13. Oktober 2025, Kyoto

Heute steht kein Shopping auf dem Programm, wir wollen uns den Rokkaku-do Tempel anschauen, der Ort an dem Mönche die Blumensteckkunst Ikebana entwickelt haben sollen. Ich habe nachgelesen wie man sich in einem Tempel verhält und wir finden zwar die Waschstelle erst hinterher, aber die Anzahl der Verbeugungen passt, wir werfen zweimal fünf Yen ein, entzünden jeder eine Kerze und ich schlage ganz leise den Gong. Im Garten bewundern wir die zahlreichen Steinfiguren mit gehäkelten Mützen und im Teich einen riesigen Koi und zwei Schwäne, es ist sehr schön an diesem friedlichem Ort. Als nächstes steht die Burg Nijo auf unserem Plan, aber die Warteschlange ist sehr lang und wir beschließen, dass uns die Außenansicht reicht und gehen weiter Richtung Bahnhof um unsere Tickets für den Shinkansen, den zug nach Hakone, zu kaufen. Und dann ist es auch schon Kaffeezeit. Das erste Café hat geschlossen, das zweite eine lange Warteschlange und bevor wir zum dritten kommen stehen wir vor dem „Vintage Coffee“, einem Vintageladen mit winzigem Café. Die Besitzerin holt einen Klappstuhl, alle rücken ein wenig zusammen und wir werden köstlich versorgt, was für eine schöne Entdeckung. Gestärkt gehen wir weiter Richtung Fluss und schlendern am Ufer entlang zur Haupteinkaufsstraße wo sich nun unsere Wege trennen. Boris hat noch ein paar Plattenläden auf seiner Liste und ich will noch einmal versuchen das Geschäft „Loft“ zu finden. Weil der Weg entlang eines kleinen Kanals mir viel attraktiver erscheint als die große Straße, bummele ich dort entlang und vergesse zu zählen wann ich abbiegen muss und da Boris meine SIM-Karte hat, bin ich auf mein Gedächtnis angewiesen. Also wieder zum Ausgangspunkt zurück und eben doch entlang der großen Straße, nach der dritten Querstraße müsste es links kommen. Success, im sechsten Stock bin ich im Papierparadies. Zweieinhalb Stunden später stelle ich erschrocken fest, dass es bereits 19 Uhr ist. Ich mache mich schnell auf den Weg, muss dann aber doch noch in einem winzigen Buchladen eine der japanischen Kokeshi-Puppen kaufen, die mag ich einfach zu gerne. Um halb acht Uhr bin ich daheim und wir gehen zusammen zum Supermarkt um unser Abendessen, Salat und Reispäckchen, zu kaufen.

12. Oktober 2025, Kyoto

Die Nacht war hart, ich habe kaum geschlafen. Wir essen unser Müsli und gehen anschließend in den Park in dessen Mitte sich der kaiserliche Palast befindet. Von dem Palast sieht man leider nur ein paar Giebelspitzen, dafür ist der Park sehr schön und im leichten Sprühregen fast mystisch. Nachdem wir den Park verlassen haben, kommen wir zu einer Straße die für den Verkehr gesperrt ist. Entlang der Mitte stehen Töpfe mit Chrysanthemen und rechts und links haben die Geschäfte und Restaurants kleine Stände aufgebaut. Es ist alles sehr entspannt und wir genießen die schöne Atmosphäre. An einem Schrein machen wir halt und als wir sehen, dass andere hineingehen machen wir es ihnen nach. Wir kaufen ein paar Postkarten und einen süßen Würfel, der ein wenig wie Marzipan schmeckt. Als wir zu einem Café kommen geht Boris weiter zu ein paar Plattenläden und bestelle ich mir ein sehr leckeres Brot mit mysteriösen Sachen darauf (ich habe Hirsch verstanden, aber es ist ein veganen Café). Um 16 Uhr ist Boris zurück, wir trinken Kaffee und essen einen sehr leckeren Nuss-Karamel-Kuchen. Beim Weitergehen sieht Boris bei einem kleinen Laden für Second-Hand Kimonos ein Schild auf dem „0 ¥en“ steht. In der Box darunter ist ein superschöner wuscheliger Schal, der im Nullkommanix in meinen Armen liegt. Die Besitzerin des Ladens strahlt mich an und fordert mich auf noch etwas zu nehmen, ich entdecke ein Bündel aus einem tollen Stoff das ich auch noch einpacke (im Hotel wird sich herausstellen, dass es sich um einen Kimono handelt). Ich bedanke mich und wir ziehen weiter zu einer Platten-Fair im Eingangsbereich von einem Kaufhaus. Nachdem wir herumgestöbert haben, fahren wir noch in die Papeterieabteilung hoch und ich kaufe ein paar Sticker und einen coolen Katzenanstecker. Wir sind jetzt mitten im Gewimmel der Innenstadt und hier ist Kyoto sehr modern, auf der Haupteinkaufsstraße läuft Musik wie bei uns in der Klettpassage. An den kleineren Straßen stehen oft sehr europäisch anmutende Gebäude in denen sich Boutiquen mit liebevoll dekorierten Schaufenstern befinden. Unsere letzte Station ist ein großer Plattenladen der in einem Einkaufszentrum sein soll, wir irren hin und her, ich bin soooo müde, schließlich frage ich eine junge Frau und sie zeigt uns den Weg, es ist ganz einfach. Boris schaut sich das Angebot an und dann ist es schon nach 19 Uhr und viele Restaurants machen um 20 Uhr zu, also gehen wir schnell zu einem vegetarischen Restaurant und bestellen uns zwei Veggi-Burger. Unser Heimweg ist mit 38 Minuten angegeben und führt zum Teil durch den nächtlichen Park, aber kurz vor 21 Uhr sind wir dann daheim. Was für ein Tag.

11. Oktober 2025, unterwegs

Unser letztes Frühstück im Umeda Holic Hotel und wir sind recht traurig, dass es weiter geht, obwohl Kyoto sicher toll wird. Bevor wir zum Bahnhof gehen, zieht es uns ein letztes Mal nach Nakazaki, in einem Tempel machen Mönche ihre Morgenübungen, wir schauen bei „Green Pepe“, einem winzigen Vintageladen mit coolen Dingen rein, ich kaufe drei weitere Tütchen Perlen und Boris will ein letztes Mal zu „Smile Records“, aber die haben leider noch nicht geöffnet. Auf dem Rückweg zum Hotel kommen uns zwei Fotografen und vier Teenager mit völlig verrückten Frisuren und Make-up entgegen. Leider habe ich die Kamera im Rucksack. Die Umeda Station liegt neben der Osaka Station an der Riesenkreuzung und deshalb irren wir dort ein wenig herum. Am Informationsschalter erhalten wir dann mit Hilfe von Google Translate die Auskunft, dass unser Zug von Gleis 3 abfährt. Wir fahren eine Haltestelle zu weit, fahren wieder zurück, steigen um, laufen noch 20 Minuten und dann sind wir da. An der Rezeption können wir unser Raucherzimmer ab Montag auf ein Nichtraucherzimmer umbuchen, yeah! Jetzt ist es aber höchste Zeit für Kaffee und Kuchen und weil wir schon so spät dran sind gehen wir direkt ins „Cozy Cafe“ und sind ganz entzückt von den leckeren Kuchen, der freundlichen Bedienung und dem charmanten Interieur. Wir haben unser Zimmer ohne Frühstück gebucht, deshalb suchen wir noch einen Supermarkt um Salate und Reispäckchen für heute Abend und Müsli zu kaufen. Beim Übersetzen der Zutaten ist dann mein Akku plötzlich leer, aber ich hatte mir ja gemerkt, dass der Rückweg immer geradeaus verläuft, das Heimkommen dürfte also kein Problem sein. Dachte ich zumindest, aber dann stehen wir auf unserer Straße, das Hotel liegt leider nicht dirkt vor uns und wir wissen nicht ob wir nach rechts oder nach links gehen sollen. Wir gehen nach links ein paar Straßen weit und versuchen uns mit Hilfe eines sehr einfachen Umgebungsplans, den wir vom Hotel mitgenommen habe, zu orientieren. Schließlich fragen wir in unserer Verzweiflung einen jungen Mann und zeigen ihm den Plan. Er schaut uns etwas erstaunt an und zeigt dann weiter die Straße hinunter und tatsächlich liegt das Hotel direkt neben dem Gebäude vor dem wir ihn gefragt haben. Kein Wunder hat er so verblüfft geschaut.

10. Oktober 2025, Osaka

Heute wollen wir unseren Stadtteil Umeda noch ein bisschen erforschen bevor unsere Reise morgen weiter geht. Mitten an einer großen Straße kommen wir zu einem riesigen alten Ginkgobaum unter dem ein Schrein steht. Rechts und links gehen Gässchen ab, zum Teil sind sie echt winzig. Und dann sind wir schon im nächsten Stadtteil Nakazaki in dem sich auch das Viertel mit vielen kleinen Läden und Cafés befindet, in dem wir am ersten Tag waren. Wir bummeln ein wenig herum und ich gehe in ein Buchcafé und schaue mir eine kleine Ausstellung echt schräger Puppen mit abgetrennten Gliedern und gruseligen Gesichtern an. Um 14:30 h gehen wir in die Patisserie „Douceur“ und setzen uns, nachdem wir uns endlich entschieden haben — die Auswahl ist echt toll — nach oben. Dann ist es Zeit getrennte Wege zu gehen, Boris zu Plattenläden und ich zum „Umeda Loft“. „Loft“ ist eine große Papeterie Kette und ich freue mich darauf entspannt stöbern zu können. Leider lande ich zuerst wieder an der Riesenkreuzung mit den beiden Kaufhäusern. Ich versuche mich mit Hilfe meines und eines öffentlichen Stadtplans zu orientieren, als ein kleiner alter Mann mir seine Hilfe anbietet. Irgendwie klappt die Verständigung, das ist so toll, und er zeigt mir in welche Richtung ich gehen muss. Allerdings stelle ich bei meiner Ankunft dann fest, dass in diesem Fall der Name tatsächlich Programm ist, „Umeda Loft“ ist ein Wohngebäude mit Lofts. Also bummele ich durch die kleinen Straßen zurück Richtung Hotel, kaufe unterwegs in der Schmuckboutique „Aterlier & Galler kaju_0808“ noch ein paar Perlen und lege dann die Füße hoch um ein wenig zu lesen. Kurz vor sieben Uhr kommt Boris zurück, wir holen uns im Supermarkt unser Abendessen und machen es uns gemütlich.

9. Oktober 2025, Osaka

Nachdem wir die ersten zwei Tage hauptsächlich in Geschäften und darum herum verbracht haben, machen wir uns heute auf die Suche nach Kultur. Als erstes steht das Schloss mit seinem Park auf der Agenda, circa 45 Minuten zu Fuß entfernt. Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut mit der Absicht das schönste Schloss Japans zu bauen und mit seinen fünf Stockwerken und den vergoldeten Elementen sitzt es wirklich wie ein Juwel hoch oben inmitten des großzügig angelegten Parks. Wir besuchen noch den Hokoku Schrein und machen uns dann auf die Suche nach dem südwestlichen Ausgang um weiter zum Namba Yasaka Schrein mit seiner riesigen Löwenkopf-Bühne, ungefähr weitere 45 Minuten entfernt. Unterwegs bleiben wir bei einem entzückenden Vintage Laden, dem „Hello Darling“, stehen und beschließen kurz hinein zu schauen. Aus dem „kurz“ wird schnell eine halbe Stunde, denn die Besitzerin ist in München aufgewachsen und wir unterhalten uns hervorragend. Auf ihre Empfehlung biegen wir ab, um im „Hicaru Coffee Roaster“ Iced Latte und Kuchen zu uns zu nehmen. Zum Glück können wir dort auch mein Handy aufladen und Boris sucht auf seinem Handy per Google Maps die Strecke zum Schrein heraus, sonst wären wir sicher verloren. Das sind wir dann aber trotzdem und eine halbe Stunde bevor der Schrein schließt beschließen wir aufzugeben. Boris besucht stattdessen drei weitere Plattenläden bevor es langsam dunkel wird und wir uns auf den Weg zum Viertel Dotonbori machen um rechts und links des Kanals das Schauspiel der Neonwerbung zu bewundern. An einer Kreuzung fragt uns ein junger Mann „Are you German?“ Als wir seine Vermutung bestätigen, meint er „Ich mag Eichhörnchen“. Etwas verblüfft sagen wir, dass wir sie auch mögen. Dann wird die Ampel leider grün und wir verabschieden uns. Auf dem Weiterweg sehen wir viele kostümierte junge Frauen die versuchen Kunden in diverse Maid Cafés zu locken. Das erste dieser Cafés wurde 2001 für Oatku (männliche Fans) von Anime und Manga im Viertel Akihabara in Tokio eröffnet. Inzwischen sind sie eine weitverbreitete Touristenattraktion, dienen aber wohl gleichzeitig auch als eine Möglichkeit für Japaner die Lücke, die der Mangel an fehlenden persönlichen Beziehungen bildet, zu füllen. In Dotonbori ist das Schauspiel der Neonbeleuchtung wirklich ein Riesenspaß, aber jetzt sind wir doch recht kaputt und auch hungrig und suchen uns ein thailändisches Restaurant heraus. Weil aber im selben Gebäude ein großes Schild für vegetarisches Essen wirbt, werden wir davon angezogen und essen heute lecker chinesisch. Für den Heimweg wollen wir testen, ob wir das Metrosystem verstehen und stellen fest, es ist völlig unkompliziert und mit den Plüschsitzen ist die Fahrt auch ultra bequem.

8. Oktober 2025, Osaka

Boris hat wieder das vegetarische Frühstück und für mich gibt es heute das Curry Frühstück, auch lecker, aber lange nicht so gut wie das japanische Frühstück. Dann ziehen wir los Richtung „Kindal“, einer Second Hand Laden Kette mit drei Filialen in Osaka. Leider ist die erste Filiale nur eine Art Lager ohne Verkauf, also auf zur nächsten Filiale. Diese ist in einem rosafarbenen Gebäude untergebracht das mit wurzelartigen Ranken verziert ist. Im Laden sind die Kleidungsstücke nach Designermarken sortiert, Chanel, Dior, Gucci, Prado, alle sind vertreten und natürlich ist das Sortiment entsprechend hochpreisig. Aber das ist für mich nicht weiter schlimm, denn ich finde das Angebot etwas langweilig, es gibt wenig Buntes und viel in schwarz, weiß oder creme. Wir ziehen weiter, schauen noch kurz in einen anderen Vintageladen hinein und dann ist es auch schon Zeit für Plattenläden die oft erst um 12 Uhr öffnen. Boris findet weitere Schätze und anschließend gehen wir für eine kleine Pause zurück ins Hotel. Ich suche uns ein kleines Café heraus und um 15 Uhr stehen wir vor dem „Omo Café“. Der Eingang ist eine Schiebetür und im Inneren ist es ein bisschen wie ein Zengarten angelegt mit Kieselsteinen auf dem Boden und Trittsteinen dazwischen. Wir trinken wieder einen Iced Latte, denn draußen hat es circa 30 Grad und essen dazu ein Stück Käsekuchen. Unser nächster Stopp sind die zwei Kaufhäuser in der Nähe des Osaka Bahnhofs. Die Straße zu überqueren ist dort gar nicht so einfach, es ist eine echte Stadtautobahn, aber zwischen den Kaufhäusern gibt es dann überirdische Stege von denen man auf das Autogewimmel hinunter schauen kann. Wir gehen zuerst ins „Hanshin“, ein bisschen wie unser Breuninger, nur größer, wo wir auch sofort ein paar wunderschöne, rote Sneaker für mich entdecken, leider sind sie zu klein. Auf der Lifestyle-Etage schauen wir uns das schöne Geschirr an und fahren dann runter in die Lebensmittelabteilung, die uns mit ihrem riesigen und vielfältigen Angebot komplett überwältigt. Das zweite Kaufhaus heißt „Hankyu“ und der Schriftzug sieht dem von Harrods sehr ähnlich. Wir fragen ob es die Schuhe hier auch gibt (leider nicht), schauen uns die Möbelabteilung an und fahren dann in den 10. Stock, wo sich mehrere Pop- Up Stores befinden. Hier bin ich im Glück, denn es gibt zusätzlich die Handarbeitsabteilung und die Papeterie. An einem Stand stickt eine Frau mit knallroten Haaren bezaubernde Bilder die ein wenig an Tenniels Zeichnungen in „Alice in Wonderland“ erinnern. Nebenan kann man sich an kleinen Ständen etwas zu essen kaufen und sich auf die Stufen eines Atriums setzen um dem Treiben zuzuschauen, zum Beispiel den potentiellen Kunden eines British Markets der sich ein Stockwerk tiefer befindet. Inzwischen ist es spät und wir haben Hunger. Draußen flimmern die Neonlichter und wir verlaufen uns erst einmal, weil es kaum Fußgängerüberwege gibt und die Stege nur die Kaufhäuser miteinander verbinden. Aber irgendwann sind wir auf dem richtigen Weg und kurz darauf sitzen wir in einem indischen Restaurant und lassen es uns schmecken.

7. Oktober 2025, Osaka

Um Viertel vor acht klingelt der Wecker und kurz darauf sitzen wir vor unserem Frühstück. Boris hat das vegetarische Menü, Salat mit einem hartgekochten Ei, ein Schälchen Reis und ein Schälchen Misosuppe. Mein japanisches Frühstück besteht aus einem Schälchen Misosuppe, einem Schälchen Reis, zwei Scheibchen aufgerolltem Omelett, ein bisschen Gemüse, einem Stückchen Lachs und einem kleinen Teller mit einer Tofucreme mit Sojasoße, total lecker. Am Buffet kann man sich diverse Tees und Säfte, Kaffee, Cerealien mit Yoghurt oder Milch und frischen Obstsalat holen. Nach dem Frühstück gehen wir wieder auf unser Zimmer um noch ein bisschen zu chillen und kurz vor zwölf dann los zum ersten Plattenladen, wo Boris ganz im Glück die Jazzplatten durchschaut während ich Plattencover fotografiere. Durch eine Passage geht es zum nächsten Plattenladen. Dieses Mal warte ich allerdings draußen und recherchiere eine Art Fächer, den ich an einer Hauswand angebracht sehe. Google bezeichnet ihn als eine Papierlaterne. Tatsächlich handelt es sich um einen Chimaki Gücksbringer bestehend aus einem Bündel Chinaschilf, der üblicherweise beim jährlichen Gion Fest in Kyoto verkauft wird, soviel zu KI. Dann machen wir uns auf die Suche nach Second Hand Läden. Den ersten Laden finden wir leider nicht, aber Dank der Hilfe eines sehr netten jungen Japaners, der uns bis vor die Türe begleitet, finden wir den zweiten Laden — leider hat er geschlossen. Also weiter zum nächsten Stopp, einem kleinem Mall in dem sich ein winziger Second Hand Laden und eine Filiale des „Disk Union“ befinden und dort kaufe ich dann mein erstes T-Shirt. Jetzt ist es aber Zeit Kaffee zu trinken und während wir auf dem Handy nach einem Café suchen werden wir von einer Gruppe junger Asiaten angesprochen. Sie haben einen Zettel mit einem „Challenge“, nämlich verwirrten Menschen (so wie wir es sind) zu helfen. Als wir erklären, dass wir ein Café suchen sind sie ganz begeistert und begleiten uns zu ihrem Lieblings-Café. Leider gibt es das nicht mehr, dafür aber ein Katzen-Café. Dort zahlt man dafür, dass man die Katzen streicheln darf und einen geringen Betrag für ein Getränk. Leider gibt es kein Gebäck und da wir etwas Hunger haben verabschieden wir uns wieder. Wir sind in einem Gewirr von kleinen Straßen gelandet und es gibt viele Läden und auch Cafés und so landen wir im „Café Seukon“. Nach einem kleinen Missverständnis (in Japan ist der 1. Stock das Erdgeschoss und wir folgen der schriftlichen Aufforderung im 1. Stock zu bestellen und warten im 2. Stock bis uns die Kellnerin rettet) sitzen wir glücklich vor Torten und Iced Latte. Ziemlich satt bummeln wir weiter, schauen in einen entzückende Vintage-Laden rein und stehen dann staunend vor einem Streichel-Café. Das ist sicher nicht korrekt, aber es ist schon toll neben zwei Katzen und einer Ente drei Eulen und ein kleines marderartiges Tier zu sehen. Genau da gibt mein Handy auf und wir müssen uns ab jetzt nach Gefühl zum Hotel durchschlagen. Zum Glück hat Boris einen guten Orientierungssinn und kurz darauf sind wir schon da. Während er ein zweites Mal zum „Disk Union“ geht, recherchiere ich ein bisschen und dann holen wir nochmal Reispäckchen und Kaltgetränke und machen es uns vor dem Fernsehapparat gemütlich. Leider klappt es nicht mit den Apps und dem USB-Stick und letztendlich schauen wir auf meinem Tablet eine Folge „Petrocelli“ an.

5. & 6. Oktober, unterwegs

Unser Zug kommt pünktlich in Frankfurt an und bald darauf sitzen wir im Flugzeug. Zum Glück konnten wir auch unser Essen umbuchen und zwölf Stunden später sind wir in Hongkong. Der Flughafen ist riesig und sehr schön, aber wir sind zu erledigt um viel wahrzunehmen und suchen uns ein ruhiges Plätzchen um dort die fast sechs Stunden Aufenthalt zu verbringen. Knappe vier Stunden darauf landen wir in Osaka. Unser Gepäck steht schon bereit, das Aufenthalts- und Zollprozedere geht relativ zügig voran, wir holen am Schalter unsere SIM- Karte ab und machen uns auf die Suche nach einem Taxistand. Auf unsere Frage danach spricht uns eine freundliche Flightattendin an um uns die Metro zu empfehlen, die sei „much cheaper“. Allerdings sind wir nach inzwischen, abgesehen von ein paar kurzen Schläfchen seit 31 Stunden wach und die Metrostation überfordert uns total. Später stellen wir fest, dass wir zweimal hätten umsteigen müssen, ob das so geklappt hätte? Cheaper wäre es allerdings sicher gewesen, denn zu unserer Unterkunft sind es mehr als 50 km was mit ca. €120 zu Buche schlägt. Das Hotel gefällt uns gut, das Personal ist super freundlich und das Bett in unserem Zimmerchen ist sehr bequem. Aber bevor wir uns niederlassen, testen wir die Leckereien und Tees die in der Lobby angeboten werden, ich finde noch ein Buch und dann gehen wir zum „Daily“ um die Ecke um uns zwei Bier und zwei kalte Reispäckchen zu holen. Zurück im Hotel und frisch geduscht testen wir die Gesichtsmasken die auch in der Lobby angeboten wurden und dann legen wir endlich die Beine hoch.

4. Oktober 2025, vor dem Flug

Am Samstag dachte ich, dass es vielleicht eine gute Idee wäre mal zu schauen ob die Flugdaten für unsere Japanreise noch aktuell sind und ob wir vegetarisches Essen gebucht bekommen haben. 24 Stunden vor unserem Abflug, also 13:45 h gebe ich die Flugnummer ein und erhalte die Nachricht „This flight has been cancelled“. Auf der Website der Fluggesellschaft ist der Flug zwar noch aktuell, aber was stimmt denn nun? Ich rufe im Reisebüro an, aber es hat bereits geschlossen. Boris und Birger, Chef des Reisebüros, sind nicht zu erreichen. Vielleicht habe ich bei der Fluggesellschaft mehr Glück, lande allerdings natürlich erst einmal in der Warteschleife. Nach 44 Minuten schlechter Musik meldet sich Birger von unterwegs um mir zu sagen, dass er sich gleich wieder melden wird. Kurz darauf ruft er an um die Flugdaten zu bestätigen, uff. Das Essen für den ersten Flug ist leider nicht vegetarisch, wir wollen versuchen es in Frankfurt umzubuchen. Noch ein bisschen rumräumen und dann geht’s ab ins Bett, um halb sechs klingelt der Wecker.

25. August 2025, unterwegs

Ursprünglich wollte ich gestern mit Boris nach Stuttgart fahren, aber weil Hanne und Andreas zufällig heute an den See fahren, habe ich einen Tag angehängt um mich mit ihnen in Nonnenhorn zu treffen. Auf dem Weg zum Bahnhof fotografiere ich noch schnell den Markelfinger Märchengarten. Leider beeinträchtigt der Erdrutsch noch immer den Bahnverkehr und deshalb geht es zuerst mit dem Zug nach Konstanz und von dort mit dem Bus nach Friedrichshafen. Der Zug kommt spät und ist zum bersten voll, im Bus erwische ich buchstäblich den letzten Sitzplatz und an der dritten Haltestelle muss der Fahrer den Wartenden leider sagen, dass keiner mehr in den Bus passt. Weiter geht es zum Fährhafen und dann fährt der Bus tatsächlich auf die Fähre und so komme ich noch zu einer Schifffahrt, allerdings im Bus, denn sonst müsste ich eventuell eine Schifffahrkarte nachlösen wie ich von einer Gruppe junger Mitfahrender erfahre. Von Friedrichshafen fahre ich mit dem Zug weiter und komme um halb drei an. Wir telefonieren kurz und verabreden uns im Biergarten des Hotels „Zur Kapelle“ wo wir einen schönen Nachmittag verbringen. Und dann sause ich los, alle Verbindungen klappen und am frühen Abend bin ich wieder in Stuttgart.