
Heute ist Soho dran, der Stadtteil mit den teuren Läden. Ganz New York scheint auf den Beinen zu sein, schließlich sind es nur noch acht Tage bis Vatertag. Und natürlich gibt es viele Touristen. Ich gehe die Prince Street entlang, da höre ich plötzlich hinter mir jemanden rufen: „Oh my god, I so thought you were Diane Keaton.“. Neugierig drehe ich mich um, um zu sehen wer gemeint ist. Ein junger Mann schaut mich fragend an. Ich ignoriere den Altersunterschied (zu Ms Keaton, nicht zu ihm) und bedanke mich lachend. Bestimmt ist dieses Kompliment meinem Hut geschuldet. Beschwingt gehe ich weiter und bummele an Schaufenstern mit verrückten Auslagen vorbei. Hier in Soho wurden Mitte des 19. Jahrhunderts sehr viele Fabriken gebaut die, weil es noch keine Elektrizität gab, auf Tageslicht und daher auf hohe Fenster angewiesen waren. Gusseiserne Bauelemente aus dem Katalog ermöglichten diese Bauweise einfach und kostengünstig. Der Mitte der 60er Jahre geplante Bau der Stadtautobahn konnte damals zum Glück durch den Einsatz der Anwohner gemeinsam mit den Künstlern, die inzwischen die Fabriklofts erobert hatten, verhindert werden. Heute hat Soho weltweit die höchste Dichte an gusseisernen Gebäuden. Aber gelegentlich erhasche ich auch einen Blick auf Grün in einem der Hinterhöfe und insgesamt gibt es in New York viele grüne Inseln um mal kurz zu verschnaufen. Ich trinke noch einen Matcha-Strawberry Fizz und dann wird es langsam Zeit mich Richtung Central Park zu begeben. Heute Abend gibt es dort ein OpenAir Blues Konzert und nachdem ich Taschenkontrolle und Bodycheck passiert habe, suche ich mir ein Plätzchen und mache es mir gemütlich. Als Vorband tritt ein Highschool Gospelchor auf, dann kommt eine Band die eine Mischung aus karibischen Elementen, Jazz, und Rapp spielt und anschließend eine Band deren Musikrichtung ich eher als Pop bezeichnen würde. Blues ist für meine Begriffe wenig zu erkennen, aber ich bin ja auch keine Fachfrau. Der dritte Hauptakt ist ein DJ, den lasse ich aus und gehe nach Hause.
















