13. Juli, Manhattan

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Wir haben uns einiges vorgenommen für heute. Zuerst besuchen wir die Central Library, sie hat zwar unerwarteterweise geschlossen, aber sie ist ja auch von außen sehr schön. Da sie direkt am nördlichen Ende vom Prospect Park liegt, gehen wir anschließend ein bisschen im Park spazieren und danach wieder zu Der Pioneer. Und dann geht’s mit der Metro zum Lincoln Center, zuerst zu einem First Listen Event: John Coltrane with Eric Dolpher at the Village Gate (1961). Das Album ist irre und die anschließende Podiumsdiskussion ist sehr interessant. Direkt gegenüber ist eine Austellung mit Kostümen der Wondrous Willa Kim. Dann geht’s weiter zu Luciane Dom, einer brasilianischen Sängerin, aber leider ist das Konzert extrem laut. Deshalb gehen wir zum Abschluss lieber zur Hauptbühne auf der Tatiana Eva-Marie und die Paris Swing Kids eine Mischung aus Swing, Jazz und Chansons spielen. Noch ein Stück Pizza auf die Hand und dann fahren wir heim.

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12. Juli, Brooklyn

Nach einem gemütliche Frühstück gehen wir in den Prospect Park und legen uns ins Gras um etwas zu dösen, zu lesen und den Menschen und Tieren zuzuschauen. Gegen halb drei machen wir uns auf die Suche nach einem Café und landen wieder in Der Pioneer. Danach geht es noch kurz in den Food Bazaar um Bier, Cerealien und Kekse zu kaufen und dann ist unser erster gemeinsamer Tag auch schon fast vorbei.

11. Juli, Brooklyn

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Mein letztes Frühstück alleine. Danach gehen Eileen und ich zu Der Pioneer, einer Bäckerei mit Café um uns zu stärken. Während sie davon fährt eine Freundin besuchen, gehe ich zum Sariladen ein paar Häuser weiter und kaufe mir einen bunten Schal aus dem ich mir einen luftigen Rock nähen will. Auf dem Heimweg mache ich kurz Pause auf einer wunderbar bemalten Bank und dann muss ich auch schon los zum Flughafen. Boris kommt als einer der letzten Passagiere raus und nun ist die lange Trennungszeit endlich vorbei und ich bin sehr froh, dass es „nur“ zwei Monate waren und nicht zwölf.

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10. Juli, Brooklyn

Wäsche waschen, ein bisschen putzen, einkaufen — morgen kommt Boris und dann will ich mit so banalen Dingen nicht die Zeit vertun. Noch ein wenig schnacken, etwas lesen und schon ist es Zeit fürs Bett.

9. Juli, Brooklyn

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Zwei Monate hat es gedauert bis ich gar nicht mehr darüber nachdenke, was ich heute machen will sondern einfach einen ganz normalen Sonntag verbringe. Ich fahre zuerst zum DUMBO Flohmarkt, der ist total nett und überschaubar. Danach schlendere ich noch ein bisschen im Viertel herum, windowshopping und dann kaufe ich mir bei Jacques Torres ein leckeres Eis und setze mich damit in den Brooklyn Bridge Park. Der Himmel ist völlig dunkel und ab und zu regnet es ein kleines bisschen, die Williamsburg Bridge verschwindet fast im Nebel und auf dem East River fahren die Fähren hin und her. Langsam wird es Abend und ich mache mich auf den Heimweg, denn selbst zum neuen Zuhause benötige ich 40 Minuten wenn alles gut läuft.

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8. Juli, Brooklyn

Auf dem Grand Army Plaza zwischen der Central Library und dem Prospect Park gibt es jeden Samstag einen Farmers Market und da will ich heute mal hin. Es gibt zwei Backwarenstände, Blumenkohl in allen möglichen Farben, einen tollen Kräuterstand und viele junge Leute die hier einkaufen was mich beeindruckt, denn günstig ist es nicht. Ich schaue mir alles in Ruhe an und dann springe ich noch schnell in die Bibliothek um mir neuen Stoff zu holen bevor ich wieder heim fahre. Anschließend fahre ich nach Canarsie um Tunisia zu besuchen und zum Schluss noch zum Aldi um mal zu schauen was es da so gibt.

7. Juli, Manhattan

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Es ist der Geburtstag von Marc Chagall und ich möchte mir sein Glasbild „Peace Window“ im United Nations Gebäude anschauen. Chagall war einer von über 2.200 Künstlern, Philosophen, Schriftstellern, Juden, und anderen Naziverfolgten denen 1941 zur Flucht verholfen wurde. Ermöglicht hatte dies vor Ort der amerikanische Journalist Varian Fry mit Hilfe des Emergency Rescue Commitees in New York City dessen Mitglieder unter anderem Alfred Barr (damaliger MoMA Direktor) und First Lady Eleanor Roosevelt waren. Leider wird das Kunstwerk gerade renoviert, aber einen kleinen Teil kann ich fotografieren. Das UN Gebäude ist natürlich hochgesichert, aber alle sind sehr lustig und hilfsbereit. Ich verlasse die UN Richtung Innenstadt, durchquere die wunderschöne Halle der Grand Central Station und fahre per Bus zum MoMA, denn an jedem ersten Freitag des Monats ist der Eintritt ab 16 Uhr für NYC Residents gratis. Nach zweieinhalb Stunden bin ich überwältigt von so vielen tollen Bildern und Skulpturen aber auch ziemlich erledigt. Ich nehme den nächsten Bus zum Lincoln Center um mir noch ein bisschen karibische Musik anzuhören und den Menschen beim Meringue tanzen zuzuschauen und dann fahre ich heim.

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RECAP JUNI

Ein kleiner Rückblick auf den Juni:

Mode: Quietschbunte künstliche Fingernägel mit aufgeklebten Schmuckelementen, Bubbelschlappen und Hausschuhe als Straßenschuhe, Blusen, Hemden, Röcke, Hosen, Kleider, Jacken — alles aus Satin.

Zwischenmenschliches: Bis auf eine Mutter die ihr Kind angeschrieen hat, weil es mit mir gesprochen hat und zum Schluss schrie „Now fuck off“, und damit offensichtlich mich gemeint hat, sind die Menschen für so eine große und harte Stadt größtenteils sehr freundlich. Alten Menschen und kleinen Kindern wird in Bus und Bahn ganz oft ein Sitzplatz angeboten oder man überlässt jemandem den Vortritt.

Fragen an mich: „Ist das der Express nach Flushing? Ich bin mit meiner Frau verabredet und bin spät dran, deshalb muss ich den Express nehmen.“ „Möchten Sie einen kleinen Hund adoptieren?“ „Haben Sie sich schon registriert um zu wählen?“

6. July, Harlem

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Jetzt ist der Sommer wirklich da und selbst auf der Terrasse ist es heiß. Ich überlege ob ich ins Einkaufszentrum im Oculus gehe, denn dort ist es klimatisiert. Aber in unserem Zimmer ist es, Dank dem Deckenventilator so angenehm und mein Buch ist so spannend, dass ich erst mal daheim bleibe. Um 17 Uhr mache ich mich dann auf den Weg zu einem Park in Harlem, dort soll es ein Konzert mit einer Swingband geben. Ich komme pünktlich an, erwische den letzten freien Stuhl und schon geht es los mit „Take the A Train“. Neun Musiker, ein Dirigent, und ab und zu ein Sänger haben auf der kleinen Bühne einen Riesenspaß und sind unglaublich mitreißend. Zwischen den Stühlen wurde eine Tanzflächen frei gelassen und sie wird auch bei einigen Stücken genutzt. Die Zeit vergeht wie im Flug und nach einer Stunde ist das Konzert schon vorbei und ich fahre beschwingt nach Hause.

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5. Juli, Woodbridge

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Open Air Konzerte sind für mich ein Sommer-Highlight und deshalb fahre ich heute nach Woodbridge, NJ um mir Eilen Jewell nochmal anzuhören. Ich bin etwas nervös, denn Penn Station wird gerade umgebaut, aber es klappt alles prima. Ich schnappe mir noch einen Fahrplan, damit ich weiß wann ein Zug zurück fährt, dann öffnen sich die Türen für Gleis drei und schon sitze ich im Zug. Die Fenster sind leider wegen des Regens total verschmiert, aber das gibt einen interessanten Effekt für ein Foto. Woodbridge, selbsternannte Musik-Hauptstadt von New Jersey, ist klein und weiß, hat aber immerhin eine Busstrecke. Ich esse einen superleckeren Spinat-Erdbeer-Salat, geröstete Kichererbsen, und einen Blaubeermuffin und trinke dazu einen Kaffee. Nebenher suche ich die Adresse der Bibliothek raus, ein Besuch gehört für mich dazu. Uff, 25 Minuten an einer vierspurigen Straße ohne Schatten, aber es ist dort sehr nett. Zurück im Park, der zum Glück direkt neben dem Bahnhof liegt, suche ich mir ein Plätzchen und um 19:30 h werden wir erst alle vom Bürgermeister begrüßt, dann stehen wir für die Nationalhymne auf und danach geht es los. Die Vorband heißt Cold Chocolate und die zwei spielen tollen Rock. Eilen Jewell und ihre Band sind wieder super und um 21:40 h ist das Konzert vorbei. Die Schlange am CD-Stand ist mir zu lang, denn um 21:57 h fährt schon mein Zug. Um 21:50 h kommt die Durchsage, der Zug fällt aus. Der nächste fährt um 23:09 h. Ob das stimmt? Ich warte mal ab. Um 21:55 h wird die Durchsage wiederholt, es scheint also zu stimmen. Ich gehe wieder in den Park, denn dort gibt es Toiletten. Und vielleicht hole ich mir ein Bier und doch noch eine CD. Kaum unten, höre ich ein lautes Tuuut. Ich rase los, stürze die, gefühlt, 729 Stufen hoch und falle in den Zug. Die Zugnummer steht zwar nicht in meinem Fahrplan, aber das ist mir egal, die Richtung stimmt und wie man am Beitrag erkennen kann komme ich heil daheim an.

sdr
sdr