Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, denn heute ist mein erster Tag mit den „Flatbush Buchkindern“. Um 14:30 h soll es losgehen, kurz nach zwei Uhr bin ich da und Olivia, die Kinderbibliothekarin, bringt mich in die Kinderbibliothek. Mitten im Raum stehen vier große Tische und an dreien davon sitzen jeweils ungefähr zehn Kinder die in der Sommerschule sind und hier Hausaufgaben machen. Der vierte Tisch ist für uns reserviert und es kommen auch gleich fünf Kinder und setzen sich zu uns. Drei bis vier Kinder hatten wir vereinbart können teilnehmen und wenn Olivia mit betreut noch ein bis zwei Kinder mehr. Die Altersgruppe sollte sieben bis acht Jahre sein. Es kommen immer mehr Kinder dazu, schnell wird ein zweiter Tisch aufgebaut und am Ende sind es zwanzig Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren die, bis auf die ersten fünf, die Begrüßung verpasst haben und deshalb auch gar nicht wissen was wir hier machen. Sie sind alle total lieb und mit Feuereifer dabei, aber mir wird schnell klar, dass dies ein anderes Projekt geworden ist als geplant. Ich nehme Olivia etwas zur Seite um ihr zu sagen, dass dies alles zwar riesig Spaß macht, aber nicht unbedingt dazu führt, dass die Kinder mit einem eigenen Buch nach Hause gehen. Und dass es mir wichtig ist, dass am Ende niemand enttäuscht ist. Nach anderthalb Stunden fange ich an die Farben, Pinsel und Buchstaben wegzuräumen und Olivia wischt die Tische ab. Dabei sagt sie mir, dass wir nächsten Mittwoch einen eigenen Raum haben werden. Sie hatte wohl nicht mit so vielen Kindern gerechnet. Es war ein sehr aufregender aber trotzdem wunderschöner Nachmittag. Ich kaufe noch ein bisschen ein und koche Borscht und weil Boris auf einem Konzert ist, esse ich mit Eileen zusammen zu Abend.




















