27. Oktober 2025, Tokio

Ein Hoch auf die Drogen, ich habe sehr gut geschlafen und es geht mir wieder viel besser. Nach dem Frühstück fahren wir in den Stadtteil Ikebukuro und unterwegs plaudere ich mit einer Mitfahrerin über die Mumins, die hier sehr populär sind und ihre Tasche auf der PEZ-Spender abgebildet sind. In Ikebukuro wollen wir zu einem Skechers-Laden, denn Boris hat dort ein paar schöne Schuhe gesehen, aber weil wir zu früh dran sind, gehen wir noch ein letztes Mal in den „Daiso“ und kaufen Verpackungsmaterial für die Schallplatten. Und dann geht es zu den Schuhen, wo ich tatsächlich auch ein Paar finde. Danach trennen sich unsere Wege wieder und ich gehe in die „Loft“ Filiale in der ich noch nicht gewesen bin. Und tatsächlich werde ich wieder fündig, erst bei den Lebensmitteln und dann in der Papeterie. In Kyoto hatte ich im „Loft“ nämlich wunderhübsche Schreibblöcke gesehen, konnte mich aber unter den drei Designs nicht entscheiden und habe dann in den anderen Tokio-Filialen vergeblich danach gesucht. Und hier sind sie plötzlich, nur entscheiden kann ich mich immer noch nicht, deswegen nehme ich alle drei und noch ein T-Shirt mit dem coolen Katzendesign von dem ich schon einen Anstecker habe. Jetzt aber genug geshoppt, ich fahre nach Harajuku, denn dort soll es nette Cafés geben. Zuerst stehe ich auf einer riesigen Straße mit teuren Geschäften. Hier befindet sich auch das verspiegelt Gebäude in das eine Grünfläche eingebaut wurde, da muss ich natürlich hinauf. Wieder unten, biege ich ab in eine der vielen kleinen Seitenstraßen mit winzigen Läden und Restaurants. Und tatsächlich sehe ich bald ein Schild auf dem „Jazz & Coffee“ steht, das klingt gut. Ich kletterer eine steile Treppe hinauf und stehe im „Jazz Union“, einer winzigen Jazz Kissa und weil es heute so sonnig ist, bestelle ich einen Iced Latte und höre eine Weile Musik. Anschließend mache ich mich auf Richtung Hotel, setze mich aber noch ein Weilchen in den Hibiya Park um zu lesen. Langsam wird es dunkel, ich gehe die paar Meter zum Hotel und bin plötzlich mitten im Filmfestival-Gewimmel, der rote Teppich ist ausgerollt, die Presse steht bereit, bestimmt kommt bald ein Star. Da leider keiner mein Autogramm will, gehe ich auf unser Zimmer, kurz darauf kommt Boris und wir planen unser letztes Abendessen in Japan. Unsere Wahl fällt auf das „Old Delhi“, eine gute Wahl, das Essen ist vorzüglich. Auf dem Heimweg sehen wir, dass der rote Teppich bereits aufgerollt ist.

26. Oktober 2025, Tokio

Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Frösteln und eine leicht erhöhte Temperatur mit einer entsprechenden vorausgegangenen Nacht — ich nehme eine Tablette und bleibe vorläufig mal im Bett, während Boris zum Antique Market loszieht. Um 15 Uhr stehe ich auf und mache mich auch auf zum Antique Market um mir etwas Bewegung zu verschaffen. Der findet aber leider heute gar nicht statt und ich gehe weiter zum Ginza „Loft“, aber dort finde ich nichts was ich noch „brauche“ und merke auch, dass ich doch noch nicht fit bin, also gehe ich heim. Um 18 Uhr kommt Boris und zieht gleich wieder los um Salat und Onigiri, Reispäckchen zu holen. Als Nachtisch eine Schmerztablette und ich reise ab ins Schlummerland.

25. Oktober 2025, Tokio

Heute wollen wir direkt nach dem Frühstück zum Tokyo City Fleamarket der allerdings im Stadtteil Shinagawa stattfindet. Entweder wir nehmen die Metro und sind eine Stunde unterwegs oder wir kaufen Tickets für Japan Rail und die Monorailbahn und sind in einer halben Stunde da. Da das Wetter immer schlechter wird, entscheiden wir uns für den kürzeren Weg und so fahre ich endlich mal mit einer Monorailbahn. Der Flohmarkt ist nur zum Teil überdacht und die Händler im Freien packen zum Teil schon wieder ein. Wir merken schnell, dass, wie meistens, sehr viel Bekleidung verkauft wird und trennen uns daher für den Tag. Ich schaue mir in Ruhe alles an, denn eigentlich bin ich nur zum gucken da, ich brauche ja nichts. Gegen halb ein Uhr mache ich mich auf den Weg zu einer Metrostation und da ich ja Zeit habe, nehme ich wieder mal kleine Straßen und freue mich an hübsch bepflanzten Gärten und der Normalität eines Vororts. Bei einem kleinen Tempel mache ich Halt und schaue mir den Friedhof an. Bald geht es mit der Metro weiter und kurz nach 15 Uhr stehe ich vor dem entzückenden Café „Apple“. Leider sind alle fünf Tische und auch die fünf Plätze an der Theke besetzt, aber hier will ich unbedingt Pause machen, also frage ich, ob ich draußen warten kann. In dem Moment wird ein Tisch frei, zwei Damen werden von der Theke umquartiert und ich bekomme dort einen Platz. Ich dachte ja immer, Japan sei das Land des grünen Tees und das ist auch nicht falsch, aber es ist, vor allem in Tokio, auch das Land des Kaffees. Selbst so kleine Cafés wie das „Apple“ bieten Kaffee aus verschiedenen Regionen und in diversen Röstungen an. Für Banausen wie mich, die ihren Kaffee mit Milch ruinieren, gibt es allerdings nur die Standardröstung. Getrunken wird hier meist Filterkaffee und ich schaue dem älteren Besitzer fasziniert zu, wie er pro Tasse eine Portion Bohnen direkt in den Filterbeutel mahlt, die Tasse mit heißem Wasser vorwärmt und dann einen kleinen Filter auf die Tasse setzt und den Kaffee aufbrüht. Zum Kaffee gibt es für mich eine leckere Walnuss-Tarte mit braunem Zucker. Inzwischen hat es sich so eingeregnet, dass ich nur noch heim möchte. Im Hotel schreibe ich meinen Blog und dann kommt auch schon Boris. Zum Abschluss des Tages gehen wir in die Food Hall des nahen Einkaufszentrums zu „Mr. Farmer“ Veggi Burger essen, Boris lädt ein. Zusammen mit dem „International Film Festival“ finden gerade die „Music Days“ statt, deshalb spielt eine Big Band Swing und es wird dazu getanzt und begeistert geklatscht.

24. Oktober 2025, Tokio

Nach dem Frühstück ziehen wir wieder getrennter Wege los. Bei mir stehen heute ganz verschiedene Ziele auf dem Plan. Zuerst geht es zum Pokémon Center, denn ich habe versprochen ein paar Sammelkarten mitzubringen. Im Laden läuft laute Musik, überall gibt es quietschbunte Kuscheltiere und kleine Figuren und es ist unglaublich viel los. Zum Glück hilft mir eine nette junge Kundin, sonst hätte ich anstatt der Karten nämlich Hüllen gekauft. Ich stelle mich an und nach 30 Minuten Wartezeit bitte ich den Kassierer mir die jeweils limitierte Anzahl der neuesten zwei Sets zu geben. Mein nächstes Ziel ist der Tokyo Tower und die darin befindlichen Souvenirläden. Der buddhistische Zojoji Tempel liegt auf dem Weg, er ist wunderschön und ich nehme mir etwas Zeit um einfach nur zu sitzen und zu schauen. Dann geht es weiter, ich komme an einem der vielen Polizistenhäuschen vorbei und kurz darauf stehe ich im ersten der vielen Souvenierläden und nachdem ich alle weiteren angeschaut habe, erstehe ich ein paar Dinge und gehe schnell wieder. Vor dem Tower sind kleine Zelte aufgebaut, es wird das Kerzenfestival gefeiert und man kann auch hier alles mögliche kaufen. Aber ich will erstens raus aus dem Nieselregen und zweitens meinen Kaffee. Ich schlängele mich durch Seitenstraßen, über einen Kanal und bald sitze ich im Café „_is life“. Zum Kaffee gibt es eine knusprige, aber sehr süße Waffel und ein wenig Recherche, denn heute will ich mal in einen Plattenladen. „HMV“, der Laden meiner Wahl hat eine Filiale beim „Scrambel Crossing“, der verrückten Kreuzung in Shibuya. Nachdem ich mich endlich zum Laden durchgekämpft habe, sagt man mir, dass es Vinyl nur in der anderen Filiale gibt. Zum Glück liegt „Tower Records“ direkt vis à vis. Aber die Platten die ich suche sind entweder ausverkauft oder irre teuer. Also kaufe ich auf gut Glück eine andere Platte und mache mich auf den Heimweg. Zum Abendessen gibt es wieder Salat und Reis.

23. Oktober 2025, Tokio

Boris hat schlecht geschlafen und ich wache früh auf und weil der Pool erst ab neun Uhr genutzt werden darf, sind wir schon um halb acht Uhr im Frühstücksraum. Ich werde allerdings noch mal auf unser Zimmer geschickt, mit Hausschlappen darf ich nicht rein. Um neun Uhr stehe ich dann wieder am Pool, stecke eine Zehe ins Wasser, brrr, da gehe ich doch lieber wieder auf unser Zimmer. Leider ist unser Weg zum nächsten Hotel sehr anstrengend, aber das Hotel ist sehr schön, wir geben unsere Koffer ab und dann zieht jeder wieder los. Mein erster Stopp ist das Schreibwarengeschäft „itoya“. Es liegt auf der Ginza, DER Einkaufsstraße Tokios mit, Prada, Chanel, Gucci und all den Anderen. Schreibwarengeschäft ist allerdings leicht untertrieben, das Angebot verteilt sich auf acht Etagen, ich bin recht lange drin und verlasse diesen tollen Laden schwer bepackt und glücklich. Zurück im Hotel bringe ich unser Gepäck aufs Zimmer, packe ein paar Sachen aus, wasche ein wenig Wäsche und dann gehe ich wieder los, denn es ist Kaffeezeit. Weil wir jetzt in der Nähe vom Kaiserpalast wohnen, ist alles etwas teurer und touristischer. Das Café, in das ich letztendlich gehe, mutet sehr französisch an. Erst muss ich mit anderen Gästen circa 15 Minuten auf der Treppe warten und auch meine Bestellung dauert, aber ich habe Lesestoff dabei, deshalb bin ich ganz entspannt. Die Tasse steht schon auf dem Tisch und dann kommt die Kellnerin mit zwei kleinen Kannen und fragt mich in welchem Verhältnis ich Kaffee zur Milch haben möchte. Ich wähle zwei zu eins und aus etwa 40 cm Höhe gießt sie in Auf- und Abwärtsbewegungen bis zum obersten Tassenrand ein, so dass der Milchkaffee ordentlich schäumt aber nicht überfließt. Was für ein Spaß. Einen weiteren Stopp habe ich heute noch, das Schreibwarengeschäft „Kyukyodo“ das es seit 1663 gibt. Aber ich schaue mich nur um, denn für heute habe ich dann doch genug geshoppt und dann gehe ich zurück ins Hotel.

22. Oktober 2025, Tokio

Es gibt hier einen 72-Stunden Metropass und den wollen wir uns heute holen. Also gehen wir los zur Shinjuku Station, aber die ist riesig und es dauert ein Weilchen bis wir herausgefunden haben, dass wir zum Busbahnhof am anderen Ende müssen. Am Schluss klappt alles prima und wir sind für die kommenden drei Tage und auch die darauf folgenden drei Tage versorgt. Boris zieht los zu diversen Plattenläden und ich mache mich auf nach Nippori, dem Stadtteil von Tokio der dem Fashion District in NYC entspricht und einen Stoff- und Nähzubehörladen am anderen hat. Die Preise sind fantastisch und ich finde tolle Dinge. Da stört mich selbst der Dauernieselregen nicht. Kurz vor 15 Uhr suche ich nach einem Café und da das „Lavender Café“ nett ausschaut und nicht weit entfernt liegt, gehe ich dort hin. Es ist aber leider eher eine Enttäuschung, das Kuchenangebot ist sehr reduziert und die hübschen Tassen gibt es nur auf der Website. Aber ich bin zu glücklich mit meinen Schätzen um mich zu ärgern und der Rückweg zur Metro versöhnt mich auch, denn er führt durch kleine Gassen. Fahrradfahrer in Regencapes kommen mir entgegen und eine Pfütze sieht aus wie ein Herz. Mit der Metro fahre ich als nächstes zu „Hands“, einer Kette die auch schöne Papeterieprodukte führen soll, aber das Angebot ist eher klein, also fahre ich nach kurzer Zeit heim. Boris ist schon da und wir beschließen erst etwas essen zu gehen und dann eine Jazz Kissa zu besuchen. Das ist ein Lokal in dem Jazz nicht als Hintergrundmusik läuft, sondern tatsächlich angehört werden soll. Mit dem Essen haben wir Glück, wir finden ein vietnamesischen Restaurant mit leckeren Speisen. Mit der Jazz Kissa haben wir leider weniger Glück, sie ist extrem verraucht. Deshalb gehen wir wieder und zwar direkt zurück ins Hotel.

21. Oktober 2025, unterwegs

Ein allerletzter Onsenbesuch, frühstücken, packen, auschecken und dann stehen wir im Nieselregen an der Bushaltestelle. Neben uns steht ein junger Mann, wir kommen über einen Snoopy-Anhänger ins Gespräch und so vergeht die Zeit, obwohl der Bus 20 Minuten Verspätung hat, doch recht schnell. Der Bus ist, entgegen unseren Erwartungen, voll, aber irgendwann ergattern wir einen Sitzplatz und um halb zwölf stehen wir dann am Bahnhof von Odawara. Die Tickets für den Shinkansen sind schnell besorgt und auch mit der Metro in Tokio klappt es wunderbar. Unser Hotel ist direkt an einer Haltestelle, wir geben unser Gepäck ab und gehen Kaffee trinken. Um halb vier checken wir ein, unser Zimmer ist winzig, aber da wir im 15. Stock sind, ist die Aussicht spektakulär. Bis zur berühmten Shibuya-Kreuzung, auf der alle Fußgänger gleichzeitig grün haben, ist es ungefähr eine Stunde zu Fuß, aber wir ergehen uns gerne eine Stadt und ziehen los. Unterwegs sehen wir die bisher schönste öffentliche Toilette, kommen durch eine entzückende kleine Straße und dann sind wir da. Was für ein verrückter Ort, hunderte von Touristen drängen sich in den umliegenden Cafés im ersten Stock, um zu fotografieren oder posieren auf der Kreuzung. Vor dem Kaufhaus „Seibu“ trennen wir uns, Boris geht zu ein paar Plattenläden und ich probiere im Tiger ein Paar Schuhe an (zu schmal), gehe ins „Loft“, wo ich nicht das finde was ich mir notiert hatte, aber dafür andere schöne Dinge und anschließend ins „Muji“ um mir die Sachen zu kaufen die ich mir in Osaka notiert hatte. Punkt halb acht treffen wir uns wieder und gehen zu einem thailändischen Restaurant. Leider ist es ein Thailänder/Inder/Italiener mit begrenztem vegetarischen Angebot, es ist hier halt ein Touristeneck. Dann geht es mit der Metro heim, noch schnell etwas für den Fernsehabend eingekauft und dann wird entspannt.

20. Oktober 2025, Hakone

Unser letzter Tag hier in Hakone und wir beschließen es uns auf unserem Zimmer gemütlich zu machen. Nach dem Aufstehen mache ich einen kurzen Onsenbesuch, wir frühstücken und dann lesen wir und hören Musik. Um halb drei Uhr gehen wir los, noch einmal in das „Café Shima“ weil uns dort Kaffee und Kuchen am besten geschmeckt haben. Auf dem Rückweg nehmen wir eine neue Strecke und stellen fest, die ist viel schöner und hier fahren viel weniger Autos. Überall sehen wir riesige Spinnennetze in denen sich Regentropfen gefangen haben und auf der Auffahrt vom Hotel dann eine große quietschgrüne Raupe. Und aus unserem Fenster werden wir zum Abschied noch einmal mit dem Ausblick auf eine nebelig verwunschene Landschaft belohnt. Noch ein Besuch im Onsen, ein wenig ausruhen und dann gehen wir zum Abendessen. So ein schöner fauler Tag tut zwischendrin auch mal gut. Morgen geht es weiter nach Tokio.

19. Oktober 2025, Hakone

Ich wache früh auf und gehe runter in das Onsen (den Bereich mit dem heißen Quellwasser) und ruhe mich danach noch etwas aus. Heute ist der letzte Tag an dem unser FREE Hakone Pass gültig ist, deswegen fahren wir nach dem Frühstück mit der Seilbahn wieder hinunter nach Gora und warten dort auf den Shuttlebus zum Pola Museum. Das supermoderne Gebäude des Museums liegt mitten im Nirgendwo und ist — wie könnte es auch anders sein — sehr gut organisiert. Im Moment wird dort eine Ausstellung mit Werken von Ryan Gander gezeigt und wir sind begeistert von seinen lustigen und verrückten Exponaten. Besonders gefallen uns zwei animierte Mäuse die ein philosophisches Gespräch führen. In der Hauptausstellung geht es um den starken Einfluss von Vincent van Gogh auf japanische Kunst, etwas was mir so nicht klar war. Nach drei Stunden lassen wir uns zurück fahren und gehen wieder zum „Café Shima“, weil dort der Käsekuchen so lecker war, aber zu unserem Leidwesen ist es voll. Deshalb gehen wir weiter zum „Donburi & Café Zen“ wo der Käsekuchen zwar auch lecker ist, es aber leider, bis auf die Teller, nur Wegwerfgeschirr gibt. Eine letzte Fahrt durch den Nebel zur Bergstation, ein kurzer Onsenbesuch und dann gibt es wieder ein köstliches Abendessen. Und beim Fernsehen dann ein kurzer Schreck, plötzlich wackelt alles. Das war dann wohl ein kleines Erdbeben.

18. Oktober 2025, Hakone

Es gibt hier ein Open Air Museum mit Skulpturen von allem was Rang und Namen hat, da wollen wir heute hin. Mit der Seilbahn fahren wir hinunter nach Gora, mit dem kleinen Zug noch eine Station und da sind wir schon. Wir gehen direkt in die Main Gallery, in der Werke von Tetsuya Noguchi ausgestellt werden und sind total geflasht. Die Gemälde und Plastiken (von Miniatur bis halbe Lebensgröße) stellen, ohne sich über japanische Kultur lustig zu machen, Samurai mit zeitgenössischen Elementen, mal in Sneakern, mal mit Einkaufstüten, mal mit dem Chanel-Logo auf der Brustplatte, dar. Das ist so liebevoll und mit soviel Humor gemacht, wir finden es einfach wunderbar. Draußen im Freien schlendern wir durch den wunderschön angelegten Park mit vielen botanischen Sehenswürdigkeiten und natürlich mit Skulpturen. Es gibt Exponate von bekannten Namen wie Rodin, Moore oder Picasso, aber auch viele von japanischen Künstlern die uns oft noch besser gefallen. Die Zeit vergeht wie im Flug und schon meldet sich unsere innere Kaffeeuhr. Im „Café Shima“ bestellen wir heute keinen Iced Latte, denn das Wetter ist nicht ganz so gut wie versprochen. Auf der Heimfahrt reden wir über unser nächstes Ziel und sind uns einig, dass fünf Tage heiße Quellen in Hakone reichen und wir zwei weitere Tage in Nikko eigentlich gar nicht wollen, sondern lieber anstatt nur fünf Tagen Tokio dort sieben Tage. Ob man das noch ändern kann? Um 17 Uhr sind wir daheim und stellen fest, dass wir noch eine Stunde Zeit haben um Nikko gebührenfrei zu stornieren. Wir kontaktieren unser Reisebüro und das tolle Team dort wird sofort aktiv. Nur für die Suche nach einem Hotel in Tokio für die zwei Tage reicht die Zeit nicht mehr, denn es ist ja Samstag. Wir recherchieren selber und finden sogar ein Hotel im Stadtteil Shibuya, dem Lieblingsstadtteil von Boris mit vielen Plattenläden. Erleichtert gehen wir zum Abendessen und eineinhalb Stunden später beschwert zurück, denn das Essen war heute noch reichhaltiger als sonst. Und, vermutlich weil die meisten Gäste nur eine Nacht bleiben und nicht fünf Nächte wie wir, wurden wir zum Nachtisch noch mit einem köstlichen Obstteller verwöhnt.