
Heute steht kein Shopping auf dem Programm, wir wollen uns den Rokkaku-do Tempel anschauen, der Ort an dem Mönche die Blumensteckkunst Ikebana entwickelt haben sollen. Ich habe nachgelesen wie man sich in einem Tempel verhält und wir finden zwar die Waschstelle erst hinterher, aber die Anzahl der Verbeugungen passt, wir werfen zweimal fünf Yen ein, entzünden jeder eine Kerze und ich schlage ganz leise den Gong. Im Garten bewundern wir die zahlreichen Steinfiguren mit gehäkelten Mützen und im Teich einen riesigen Koi und zwei Schwäne, es ist sehr schön an diesem friedlichem Ort. Als nächstes steht die Burg Nijo auf unserem Plan, aber die Warteschlange ist sehr lang und wir beschließen, dass uns die Außenansicht reicht und gehen weiter Richtung Bahnhof um unsere Tickets für den Shinkansen, den zug nach Hakone, zu kaufen. Und dann ist es auch schon Kaffeezeit. Das erste Café hat geschlossen, das zweite eine lange Warteschlange und bevor wir zum dritten kommen stehen wir vor dem „Vintage Coffee“, einem Vintageladen mit winzigem Café. Die Besitzerin holt einen Klappstuhl, alle rücken ein wenig zusammen und wir werden köstlich versorgt, was für eine schöne Entdeckung. Gestärkt gehen wir weiter Richtung Fluss und schlendern am Ufer entlang zur Haupteinkaufsstraße wo sich nun unsere Wege trennen. Boris hat noch ein paar Plattenläden auf seiner Liste und ich will noch einmal versuchen das Geschäft „Loft“ zu finden. Weil der Weg entlang eines kleinen Kanals mir viel attraktiver erscheint als die große Straße, bummele ich dort entlang und vergesse zu zählen wann ich abbiegen muss und da Boris meine SIM-Karte hat, bin ich auf mein Gedächtnis angewiesen. Also wieder zum Ausgangspunkt zurück und eben doch entlang der großen Straße, nach der dritten Querstraße müsste es links kommen. Success, im sechsten Stock bin ich im Papierparadies. Zweieinhalb Stunden später stelle ich erschrocken fest, dass es bereits 19 Uhr ist. Ich mache mich schnell auf den Weg, muss dann aber doch noch in einem winzigen Buchladen eine der japanischen Kokeshi-Puppen kaufen, die mag ich einfach zu gerne. Um halb acht Uhr bin ich daheim und wir gehen zusammen zum Supermarkt um unser Abendessen, Salat und Reispäckchen, zu kaufen.























