Beim Great Hill im nördlichen Central Park gibt es heute von 17 bis 18 Uhr Jazz im Park. Ich habe am Abend vorher ein Fläschchen Sangria getrunken und komme deshalb etwas schwer los. Das reicht gerade noch für einen kurzen Abstecher zur Hester Street Fair auf einem Pier beim Financial District. Es gibt einen LGBTQ Stand der gespendete Kleidung verschenkt. Man darf aber gerne etwas spenden, was ich natürlich mache. Es ist 15:50 h, ich mache mich auf den Weg und das Chaos beginnt. Verspätete Züge, Zugausfälle, Züge auf anderen Gleisen. Das ist ja fast wie bei der deutschen Bahn. Auf Grund dieses ganzen Tohuwabohus bin ich erst um 18:20 h am Great Hill und dort ist nichts mehr zu sehen von einem Konzert. Dafür gibt es Tische, Wasser und Toiletten — was braucht man mehr? Um 20 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Pontiac Playground, kaufe mir unterwegs noch ein Pastrami Sandwich und komme pünktlich zum Filmbeginn von Wakanda Forever an. Der Heimweg ist wie immer abenteuerlich, aber es klappt alles und um 1:20 h schließe ich die Tür auf.
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23. Juni, Brooklyn
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Leider habe ich schlecht geschlafen (vielleicht lag mir der Sticky Pudding zu schwer im Magen), deshalb mache ich heute nur eine kleine Tour und zwar nach Red Hook im Westen von Brooklyn. An der Bushaltestelle komme ich mit einer älteren Dame ins Gespräch und erhalte von ihr noch ein paar Tipps, wie zum Beispiel den Park am Ende der Straße. Ich könne ihn nicht verfehlen, meint sie, wenn meine Füße nass werden, dann sei ich zu weit gegangen. Laut Internet ist Red Hook eine up-and-coming Künstler Enklave mit Galerien und kleinen Läden. Aber vielleicht wurde der Beitrag vor der Pandemie erstellt, denn dieser Stadtteil ist wunderbar verschlafen. Ich esse eine Kleinigkeit im Baked und bummele danach durch die Straßen zum Wasser. Hier gibt es noch viele alte Lagerhäuser weil Red Hook war mal ein wichtiger Teil des New Yorker Hafens war. Inzwischen werden sie zum Teil von kleinen Agenturen genutzt oder sie stehen leer. Am Ende der Straße gibt es einen Streetfood-Wagen und Steve’s Key Lime Pie, den oben erwähnten Park und ein Angler-Pier, von dem aus man, heute leicht vernebelt, die Freiheitsstatue sehen kann. Auf dem Rückweg komme ich an ein paar Community Gärten vorbei, einer davon mit einem Hai der sich unter einer Plane versteckt. Ich nehme den F Train nach Coney Island und gehe auf dem Boardwalk nach Brighton Beach rüber um noch ein paar Lebensmittel zu kaufen und danach geht’s nach Hause.
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22. Juni, Manhattan
sdr
Drei Ziele habe ich mir für heute ausgesucht, die Upper East Side, Carnegie Hill, und den East River Park. Zuerst übertrage ich aber bei Kaffee und Croissant die interessantesten Ecken in meinen Stadtplan. Nun bin ich gerüstet und schlendere zwischen der 3rd, der Lexington und der Park Avenue hin und her und schau mir die hübschen Häuser mit ihren Erkern, Treppenaufgängen und schönen Türen an. Auffällig ist der Unterschied zwischen der Park Avenue mit ihrem gepflegten Grünstreifen in der Mitte und ihren Appartmenthäusern mit den uniformierten Wachmännern (die sich leider nicht fotografieren lassen) im Eingang und den anderen beiden Avenues mit kleinen Läden wie dem Buchladen der sich auf Kochbücher spezialisiert hat oder dem Chinarestaurant für das ein Schwein wirbt. Leider muss ich den East River Park auf ein anderes Mal verschieben, denn um 18:30 bin ich mit Björn und Tunisia Downtown zum Essen verabredet. Ich setze mich noch kurz in den Central Park, dann mache ich mich auf den Weg. Im Außenbereich des Restaurants gibt es einen Hunde Adoptions Event, aber leider passt es bei uns allen gerade nicht so recht.
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21. Juni, Manhattan
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Um 12 Uhr habe ich mein Vorstellungsgespräch in der Flatbush Library um zu klären wie der Workshop mit den Flatbush Buchkindern ablaufen soll. Es ist ein sehr nettes Gespräch und wir freuen uns alle drei auf das Projekt. Danach fahre ich zum Little Island (noch ein Tipp von Christiane), einem sehr hübsch bepflanzten kleinen Park der auf tulpenähnlichen Stelzen im Wasser steht. Es gibt jeden Tag Programm und heute wird mit Stöcken und Palmwedeln Musik gemacht. Vom obersten Punkt aus hat man einen wunderbaren Blick auf die NYC Skyline. Auf dem Rückweg schaue ich mir in einem Weinfachgeschäft eine kleine Ausstellung mit Fotos von Graham Nash an. Dann geht es mit der Metro hoch zur 70. Straße, denn auf Pier i soll ab 17 Uhr eine kleine Jazzcombo spielen. Ich esse einen leckeren Salat und lasse mir den Wind um die Nase wehen. Es geht pünktlich los, aber die Musik ist mir leider etwas zu beliebig. Ich bleibe trotzdem weil die Atmosphäre sehr nett ist und auch weil nicht viele Zuhörer gekommen sind. Der zweite Akt besteht aus einem LGBTQ Sänger mit Begleitung an der Gitarre. Er hat eine schöne Stimme, nur knödelt er leider manchmal etwas. Auch wenn das also musikalisch kein Highlight war, war es doch ein sehr schöner Abend und ich mache mich zufrieden auf meinen knapp zweistündigen Heimweg.
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20. Juni, daheim
Ein Wasch- und Putztag.
19. Juni, Brooklyn
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Eigentlich wollte ich mir heute Forest Hills und Jackson Heights in Queens anschauen. Aber dann bin ich in den Bus in die falsche Richtung gestiegen und wäre nach Queens ewig unterwegs gewesen. Glücklicherweise gibt es ja viele andere schöne Ecken die ich noch nicht kenne. Zum Beispiel Sheepshead Bay (benannt nach dem Essfisch Sheepshead der in der Bucht daheim ist). Dort gibt es einen Kanal der als Yachthafen dient und wenn man die Brücke darüber überquert hat und drei Straßen weiter geht ist man am Manhattan Beach (der in Brooklyn liegt). Ich schaue erst ein Weilchen den Schiffen im Hafen zu und gehe dann weiter an den Strand, die Füße ins Meer stecken. Hier ist ordentlich was los, denn es ist Juneteenth, seit 2021 ein nationaler Feiertag der vielerorts schon seit dem 19. Juni 1866 gefeiert wird um das Eintreffen der Unionsarmee in Texas und damit das Ende der Sklaverei anzuerkennen.
18. Juni, Brooklyn
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Die erste Postkarte die ich in NYC gekauft habe, war eine Reproduktion einer alte Karte die den Gowanus Kanal zeigt. Das hat mich natürlich neugierig gemacht und ich habe ein bisschen recherchiert. Angefangen hat die Geschichte mit einem kleinen Fluss (benannt nach Häuptling Gouwane), der im 17. Jahrhundert von Privatleuten erweitert wurde um Mühlen zu betreiben. Ende des 18. Jahrhunderts baute die Stadt New York den Fluss zu einem Kanal um, um den Wasserdurchlauf zu verbessern. Mitte des 19. Jahrhunderts, Brooklyn war inzwischen die drittgrößte Stadt in den USA, diente er hauptsächlich dem Abtransport der Haushalts- und industriellen Abwässer ins Meer und um dies zu gewährleisten, kam es zu einer Erweiterung des Kanals. Der Vorschlag Schleusen einzubauen wurde aus Kostengründen abgelehnt, aber da die Gezeiten den Kanal nicht sauber halten konnten, gab es Ende des 19. Jahrhunderts verschiedene Versuche die Abwässer durch Rohre umzuleiten. Da gleichzeitig Abwässer aus entfernteren Stadtteilen in den Kanal geleitet wurden, verschlechterte sich die Wasserqualität dramatisch und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Inhalt des Kanals als „schwarze Mayonaise“ bezeichnet und der Kanal selbst als „Lavender Lake“ auf Grund des violetten Schimmers auf dem Wasser. Brückenbau und Containerschiffe führten dazu, dass aus den ehemals über 100 Schiffen pro Tag die den Kanal zu Hochzeiten durchfahren hatten, weniger als zehn wurden und der Kanal diente immer mehr der Entsorgung von Müll. Und natürlich diente er Gerüchten zufolge auch der Mafia als „Deponie“ für Ihre Opfer. 1974 ergaben Wasserproben Spuren von Typhus, Cholera, Ruhr, und Tuberkulose und es gab erneut verschiedene Projekte um das Wasser um- und abzuleiten, leider größtenteils erfolglos. 2020 wurde dann begonnen die teilweise sechs Meter dicke Schicht giftigen Schlamms auszuheben und mit diversen Schichten Lehm, Sand und Schotter abzudecken. Dieses Projekt sollte 2022 abgeschlossen werden. Ich fahre also voller Optimismus hin und bin sehr enttäuscht darüber, dass der größte Teil des Kanals immer noch von Bauzäunen verdeckt ist und man nur von den Brücken aus etwas zu sehen bekommt. Aber es gibt natürlich auch Highlights des Tages, zum Beispiel den kleinen Markt den ich unterwegs entdecke und auf dem ich Äpfel, Apfelsaft und ein Scone kaufe. Und wieder daheim setze ich mit Janice die Pflanzen, die wir am Vortag gekauft haben, ein.
sdrsdr
17. Juni, Brooklyn
sdr
Einmal im Jahr findet in Coney Island die Mermaid Parade statt und dieses Jahr ist das heute. Zum Glück habe ich nochmal in den Kalender geschaut, denn diesen Event will ich auf keinen Fall verpassen. Janise, Tunisias Mutter will heute mit mir Blumen kaufen die wir dann zusammen einpflanzen wollen. Ich warte noch auf einen Anruf, dann fahren wir los. Eigentlich will sie die Blumen gleich einpflanzen, aber da sie noch nie bei der Mermaid Parade war kann ich sie dazu überreden mitzukommen. Das Ganze ist ein Riesenspaß und es sind echt kreative Kostüme dabei. Wenn ich hier wohnen würde, würde ich jedes Jahr mitmachen.
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16. Juni, Queens
dav
Eigentlich wollte ich heute an den Strand mit einem Abstecher davor zu einem kleinen Wildlife Refuge. Aber der Himmel ist ganz schön grau, deshalb ändere ich meinen Plan und beschließe Jackson Heights und Forest Hills, beides Stadtteile in Queens zu erforschen. Und zum Abschluss will ich mir dort noch einen Film unter dem Sternenhimmel anschauen. Kurz nach halb zwei komme ich in Queens an und warte auf den Bus für das letzte Stück Weg. Was nicht kommt ist der Bus, was immer mehr kommt ist der Regen. Schließlich wird es mir zu blöd, Queens wird nicht weg laufen und ich habe ja Zeit. Also fahre ich wieder heim und mache mir einen gemütlichen Restnachmittag.
15. Juni, Queens
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Jamaica Bay ist eine große Bucht die nördlich und westlich von Brooklyn und östlich von JFK eingefasst wird. Südlich wird sie von einer zu Queens gehörigen länglichen Halbinsel begrenzt. In der Bucht gibt es viele kleine Inseln von denen eine, Rulers Bar Hassock im Volksmund Broad Channel, bewohnt ist und dort zieht es mich heute hin. Die Fahrt mit dem A Train verläuft nur wenige Meter über der Wasseroberfläche, rechts und links sieht man Fischerboote und Wasservögel. Im Ort angekommen, fühlt man sich ein bisschen wie in einem Bayou bei New Orleans. Die Gebäude sind klein und da die Gezeiten den Wasserpegel heben und senken sind einige der Holzhäuser auf Stelzen gebaut. Ich setze mich auf eine Bank, esse mein Vesper und schaue einem Silberreiher beim Fischen zu. Manhattan kommt mir meilenweit entfernt vor. Dann schlendere ich weiter Richtung Südspitze, dort soll es ein nettes, entspanntes Restaurant mit leckeren Cocktails geben. Leider ist es inzwischen ziemlich schnieke und eine Ausschankgenehmigung hat es auch nicht. Also mache ich mich, nach einem kurzen Abstecher in die kleine, feine Bibliothek, auf den Heimweg. Da ich in einer jamaikanischen Hood lebe, wird es wirklich höchste Zeit, dass ich mal lokal essen gehe. Nicky’s bei mir um die Ecke sieht nett aus mit drei Tischen mit karierten Tischdecken. Weil der Fisch aus ist, bestelle ich Ziegengulasch mit Reis, Platanen und Salat. Die Ziege könnte auch Hammel sein, aber der Rest ist lecker.