7. Oktober 2025, Osaka

Um Viertel vor acht klingelt der Wecker und kurz darauf sitzen wir vor unserem Frühstück. Boris hat das vegetarische Menü, Salat mit einem hartgekochten Ei, ein Schälchen Reis und ein Schälchen Misosuppe. Mein japanisches Frühstück besteht aus einem Schälchen Misosuppe, einem Schälchen Reis, zwei Scheibchen aufgerolltem Omelett, ein bisschen Gemüse, einem Stückchen Lachs und einem kleinen Teller mit einer Tofucreme mit Sojasoße, total lecker. Am Buffet kann man sich diverse Tees und Säfte, Kaffee, Cerealien mit Yoghurt oder Milch und frischen Obstsalat holen. Nach dem Frühstück gehen wir wieder auf unser Zimmer um noch ein bisschen zu chillen und kurz vor zwölf dann los zum ersten Plattenladen, wo Boris ganz im Glück die Jazzplatten durchschaut während ich Plattencover fotografiere. Durch eine Passage geht es zum nächsten Plattenladen. Dieses Mal warte ich allerdings draußen und recherchiere eine Art Fächer, den ich an einer Hauswand angebracht sehe. Google bezeichnet ihn als eine Papierlaterne. Tatsächlich handelt es sich um einen Chimaki Gücksbringer bestehend aus einem Bündel Chinaschilf, der üblicherweise beim jährlichen Gion Fest in Kyoto verkauft wird, soviel zu KI. Dann machen wir uns auf die Suche nach Second Hand Läden. Den ersten Laden finden wir leider nicht, aber Dank der Hilfe eines sehr netten jungen Japaners, der uns bis vor die Türe begleitet, finden wir den zweiten Laden — leider hat er geschlossen. Also weiter zum nächsten Stopp, einem kleinem Mall in dem sich ein winziger Second Hand Laden und eine Filiale des „Disk Union“ befinden und dort kaufe ich dann mein erstes T-Shirt. Jetzt ist es aber Zeit Kaffee zu trinken und während wir auf dem Handy nach einem Café suchen werden wir von einer Gruppe junger Asiaten angesprochen. Sie haben einen Zettel mit einem „Challenge“, nämlich verwirrten Menschen (so wie wir es sind) zu helfen. Als wir erklären, dass wir ein Café suchen sind sie ganz begeistert und begleiten uns zu ihrem Lieblings-Café. Leider gibt es das nicht mehr, dafür aber ein Katzen-Café. Dort zahlt man dafür, dass man die Katzen streicheln darf und einen geringen Betrag für ein Getränk. Leider gibt es kein Gebäck und da wir etwas Hunger haben verabschieden wir uns wieder. Wir sind in einem Gewirr von kleinen Straßen gelandet und es gibt viele Läden und auch Cafés und so landen wir im „Café Seukon“. Nach einem kleinen Missverständnis (in Japan ist der 1. Stock das Erdgeschoss und wir folgen der schriftlichen Aufforderung im 1. Stock zu bestellen und warten im 2. Stock bis uns die Kellnerin rettet) sitzen wir glücklich vor Torten und Iced Latte. Ziemlich satt bummeln wir weiter, schauen in einen entzückende Vintage-Laden rein und stehen dann staunend vor einem Streichel-Café. Das ist sicher nicht korrekt, aber es ist schon toll neben zwei Katzen und einer Ente drei Eulen und ein kleines marderartiges Tier zu sehen. Genau da gibt mein Handy auf und wir müssen uns ab jetzt nach Gefühl zum Hotel durchschlagen. Zum Glück hat Boris einen guten Orientierungssinn und kurz darauf sind wir schon da. Während er ein zweites Mal zum „Disk Union“ geht, recherchiere ich ein bisschen und dann holen wir nochmal Reispäckchen und Kaltgetränke und machen es uns vor dem Fernsehapparat gemütlich. Leider klappt es nicht mit den Apps und dem USB-Stick und letztendlich schauen wir auf meinem Tablet eine Folge „Petrocelli“ an.

5. & 6. Oktober, unterwegs

Unser Zug kommt pünktlich in Frankfurt an und bald darauf sitzen wir im Flugzeug. Zum Glück konnten wir auch unser Essen umbuchen und zwölf Stunden später sind wir in Hongkong. Der Flughafen ist riesig und sehr schön, aber wir sind zu erledigt um viel wahrzunehmen und suchen uns ein ruhiges Plätzchen um dort die fast sechs Stunden Aufenthalt zu verbringen. Knappe vier Stunden darauf landen wir in Osaka. Unser Gepäck steht schon bereit, das Aufenthalts- und Zollprozedere geht relativ zügig voran, wir holen am Schalter unsere SIM- Karte ab und machen uns auf die Suche nach einem Taxistand. Auf unsere Frage danach spricht uns eine freundliche Flightattendin an um uns die Metro zu empfehlen, die sei „much cheaper“. Allerdings sind wir nach inzwischen, abgesehen von ein paar kurzen Schläfchen seit 31 Stunden wach und die Metrostation überfordert uns total. Später stellen wir fest, dass wir zweimal hätten umsteigen müssen, ob das so geklappt hätte? Cheaper wäre es allerdings sicher gewesen, denn zu unserer Unterkunft sind es mehr als 50 km was mit ca. €120 zu Buche schlägt. Das Hotel gefällt uns gut, das Personal ist super freundlich und das Bett in unserem Zimmerchen ist sehr bequem. Aber bevor wir uns niederlassen, testen wir die Leckereien und Tees die in der Lobby angeboten werden, ich finde noch ein Buch und dann gehen wir zum „Daily“ um die Ecke um uns zwei Bier und zwei kalte Reispäckchen zu holen. Zurück im Hotel und frisch geduscht testen wir die Gesichtsmasken die auch in der Lobby angeboten wurden und dann legen wir endlich die Beine hoch.

4. Oktober 2025, vor dem Flug

Am Samstag dachte ich, dass es vielleicht eine gute Idee wäre mal zu schauen ob die Flugdaten für unsere Japanreise noch aktuell sind und ob wir vegetarisches Essen gebucht bekommen haben. 24 Stunden vor unserem Abflug, also 13:45 h gebe ich die Flugnummer ein und erhalte die Nachricht „This flight has been cancelled“. Auf der Website der Fluggesellschaft ist der Flug zwar noch aktuell, aber was stimmt denn nun? Ich rufe im Reisebüro an, aber es hat bereits geschlossen. Boris und Birger, Chef des Reisebüros, sind nicht zu erreichen. Vielleicht habe ich bei der Fluggesellschaft mehr Glück, lande allerdings natürlich erst einmal in der Warteschleife. Nach 44 Minuten schlechter Musik meldet sich Birger von unterwegs um mir zu sagen, dass er sich gleich wieder melden wird. Kurz darauf ruft er an um die Flugdaten zu bestätigen, uff. Das Essen für den ersten Flug ist leider nicht vegetarisch, wir wollen versuchen es in Frankfurt umzubuchen. Noch ein bisschen rumräumen und dann geht’s ab ins Bett, um halb sechs klingelt der Wecker.

25. August 2025, unterwegs

Ursprünglich wollte ich gestern mit Boris nach Stuttgart fahren, aber weil Hanne und Andreas zufällig heute an den See fahren, habe ich einen Tag angehängt um mich mit ihnen in Nonnenhorn zu treffen. Auf dem Weg zum Bahnhof fotografiere ich noch schnell den Markelfinger Märchengarten. Leider beeinträchtigt der Erdrutsch noch immer den Bahnverkehr und deshalb geht es zuerst mit dem Zug nach Konstanz und von dort mit dem Bus nach Friedrichshafen. Der Zug kommt spät und ist zum bersten voll, im Bus erwische ich buchstäblich den letzten Sitzplatz und an der dritten Haltestelle muss der Fahrer den Wartenden leider sagen, dass keiner mehr in den Bus passt. Weiter geht es zum Fährhafen und dann fährt der Bus tatsächlich auf die Fähre und so komme ich noch zu einer Schifffahrt, allerdings im Bus, denn sonst müsste ich eventuell eine Schifffahrkarte nachlösen wie ich von einer Gruppe junger Mitfahrender erfahre. Von Friedrichshafen fahre ich mit dem Zug weiter und komme um halb drei an. Wir telefonieren kurz und verabreden uns im Biergarten des Hotels „Zur Kapelle“ wo wir einen schönen Nachmittag verbringen. Und dann sause ich los, alle Verbindungen klappen und am frühen Abend bin ich wieder in Stuttgart.

24. August 2025, Markelfingen

Heute heißt es Abschied nehmen und wir fahren nach Singen um noch einmal gemeinsam Kaffee zu trinken bevor Boris zurück nach Stuttgart fährt. Leider fehlt es der Stadt ein wenig an charmanten Flecken. In einer Seitenstraße finden wir aber doch ein nettes Café und nach dem Kaffee trinken bringe ich Boris auf den Zug und gehe zu meinem Gleis. Dort dann Chaos — es hat durch die schweren Regenfälle schon vor ein paar Tagen einen Erdrutsch gegeben und deshalb fährt der Zug nur bis Radolfzell. Leider zickt meine Hüfte wieder etwas herum, denn sonst würde ich den Weg am See entlang heim gehen. So stehe ich ein paar Minuten am Gleis, schaue zu wie es immer voller und die Menschen immer unleidiger werden und entscheide mich für die Heimfahrt mit dem Bus, eine gute Wahl.

23. August 2025, Markelfingen

Ich war ja vor zwei Tagen bereits in Radolfzell gewesen, kann mich heute also ein wenig als Tourguide betätigen. Das Café das ich im Netz ausgeschaut habe sieht in Wahrheit leider gar nicht so nett aus. Deshalb gehen wir als erstes zu dem kleinen Vintageladen der dann erstaunlich viele Schallplatten hat. Während Boris alles durchschaut, wühle ich mich durch alte Postkarten und dann muss der Betreiber plötzlich weg, ein Gemälde. Also schauen wir ob das Restaurant „Levante“ schon geöffnet. Wir haben Glück und genießen die Ruhe in dem bezaubernden Garten. Anschließend geht es zurück zum Vintageladen, wir quatschen ein wenig mit dem Betreiber und ich kaufe zehn alte Postkarten und eine, völlig überflüssige Eieruhr und Boris ersteht eine Schallplatte von den “ Rolling Stones“. Zum Abschluss gehen wir noch kurz in den Kaufland und dann fahren wir heim. Wir lesen ein paar der humorigen Sprüche am „Lachzaun“ und dann ist der Tag zu Ende.

22. August 2025, Markelfingen

Boris und ich wollen heute Konstanz erforschen. Nach einem gemütlichen Frühstück und ein wenig chillen machen wir uns auf den Weg und sind kurz nach zwölf Uhr dort. Unser erster Stopp ist der hiesige Plattenladen, aber Boris findet leider nichts was ihn reizt. Wir besuchen das Münster und bummeln entspannt weiter durch die Fußgängerzone und durch kleine Gassen Richtung Dominikanerinsel. Diese Insel wurde im Jahr 1220 den Dominikanern übergeben die kurze Zeit später darauf ein Kloster errichteten. Es diente zwischenzeitlich als Hospital, dann wieder als Kloster bis Kaiser Joseph II Ende des 18. Jahrhunderts die Insel zur Herstellung von Indigo an eine Unternehmer- und Bankiersfamilie verpachtete. 28 Jahre später wurde die Insel an diese Familie verkauft. Auf Grund der Erfindung von Anilinfarben wurde die Firma unrentabel und musste schließen, während das Bankgeschäft dort noch bis 1921 weitergeführt wurde. Der zunehmende Strom von Sommerfrischlern am Bodensee inspirierte Eberhard, den Bruder Ferdinand Graf von Zeppelins, in dem ehemaligen Klostergebäude 1875 ein Hotel zu eröffnen, und das gibt es mit wechselnden Besitzern noch heute. Auf dem Weg zur Insel haben wir das hübsche Café „Doppio“ gesehen und beschließen dort eine kleine Kaffeepause zu machen. Damit ist unser Sightseeing beendet, wir fahren zurück nach Markelfingen, ich stürze mich zur Erfrischung noch kurz in die Fluten und dann geht es heim. Auf dem Heimweg gibt es noch eine Überraschung, es kommt uns ein Gefangenentransport des LA Police Departments entgegen.

21. August 20 25, Markelfingen

Heute Nacht hat es so laut geregnet, dass ich davon geweckt wurde. In der Früh sause ich los, um Brötchen zu holen sowie zwei Stück Kuchen, denn heute kommt Boris an. Meine Mindelseetour wird wieder durch das Wetter vereitelt, zum Teil durch monsunartige Regenfälle, daher mache ich es mir mit Buch und Tee gemütlich. Um 13:30 h gehe ich zum Bahnhof und nachdem Boris seine Badeschlappen angezogen hat, waten wir durch die Pfützen nach Hause und faulenzen den Rest des Tages.

20. August 2025, Markelfingen

Der Mindelsee liegt in einem Naturschutzgebiete nicht weit von hier und für heute habe ich mir eine kleine Rundwanderung um den See mit Museumsbesuch vorgenommen. Leider macht mir Petrus einen Strich durch die Rechnung. Anfänglich nieselt es nur, das würde mich ja nicht abhalten, aber als ich mit frühstücken fertig bin hat es sich ordentlich eingeregnet. Gegen 15 Uhr soll es aufhellen, aber leider stimmt das nicht ganz. Um 17 Uhr hört es dann tatsächlich auf, aber für die Rundwanderung ist es mir jetzt zu spät. Ich schnappe mir Badeanzug, Handtuch und Buch, gehe runter zum Strandbad, schwimme ein wenig und schaue den Kindern und Enten beim Planschen zu.

19. August 2025, Markelfingen

Mein Plan war morgens gleich an den See zu gehen um eine Runde zu schwimmen. Aber es ist ganz schön frisch und ich Weichei will ungern mit nassen Haaren in der Kühle herumlaufen. Also frühstücke ich gemütlich, gieße alle Pflanzen, lackiere mir die Nägel und faulenze herum. So gegen halb drei raffe ich mich auf und fahre mit dem Zug nach Radolfzell hinein um das Städtchen zu erkunden. Zuerst gehe ich über den Marktplatz zum Kaufhaus „Kratt“ das leider Ende des Jahres schließen wird. Auf dem Weiterweg zur „Seesucht Manufaktur“, wo es liebevoll hergestellte Bodensee Souvenirs gibt, sehe ich ein Schild für Mokka und Kuchen im „Levante“, einem orientalischen Restaurant und damit steht mein anschließender Halt schon fest. Ich bekomme in dem bezaubernden Garten ein Tischchen und kurz darauf ein kleines Tablett mit leckerem Mokka mit Kardamom Aroma und ein gar nicht übermäßig süßes Stück Baklava das mit Ricotta und Pistazien gefüllt ist. Ich bin (leider) der einzige Gast, habe den Garten für mich alleine und genieße die Ruhe — da will ich auf jeden Fall nochmal hin. Durch den Hinterausgang lande ich in einer kleinen Fußgängergasse und bald darauf in einem Laden mit allen möglichen alten Dingen. Ich kaufe eine „Peter Pan“ Ausgabe vom Dressler Verlag und gehe weiter zum Second Hand Laden der Diakonie — dachte ich. Kurz darauf stehe ich in einem kleinen Einkaufszentrum und stelle verärgert fest, dass mein Handy Akku leer ist und ich mir leider die Adresse nicht gemerkt habe. Also zurück zum Vintage Laden um zu fragen und zwei Minuten später bin ich dann da. Obwohl ich natürlich genug zum Anziehen habe, schaue ich alles durch und finde einen kleinen gelben Schal mit bunten Punkten. An der Kasse schaut mich die ältere Dame freundlich an und sagt, „Den schenk ich Ihnen“. Ganz beglückt gehe ich noch zum Kaufland um Lebensmittel einzukaufen und dann zum Bahnhof und nach Hause.