
Um Viertel vor acht klingelt der Wecker und kurz darauf sitzen wir vor unserem Frühstück. Boris hat das vegetarische Menü, Salat mit einem hartgekochten Ei, ein Schälchen Reis und ein Schälchen Misosuppe. Mein japanisches Frühstück besteht aus einem Schälchen Misosuppe, einem Schälchen Reis, zwei Scheibchen aufgerolltem Omelett, ein bisschen Gemüse, einem Stückchen Lachs und einem kleinen Teller mit einer Tofucreme mit Sojasoße, total lecker. Am Buffet kann man sich diverse Tees und Säfte, Kaffee, Cerealien mit Yoghurt oder Milch und frischen Obstsalat holen. Nach dem Frühstück gehen wir wieder auf unser Zimmer um noch ein bisschen zu chillen und kurz vor zwölf dann los zum ersten Plattenladen, wo Boris ganz im Glück die Jazzplatten durchschaut während ich Plattencover fotografiere. Durch eine Passage geht es zum nächsten Plattenladen. Dieses Mal warte ich allerdings draußen und recherchiere eine Art Fächer, den ich an einer Hauswand angebracht sehe. Google bezeichnet ihn als eine Papierlaterne. Tatsächlich handelt es sich um einen Chimaki Gücksbringer bestehend aus einem Bündel Chinaschilf, der üblicherweise beim jährlichen Gion Fest in Kyoto verkauft wird, soviel zu KI. Dann machen wir uns auf die Suche nach Second Hand Läden. Den ersten Laden finden wir leider nicht, aber Dank der Hilfe eines sehr netten jungen Japaners, der uns bis vor die Türe begleitet, finden wir den zweiten Laden — leider hat er geschlossen. Also weiter zum nächsten Stopp, einem kleinem Mall in dem sich ein winziger Second Hand Laden und eine Filiale des „Disk Union“ befinden und dort kaufe ich dann mein erstes T-Shirt. Jetzt ist es aber Zeit Kaffee zu trinken und während wir auf dem Handy nach einem Café suchen werden wir von einer Gruppe junger Asiaten angesprochen. Sie haben einen Zettel mit einem „Challenge“, nämlich verwirrten Menschen (so wie wir es sind) zu helfen. Als wir erklären, dass wir ein Café suchen sind sie ganz begeistert und begleiten uns zu ihrem Lieblings-Café. Leider gibt es das nicht mehr, dafür aber ein Katzen-Café. Dort zahlt man dafür, dass man die Katzen streicheln darf und einen geringen Betrag für ein Getränk. Leider gibt es kein Gebäck und da wir etwas Hunger haben verabschieden wir uns wieder. Wir sind in einem Gewirr von kleinen Straßen gelandet und es gibt viele Läden und auch Cafés und so landen wir im „Café Seukon“. Nach einem kleinen Missverständnis (in Japan ist der 1. Stock das Erdgeschoss und wir folgen der schriftlichen Aufforderung im 1. Stock zu bestellen und warten im 2. Stock bis uns die Kellnerin rettet) sitzen wir glücklich vor Torten und Iced Latte. Ziemlich satt bummeln wir weiter, schauen in einen entzückende Vintage-Laden rein und stehen dann staunend vor einem Streichel-Café. Das ist sicher nicht korrekt, aber es ist schon toll neben zwei Katzen und einer Ente drei Eulen und ein kleines marderartiges Tier zu sehen. Genau da gibt mein Handy auf und wir müssen uns ab jetzt nach Gefühl zum Hotel durchschlagen. Zum Glück hat Boris einen guten Orientierungssinn und kurz darauf sind wir schon da. Während er ein zweites Mal zum „Disk Union“ geht, recherchiere ich ein bisschen und dann holen wir nochmal Reispäckchen und Kaltgetränke und machen es uns vor dem Fernsehapparat gemütlich. Leider klappt es nicht mit den Apps und dem USB-Stick und letztendlich schauen wir auf meinem Tablet eine Folge „Petrocelli“ an.





















