23. Juli, Manhattan

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Es ist ein gemütlicher Sonntagmorgen und kurz nach 13 Uhr ziehen wir los nach Manhattan. Boris will sich in ein paar Plattenläden umschauen und ich will zu Marjorie Eliot. Marica hatte mir von ihr erzählt und Björn hat mir einen Link geschickt. Ich bin etwas zu früh dran und setze mich noch kurz in den wundebar verträumten Park der zum Morris-Jumel Mansion Museum gehört. Mrs Eliot lebt seit 1984 in einer Wohnung in Harlem in einem wunderschönen alten Gebäude in dem auch schon Count Basie und andere bekannte Afro-Amerikaner gewohnt haben. Als 1992 einer ihrer Söhne stirbt veranstaltet sie im folgenden Jahr ein Konzert um ihn zu ehren. Daraus wird eine dauerhafte Einrichtung, jeden Sonntagnachmittag kommen verschiedene Jazzmusiker zusammen und spielen zwei Stunden lang mit ihr am Klavier. Ungefähr 50 Gäste kommen im Flur unter, zwischendrin werden Fig Newtons und Apfelsaft verteilt und dann geht ein Eimer um. Was für eine wunderbare Art einen Nachmittag zu verbringen.

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22. Juli, Queens

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Nachdem wir gestern ganz schön viel auf den Füßen waren, legen wir heute einen entspannten Tag ein. Ich habe um die Ecke Cups & Books entdeckt, eine unabhängige Buchhandlung für afro-amerikanische Literatur mit integriertem Café und hole uns dort zwei süße Stückle während Boris ein Nickerchen macht. Danach fahren wir los zum Corona Park und nach einer kurzen Strecke mit der LIRR (Long Island RailRoad), einer ausgefallenen Metro, einem verpassten Bus, und einer Misskommunikation sind wir schließlich da und nach ein bisschen Hip Hop stehen sie auf der Bühne — Robert „Kool“ Bell und George „Funky“ Brown, die letzten zwei Gründungsmitglieder von „Kool and the Gang“ mit ihrer Band. Was für ein tolles Konzert, was für eine super Stimmung im bunt gemischten Publikum und was für eine schöne Location mit den Bauten der Weltausstellung 1964/1965 im Hintergrund. Auf dem Rückweg zur Metrostation folgen wir dem Menschenstrom durch ein hispanisch-mexikanisches Viertel voller Familien, die die Abkühlung der Nacht nutzen um sich zu treffen, zu schnacken, zu essen, und gemeinsam Musik zu hören. Was für eine irre Stadt.

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21. Juli, Brooklyn

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In unserer Nachbarschaft gibt es kleine Seitenstraßen die nach englischen Grafschaften benannt sind und in einem Fall einen eigenen, verschlossenen Park haben. Die Häuser in diesen Straßen sind zum Teil richtige Mansions mit Säulen vor dem Haus, großen Veranden und vielen Erkern. Der Kontrast zur Church Street mit ihren Straßenhändlern und Billigläden, von der diese Straßen abgehen, könnte kaum größer sein. Nach einem Kaffee ziehen wir weiter in die Innenstadt um bei Goodwill, Salvation Army, und ein paar weiteren Second Hand Läden rein zu schauen. Auf dem Heimweg kommen wir am Barclays Center vorbei, einem sehr eleganten Veranstaltungsstadion aus Corten Stahl, das 2012 mit einem Konzert von Jay-Z eröffnet wurde.

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20. Juli, Brooklyn

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Bushwick ist ja einer meiner Lieblings-Stadtteile von Brooklyn. Es gibt hier viel Grafitti, viele Streetfood-Trucks und Cafés und natürlichen den netten kleinen Flohmarkt. Zum Glück ist der schöne Mantel, den ich letztes Mal gesehen habe verkauft worden. Schallplatten gibt es heute auch nicht viele, so dass wir bald in ein Café weiterziehen um den Rest des Tages zu planen. Boris geht Plattenläden besuchen, während ich mich auf den Weg zu verschiedenen Second-Hand-Läden mache. Auf dem Weg sehe ich eines der wunderbaren Overall Murals, Werbeplakate die eins zu eins auf eine Mauer gemalt werden. Und schon im zweiten Laden, L Train Vintage, bleibe ich hängen, er ist riesig. Zum Glück habe ich ja noch ein paar Tage, Wochen, Monate Zeit, denn leider kann ich gar nicht so lange bleiben, weil wir noch Lebensmittel kaufen müssen und heute gibt es dann auch erst ziemlich spät Abendessen.

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19. Juli, Brooklyn

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Wir haben beide leider schlecht geschlafen, mein Hals tut ziemlich weh, die Wäsche muss gewaschen werden, und es regnet — perfekte Konditionen für einen Homeday. Boris ist fast wieder gesund und zieht los um sich zwei Plattenläden anzuschauen und ich lese und schlafe ein bisschen. Gegen Abend geht es mir etwas besser und wir fahren zum Pier 84 am Hudson River um uns das Eric Person Quintett anzuhören. Es ist leichter Jazz und die Stimmung am Fluss ist einfach toll. Neben dem Pier liegt der Flugzeugträger „Intrepid“, der in ein Museum umgewandelt wurde.

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18. Juli, Manhattan

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Nun hat mich die Erkältung auch erwischt, aber wir ziehen trotzdem los. Wir fahren bis Brooklyn Heights um von dort zu Fuß über die Brooklyn Bridge zu gehen. Am Manhattan Ende der Brücke gehen wir weiter Richtung Nordwesten und lassen uns durch die Straßen von Little Italy und Chinatown treiben. In einem privaten Park stehen drei der wunderbaren Adirondack Liegestühle und am Broadway kommen wir am Forward Building, der ehemaligen Heimat der ersten jüdischen Zeitung in New York vorbei. Langsam bekommen wir Hunger und als wir in Chinatown ein vegetarisches Dumplings Restaurant sehen, überlegen wir nicht lange und bestellen uns leckeres Gemüse mit Reis, gefüllte Pfannkuchen, kleine Ravioli, und mit Sesam gefüllte Dumplings.

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17. Juli, Brooklyn

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Der Plattenladen hat montags geschlossen, deshalb gehen wir direkt zur Central Library um mein vorbestellten Buch abzuholen. Eileen hatte uns von der Jay-Z Ausstellung in der Bibliothek anlässlich des 50. Hip-Hop Geburtstags erzählt und wir sind sehr beeindruckt von den Exponaten und dem Konzept. Nach einem Kaffee fahren wir nach Coney Island, schlendern dort ein bisschen über den Rummel und anschließend über den Boardwalk. Weil es so heiß ist, fahren wir mit dem Bus weiter nach Brighton Beach um dort in verschiedenen Läden Lebensmittel zu kaufen. Wir holen uns noch ein Stückle auf die Hand und fahren dann mit dem Bus fast die gesamte Coney Island Avenue entlang. Es ist großartig die Stadt vom Bus aus zu sehen und den Wechsel von russisch über jüdisch zu karibisch an Hand der Läden, Schulen, und religiösen Versammlungsstätten zu erleben.

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16. Juli, Queens

Verena, meine ehemalige Kollegin bei Thieme, hat uns zum Kaffee nach Long Island City in Queens eingeladen. Ihr Mann muss leider arbeiten, aber ihr Sohn und wir drei Erwachsenen verbringen einen gemütlichen Nachmittag und machen nach Kaffee und Kuchen noch einen kleinen Spaziergang. Long Island City entstand 1870 aus dem Zusammenschluss mehrerer Dörfer als Teil von Queens und wurde so 1898 Teil von New York City. Seine Lage direkt am East River machte es zum idealen Ort für die Produktion und Verladung von Gütern. In den 1970er Jahren verlor dieser Punkt an Bedeutung, die Fabriken und Hafenanlage standen leer und das Viertel verödete. Wohnungsnot führte in den 1990ern zum Bau von Appartment-Hochhäusern mit Blick auf die Manhattan Skyline und heute ist Long Island City ein sehr populärer Stadtteil von NYC. Mit der Fähre oder der Metro kommt man schnell nach Manhattan rein, aber nach Brooklyn muss man über den Times Square fahren. Dafür führt uns der Heimweg dann über die Manhattan Bridge mit Blick auf die wunderbare Brooklyn Bridge.

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15. Juli, Brooklyn

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Boris ist immer noch erkältet und möchte noch etwas ausruhen. Ich begleite ihn zu einem Plattenladen in der Nähe und ziehe weiter nach Greenpoint um einen Laib des wunderbaren Walnuss-Cranberry Brotes zu kaufen. Weiter gehts, denn eine Metrostation südlich bin ich schon in Williamsburg und gehe dort ans Ende der Noble Street wo es direkt am East River einen kleinen Flohmarkt gibt. In einer Ecke spielt eine Band und die Stimmung ist sehr nett und entspannt. Jetzt wird es Zeit mich auf den Weg zur Kirche My Lady of Mount Carmel zu machen, denn dort soll um 16:30 h eine Prozession beginnen. Die Heiligenstatue ist auf einem hohen Gestell inklusive einer Plattform für eine kleine Band aufgebaut und während wir auf die Männer warten, die das Gestell transportieren sollen, spielt die Band verschiedene italienische Lieder. Auf den Straßen gibt es viele kleine Karussells und Losverkäufer und Stände mit italienischen Leckereien. Ich schaue mir alles an und freue mich, dass es diese Kirmes gibt und sie auch so gut besucht ist.

sdr
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14. Juli, Brooklyn

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Boris hat sich im Supermarkt eine Erkältung eingefangen, ich habe Sorgen wegen daheim und das WLAN spinnt total. Wir bleiben heute daheim.