein paar Plattenläden umschauen und ich will zu Marjorie Eliot. Marica hatte mir von ihr erzählt und Björn hat mir einen Link geschickt. Ich bin etwas zu früh dran und setze mich noch kurz in den wundebar verträumten Park der zum Morris-Jumel Mansion Museum gehört. Mrs Eliot lebt seit 1984 in einer Wohnung in Harlem in einem wunderschönen alten Gebäude in dem auch schon Count Basie und andere bekannte Afro-Amerikaner gewohnt haben. Als 1992 einer ihrer Söhne stirbt veranstaltet sie im folgenden Jahr ein Konzert um ihn zu ehren. Daraus wird eine dauerhafte Einrichtung, jeden Sonntagnachmittag kommen verschiedene Jazzmusiker zusammen und spielen zwei Stunden lang mit ihr am Klavier. Ungefähr 50 Gäste kommen im Flur unter, zwischendrin werden Fig Newtons und Apfelsaft verteilt und dann geht ein Eimer um. Was für eine wunderbare Art einen Nachmittag zu verbringen.

dav
dig

22. Juli, Queens

dig

Nachdem wir gestern ganz schön viel auf den Füßen waren, legen wir heute einen entspannten Tag ein. Ich habe um die Ecke Cups & Books entdeckt, eine unabhängige Buchhandlung für afro-amerikanische Literatur mit integriertem Café und hole uns dort zwei süße Stückle während Boris ein Nickerchen macht. Danach fahren wir los zum Corona Park und nach einer kurzen Strecke mit der LIRR (Long Island RailRoad), einer ausgefallenen Metro, einem verpassten Bus, und einer Misskommunikation sind wir schließlich da und nach ein bisschen Hip Hop stehen sie auf der Bühne — Robert „Kool“ Bell und George „Funky“ Brown, die letzten zwei Gründungsmitglieder von „Kool and the Gang“ mit ihrer Band. Was für ein tolles Konzert, was für eine super Stimmung im bunt gemischten Publikum und was für eine schöne Location mit den Bauten der Weltausstellung 1964/1965 im Hintergrund. Auf dem Rückweg zur Metrostation folgen wir dem Menschenstrom durch ein hispanisch-mexikanisches Viertel voller Familien, die die Abkühlung der Nacht nutzen um sich zu treffen, zu schnacken, zu essen, und gemeinsam Musik zu hören. Was für eine irre Stadt.

dig
dig

21. Juli, Brooklyn

dig

In unserer Nachbarschaft gibt es kleine Seitenstraßen die nach englischen Grafschaften benannt sind und in einem Fall einen eigenen, verschlossenen Park haben. Die Häuser in diesen Straßen sind zum Teil richtige Mansions mit Säulen vor dem Haus, großen Veranden und vielen Erkern. Der Kontrast zur Church Street mit ihren Straßenhändlern und Billigläden, von der diese Straßen abgehen, könnte kaum größer sein. Nach einem Kaffee ziehen wir weiter in die Innenstadt um bei Goodwill, Salvation Army, und ein paar weiteren Second Hand Läden rein zu schauen. Auf dem Heimweg kommen wir am Barclays Center vorbei, einem sehr eleganten Veranstaltungsstadion aus Corten Stahl, das 2012 mit einem Konzert von Jay-Z eröffnet wurde.

sdr
burst

20. Juli, Brooklyn

dav

Bushwick ist ja einer meiner Lieblings-Stadtteile von Brooklyn. Es gibt hier viel Grafitti, viele Streetfood-Trucks und Cafés und natürlichen den netten kleinen Flohmarkt. Zum Glück ist der schöne Mantel, den ich letztes Mal gesehen habe verkauft worden. Schallplatten gibt es heute auch nicht viele, so dass wir bald in ein Café weiterziehen um den Rest des Tages zu planen. Boris geht Plattenläden besuchen, während ich mich auf den Weg zu verschiedenen Second-Hand-Läden mache. Auf dem Weg sehe ich eines der wunderbaren Overall Murals, Werbeplakate die eins zu eins auf eine Mauer gemalt werden. Und schon im zweiten Laden, L Train Vintage, bleibe ich hängen, er ist riesig. Zum Glück habe ich ja noch ein paar Tage, Wochen, Monate Zeit, denn leider kann ich gar nicht so lange bleiben, weil wir noch Lebensmittel kaufen müssen und heute gibt es dann auch erst ziemlich spät Abendessen.

dav
dig