19. Juli, Brooklyn

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Wir haben beide leider schlecht geschlafen, mein Hals tut ziemlich weh, die Wäsche muss gewaschen werden, und es regnet — perfekte Konditionen für einen Homeday. Boris ist fast wieder gesund und zieht los um sich zwei Plattenläden anzuschauen und ich lese und schlafe ein bisschen. Gegen Abend geht es mir etwas besser und wir fahren zum Pier 84 am Hudson River um uns das Eric Person Quintett anzuhören. Es ist leichter Jazz und die Stimmung am Fluss ist einfach toll. Neben dem Pier liegt der Flugzeugträger „Intrepid“, der in ein Museum umgewandelt wurde.

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18. Juli, Manhattan

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Nun hat mich die Erkältung auch erwischt, aber wir ziehen trotzdem los. Wir fahren bis Brooklyn Heights um von dort zu Fuß über die Brooklyn Bridge zu gehen. Am Manhattan Ende der Brücke gehen wir weiter Richtung Nordwesten und lassen uns durch die Straßen von Little Italy und Chinatown treiben. In einem privaten Park stehen drei der wunderbaren Adirondack Liegestühle und am Broadway kommen wir am Forward Building, der ehemaligen Heimat der ersten jüdischen Zeitung in New York vorbei. Langsam bekommen wir Hunger und als wir in Chinatown ein vegetarisches Dumplings Restaurant sehen, überlegen wir nicht lange und bestellen uns leckeres Gemüse mit Reis, gefüllte Pfannkuchen, kleine Ravioli, und mit Sesam gefüllte Dumplings.

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17. Juli, Brooklyn

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Der Plattenladen hat montags geschlossen, deshalb gehen wir direkt zur Central Library um mein vorbestellten Buch abzuholen. Eileen hatte uns von der Jay-Z Ausstellung in der Bibliothek anlässlich des 50. Hip-Hop Geburtstags erzählt und wir sind sehr beeindruckt von den Exponaten und dem Konzept. Nach einem Kaffee fahren wir nach Coney Island, schlendern dort ein bisschen über den Rummel und anschließend über den Boardwalk. Weil es so heiß ist, fahren wir mit dem Bus weiter nach Brighton Beach um dort in verschiedenen Läden Lebensmittel zu kaufen. Wir holen uns noch ein Stückle auf die Hand und fahren dann mit dem Bus fast die gesamte Coney Island Avenue entlang. Es ist großartig die Stadt vom Bus aus zu sehen und den Wechsel von russisch über jüdisch zu karibisch an Hand der Läden, Schulen, und religiösen Versammlungsstätten zu erleben.

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16. Juli, Queens

Verena, meine ehemalige Kollegin bei Thieme, hat uns zum Kaffee nach Long Island City in Queens eingeladen. Ihr Mann muss leider arbeiten, aber ihr Sohn und wir drei Erwachsenen verbringen einen gemütlichen Nachmittag und machen nach Kaffee und Kuchen noch einen kleinen Spaziergang. Long Island City entstand 1870 aus dem Zusammenschluss mehrerer Dörfer als Teil von Queens und wurde so 1898 Teil von New York City. Seine Lage direkt am East River machte es zum idealen Ort für die Produktion und Verladung von Gütern. In den 1970er Jahren verlor dieser Punkt an Bedeutung, die Fabriken und Hafenanlage standen leer und das Viertel verödete. Wohnungsnot führte in den 1990ern zum Bau von Appartment-Hochhäusern mit Blick auf die Manhattan Skyline und heute ist Long Island City ein sehr populärer Stadtteil von NYC. Mit der Fähre oder der Metro kommt man schnell nach Manhattan rein, aber nach Brooklyn muss man über den Times Square fahren. Dafür führt uns der Heimweg dann über die Manhattan Bridge mit Blick auf die wunderbare Brooklyn Bridge.

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15. Juli, Brooklyn

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Boris ist immer noch erkältet und möchte noch etwas ausruhen. Ich begleite ihn zu einem Plattenladen in der Nähe und ziehe weiter nach Greenpoint um einen Laib des wunderbaren Walnuss-Cranberry Brotes zu kaufen. Weiter gehts, denn eine Metrostation südlich bin ich schon in Williamsburg und gehe dort ans Ende der Noble Street wo es direkt am East River einen kleinen Flohmarkt gibt. In einer Ecke spielt eine Band und die Stimmung ist sehr nett und entspannt. Jetzt wird es Zeit mich auf den Weg zur Kirche My Lady of Mount Carmel zu machen, denn dort soll um 16:30 h eine Prozession beginnen. Die Heiligenstatue ist auf einem hohen Gestell inklusive einer Plattform für eine kleine Band aufgebaut und während wir auf die Männer warten, die das Gestell transportieren sollen, spielt die Band verschiedene italienische Lieder. Auf den Straßen gibt es viele kleine Karussells und Losverkäufer und Stände mit italienischen Leckereien. Ich schaue mir alles an und freue mich, dass es diese Kirmes gibt und sie auch so gut besucht ist.

sdr
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14. Juli, Brooklyn

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Boris hat sich im Supermarkt eine Erkältung eingefangen, ich habe Sorgen wegen daheim und das WLAN spinnt total. Wir bleiben heute daheim.

13. Juli, Manhattan

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Wir haben uns einiges vorgenommen für heute. Zuerst besuchen wir die Central Library, sie hat zwar unerwarteterweise geschlossen, aber sie ist ja auch von außen sehr schön. Da sie direkt am nördlichen Ende vom Prospect Park liegt, gehen wir anschließend ein bisschen im Park spazieren und danach wieder zu Der Pioneer. Und dann geht’s mit der Metro zum Lincoln Center, zuerst zu einem First Listen Event: John Coltrane with Eric Dolpher at the Village Gate (1961). Das Album ist irre und die anschließende Podiumsdiskussion ist sehr interessant. Direkt gegenüber ist eine Austellung mit Kostümen der Wondrous Willa Kim. Dann geht’s weiter zu Luciane Dom, einer brasilianischen Sängerin, aber leider ist das Konzert extrem laut. Deshalb gehen wir zum Abschluss lieber zur Hauptbühne auf der Tatiana Eva-Marie und die Paris Swing Kids eine Mischung aus Swing, Jazz und Chansons spielen. Noch ein Stück Pizza auf die Hand und dann fahren wir heim.

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12. Juli, Brooklyn

Nach einem gemütliche Frühstück gehen wir in den Prospect Park und legen uns ins Gras um etwas zu dösen, zu lesen und den Menschen und Tieren zuzuschauen. Gegen halb drei machen wir uns auf die Suche nach einem Café und landen wieder in Der Pioneer. Danach geht es noch kurz in den Food Bazaar um Bier, Cerealien und Kekse zu kaufen und dann ist unser erster gemeinsamer Tag auch schon fast vorbei.

11. Juli, Brooklyn

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Mein letztes Frühstück alleine. Danach gehen Eileen und ich zu Der Pioneer, einer Bäckerei mit Café um uns zu stärken. Während sie davon fährt eine Freundin besuchen, gehe ich zum Sariladen ein paar Häuser weiter und kaufe mir einen bunten Schal aus dem ich mir einen luftigen Rock nähen will. Auf dem Heimweg mache ich kurz Pause auf einer wunderbar bemalten Bank und dann muss ich auch schon los zum Flughafen. Boris kommt als einer der letzten Passagiere raus und nun ist die lange Trennungszeit endlich vorbei und ich bin sehr froh, dass es „nur“ zwei Monate waren und nicht zwölf.

dav

10. Juli, Brooklyn

Wäsche waschen, ein bisschen putzen, einkaufen — morgen kommt Boris und dann will ich mit so banalen Dingen nicht die Zeit vertun. Noch ein wenig schnacken, etwas lesen und schon ist es Zeit fürs Bett.