16. Dezember 2024, Nürnberg

Da ich bei meinen Überraschungstrips ja ein wenig ins Hintertreffen geraten bin und zur Zeit nur montags frei habe, werde ich den heutigen Tag nutzen und nach Nürnberg fahren um auf den Christkindel-Markt zu gehen. Kurz vor neun Uhr fährt der Zug los und kommt um 11:21 h in Nürnberg an. Auf einem Plan sehe ich, dass es hier sieben Weihnachtsmärkte gibt. Zuerst gehe ich zum Markt für Kinder, dort kann man Seifen bedrucken, Kerzen färben oder Lebkuchen verzieren und es ist sehr entspannt. Ein Stückchen weiter kommt der nächste Markt und ab da gehen sie ineinander über. Eierpunsch scheint hier das angesagte Getränk zu sein, aber dafür benötige ich erst mal eine Basis und kaufe mir eine Tüte heiße Maronen. Die Märkte sind über die gesamte Innenstadt verteilt und so komme ich an einigen Geschäften vorbei und besorge gleich noch ein paar Weihnachtsgeschenke und dann lasse ich mich zum Eierpunsch-Stand treiben. Gegenüber gibt es Nürnbergerle mit Kraut, das passt doch prima zusammen. Mit vollem Bauch erstehe ich noch zwei Elisenlebkuchen, einen für Boris und einen für den Heimweg und dann ist es auch bereits Zeit mich auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Dort schlendere ich noch über den Kunsthandwerksmarkt und dann sitze ich auch schon im Zug nach Hause.

27. November 2024, unterwegs

Ein letztes Mal ans Frühstücksbuffet, die Taschen sind gepackt. Dustin fährt zwar eine S-Bahn später als ich, aber da er von der Stadt Wehlen gebucht hat, hat er beschlossen dort hin zu wandern und zieht daher als Erster los. 15 Minuten später begleiche ich noch die Kurtaxe und steige dann die Stäffele hinab zum Bahnhof. Der Ort versteckt sich unter einer dicken Nebeldecke und sieht sehr romantisch aus. Am Bahnhof gibt es noch ein kurzes Verwirrspiel, denn der Zug fährt nicht am ursprünglich angekündigten Gleis ab und wir wetzen alle durch die Unterführung, aber ab da klappt alles prima. In Dresden habe ich 30 Minuten Aufenthalt, die ich nutze um mir die Ausstellung über das Auf und Ab des Bahnhofs anzuschauen. Und dann bin ich auf dem Heimweg.

26. November 2024, Kurort Rathen

Es regnet und es soll erst zwischen elf und zwölf Uhr aufhören. Nach dem Frühstück chillen wir also noch ein bisschen und ziehen erst um zwölf Uhr los und als wir um halb eins auf der Fähre stehen, blitzt auch bereits die Sonne hervor. Mithilfe der App Komoot finden wir den Einstieg und ab da ist dann auch alles wieder super ausgeschildert. Unser erstes Ziel ist die Gamrighöhle und direkt im Anschluss der Gamrigaussichtspunkt. Beides liegt jeweils am Ende einer Sackgasse, also bergauf, bergab, bergauf, bergab. Weiter geht es ins Polenztal, rechts und links ragen die wildesten Felsformationen auf, stellenweise sind sie dank der Schwefelflechte leuchtend gelb. Wir machen eine kurze Rast und dann beginnt der Aufstieg über Leitern durch die Wolfsschlucht zum letzten Aussichtspunkt für heute. Ab hier geht es bergab, vorbei am Amselsee zurück nach Rathen wo wir am Kiosk eine Kleinigkeit verzehren. Noch ein bisschen erholen in der Pension, wieder ins Hotel „Ettrich“ zum Abendessen und dann ist unser Kurzurlaub auch schon fast vorbei.

25. November 2024, Kurort Rathen

Die Dusche ist wunderbar und ich habe super geschlafen. Dustin leider nicht, deshalb quält er sich auch erst, als ich schon zum Frühstück gehe, aus dem Bett. Das Frühstücksbuffet ist phantastisch und wie immer muss ich am ersten Tag fast alles probieren und torkele anschließend vollgefuttert die Treppe hinauf. Das kann ja lustig werden beim Wandern. Viertel vor elf Uhr ziehen wir gut eingepackt los zum Fährenanleger, werden per Tau über die Elbe gezogen und marschieren am anderen Ufer weiter zu der 1850 erbauten Bastei Brücke – natürlich wieder bergauf. Gut, dass wir als Stuttgarter an Stäffele gewöhnt sind, denn die gibt es hier in rauen Mengen. Wir wandern durch fantastische Felsformationen von einem Aussichtspunkt zum nächsten und dann stehen wir auf der Brücke – die, wie wir beide finden, in echt viel kleiner ausschaut als auf den Fotos, aber trotzdem sehr beeindruckend ist. Hier oben spürt man auch ein bisschen den touristischen Rummel der im Sommer beträchtlich sein muss. Wir gehen weiter durch einen Mischwald der uns an den Wald um Stuttgart herum erinnert, aber bald geht es leicht bergab und dann befinden wir uns im Höllengrund. Oben sieht man blauen Himmel, hier unten ist alles schwarz, grau, und braun durchsetzt von viel grünem Moos und Farnen. Die Felsen bilden Überhänge unter denen man boofen darf. Das bedeutet, man darf dort mit Schlafsack übernachten, natürlich aber kein Feuer machen. Wir kommen zur Restauration „Waldidylle“, aber sie hat leider geschlossen. Dafür steht dort eine Informationstafel die uns darüber aufklärt, dass es in diesem Naturpark 32 verschiedene Farnarten gibt. Außerdem weist sie uns den Weg zum Felsentor im Uttewalder Grund, welches schon Caspar David Friedrich als Motiv gedient hat. „Hier wandelte sich vor 1800 die Betrachtung der Landschaft vom „Entsetzen zum Entzücken.“ Überhaupt gibt es hier viele beliebte Motive aus der Romantik und daher auch einen Malerweg dem wir zum Teil folgen. Wir kommen zu einer Ansammlung von Steindauben oder Steintürmchen und fügen eines hinzu und dann geht es wieder bergauf, denn wir hoffen in Uttewalde einen Kaffee und etwas zu essen zu bekommen. Leider ist auch hier alles geschlossen, Montag in der Nebensaison. Also drehen wir um und wandern zurück vorbei an einem Kolk, einem Strudelloch im Sandstein, und dem Diebeskeller und dann weiter zur Stadt Wehlen, wo wir im „Café Welyn“ eine Kleinigkeit zu uns nehmen. Ohne weitere Erhöhungen geht es an der Elbe entlang zurück zur Fähre und über die Stäffele (es sind 206) zu unserer Pension. Wir lümmeln noch ein Weilchen herum und um 19:00 h machen wir uns auf den Weg in den Ort zum „Hotel Ettrich“ mit dem einzigen Restaurant, das heute Abend geöffnet hat.

24. November 2024, unterwegs

Dustin und ich wollen in der sächsischen Schweiz wandern gehen. Als erstes stellt sich natürlich die Frage, warum „Schweiz“? Ist das einfach ein altes Wort für „gebirgige Landschaft“? Tatsächlich entstand dieser Begriff Ende des 18. Jahrhunderts als die Schweizer Maler Adrian Zingg und Anton Graff sich hier beim Herumreisen an ihre Heimat erinnert gefühlt haben. So lautet die Legende. Viertel nach acht Uhr sause ich mit meinem kleinen Fjallraven Kanken Rucksack und einem Vesperbeutel los und komme ganz entspannt am Bahnhof auf Gleis 16 an. Der Zug fährt planmäßig los und so geht es auch weiter. Alle Züge sind pünktlich und jede Verbindung klappt nur die S-Bahn von Dresden nach Rathen hat zwei Minuten Verspätung. Vom Bahnhof Rathen geht es dann recht steil bergauf und zum Schluss über gefühlt mehr als hundert Stäffele zur Pension „Laasen Perle“. Inzwischen ist es kurz vor halb sechs, die Rezeption ist nicht mehr besetzt und ich telefoniere kurz mit dem Betreiber um den Zugangscode zu erhalten und dann bin ich in unserem netten Zimmer unterm Dach. Dustin kommt gegen 20:00 h an, wir holen uns jeder ein Bierchen, quatschen noch ein bisschen, schauen was im Fernsehen kommt und machen dann die Augen zu.

26. Oktober 2024, Istanbul

Die Koffer sind gepackt und um 8:30 h stehe ich auf und gehe zum Postamt um meine Postkarten abzugeben, denn Briefkästen (und auch Mülleimer) gibt es in Istanbul nur sehr wenige aus Angst vor Terroranschlägen. Beim Postamt muss ich dann leider feststellen, dass es samstags geschlossen hat und so bleibt der Flughafen meine letzte Hoffnung. Beim Bäcker hole ich ein letztes Mal Simits, streichele an der Ecke den einäugigen alten Kater und erklimme die Stufen in den fünften Stock. Frühstücken, Vesper machen, die letzten Reste einpacken und Punkt 12 Uhr verlassen wir das Haus und gehen hoch zur Istiklal Cadessi und dann weiter zum Taksim Platz. Dort steigen wir in die Metro und sind beeindruckt davon wie glatt ab da alles läuft. Um 14 Uhr sind wir am Flughafen, geben die Postkarten ab und ab da heißt es warten. Unser Abflug ist für 18:45 h geplant. Wir trinken noch jeder einen Cappuccino, checken ein und heben um 19:00 h ab. Die erste Überraschung ist, dass jeder Sitzplatz Kopfhörer bekommt und einen Monitor mit Filmabgeboten hat. Das ist für einen Flug von veranschlagt drei Stunden ungewöhnlich. Weil der Flug so kurz ist, packen wir gleich unser Vesper aus. Kaum haben wir es verzehrt, kommt die zweite Überraschung, es gibt ein komplettes Abendessen. Rumpelpumpelsatt steigen wir um 20:30 h Stuttgart Zeit aus dem Flugzeug, haben zum Glück gute Verbindungen und kurz vor 22:00 h sind wir zuhause.

25. Oktober 2024, Istanbul

Heute gehen wir getrennte Wege, Boris geht zum Barbier und zu diversen Plattenläden und ich mache mich als erstes auf die Suche nach einem Frisör und werde schnell fündig. Meine Frisörin ist entzückend und wir verständigen uns mit ein paar Brocken englisch und viel Gebärdensprache. Sie schneidet die Haare mit einem Rasierapparat, das geht ruckzuck. Frisch frisiert gehe ich gemütlich zur Galatabrücke hinunter und überquere das Goldene Horn zum ersten Mal zu Fuß. In Eminönü ruft gerade der Muezzin zum Gebet und ich setze mich vor der Großen Moschee auf eine Stufe und lasse das Ganze auf mich einwirken. Überall gibt es Straßenverkäufer die gerösteten Mais, Sesamkringel oder Lose verkaufen. Direkt daneben liegt der Spice Basar und ich finde ein paar gute Geschenke. Anschließend mache ich mich auf zu einem Tipp aus meinem Reiseführer und komme dabei an der Suleyman Moschee vorbei, was für eine wunderschöne Anlage. Bei dem Tipp handelt es sich um Boza, ein Getränk aus Hirsegries, Zucker und Wasser mit etwas Zimt und es schmeckt ein wenig wie flüssiger Griesbrei, genau mein Ding und die Location ist bezaubernd. Noch ein Punkt steht auf meiner Liste, Han-Frühstück in einem Restaurant in der Nähe vom Spice Basar und der liegt sowieso auf meinem Heimweg. Ich irre ein wenig durch die Suks, finde was ich suche und das Essen ist zwar lecker aber der Service ist zum ersten Mal seit wir in der Türkei sind sehr schlecht. Beim Bezahlen finde ich auch heraus warum, 10% Service werden automatisch auf den Preis aufgeschlagen, kein Wunder, dass sich die Kellner keine Mühe geben. Etwas enttäuscht gehe ich über die Brücke zur Haltestelle der Standseilbahn, bin aber schnell wieder mit dem Schicksal versöhnt, als mir ein Herr seinen Platz anbietet. Kurz nach 18:00 h bin ich daheim, wir gehen ein letztes Mal zu unserem netten Türken und dann packen wir unsere Koffer, denn morgen geht es zurück nach Stuttgart.

24. Oktober 2024, Istanbul

Wir haben die Abfahrtszeiten der Fähre gestern fotografiert und gehen eine Stunde vorher, also um 10:30 h aus dem Haus, das müsste reichen. 40 Minuten später stehen wir in Karaköy am Anleger und finden keine Information zu den Fähren zu den Prinzeninseln. Das gibt’s doch nicht. Es gibt hier noch einen zweiten Anleger, vielleicht haben wir da mehr Glück. Hurra, so ist es, wir kaufen zwei Tickets und setzen uns in die Sonne und warten. Um 11:45 h geht es los und 1 3/4 Stunden später gehen wir von Bord und befinden uns auf Büyükada, der größten der Inseln. Hier gibt es fast nur Elektrofahrzeuge und daher ist das Herumschlendern recht entspannt. Wir freuen uns an den schönen alten Holzhäuser und natürlich an den Katzen. Ein Katzenbaby kann ich retten indem ich in einen Müllcontainer klettern, es in meinen Pullover wickele und so heraushole. Wir trinken im „Candy Island“ Kaffee und natürlich essen wir dazu jeder ein Stück Kuchen. Und dann ist es auch schon fast 16:00 h, Zeit für die Heimfahrt. Wieder auf dem Festland, gehen wir über den Galataturm nach Hause, den ich muss noch ein paar Postkarten schreiben und die findet man im Zeitalter von WhatsApp gar nicht mehr so leicht.

23. Oktober 2024, Istanbul

Das Wetter soll heute wunderbar werden, deshalb packen wir unsere Bücher ein und gehen zum Anleger für die Prinzeninseln für einen entspannten Tag. Leider war die Information im Internet etwas lückenhaft und als wir um 12:15 h ankommen, sehen wir, dass eine Fähre gerade weg ist und die nächste erst in 1 3/4 Stunden kommt. Deshalb disponieren wir um und fahren mit der Straßenbahn nach Eminönü um uns die Hauptattraktionen anzuschauen. Zuerst stellen wir uns bei der Hagia Sophia (Heilige Weisheit) an. Unglaublich, dass diese riesige ehemalige Kirche 537 fertig gestellt wurde. Was mich sehr beeindruckt ist, dass bei der Umwandlung 1453 in eine Moschee die christlichen Mosaike nicht zerstört wurden. Anschließend gehen wir zu Blauen Moschee, die 1616 fertig geworden ist und wegen ihrer blauen Mosaike so genannt wird. Hier dürfen wir, nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen haben, in den Gebetsbereich. Man merkt ihr an, dass sie viel später gebaut wurde, denn sie ist viel lichter. Nach einigem Suchen beschließen wir, wieder ins „Café Sabor“ zu gehen, auch wenn wir es inzwischen schon gut kennen. Zur Abwechslung essen wir einen Karamelkuchen. Als letzten Punkt haben wir uns für heute den Versunkenen Palast, die ehemalige Zisterne vorgenommen. Von Kaiser Konstantin in Auftrag gegeben, wurde sie schließlich von Kaiser Justinian gebaut und war 542 bereit den großen Palast mit Wasser zu versorgen. Sie kann 80.000 Kubikmeter fassen und zur Zeit werden in dem flachen Wasser moderne Skulpturen ausgestellt. Heute haben wir viel gesehen und gehen noch ganz erfüllt zur Halic Metro Brücke und fahren mit der Bahn heim.

22. Oktober 2024, Istanbul

Inzwischen kennen wir den schnellsten und gleichzeitig nettesten Weg zum Anleger und sind auch rechtzeitig am Postamt um Briefmarken zu kaufen. Heute wollen wir auf die asiatische Seite von Istanbul und zwar zuerst nach Üsküdar, denn dort hat Boris einen Plattenladen ausfindig gemacht. Den finden wir leider nicht, also machen wir uns auf nach Kadiköy, dort soll es sehr nett sein. Google Maps führt uns zu einer Grünfläche, die sich als Friedhof entpuppt. Allerdings geht es hier, anders als bei uns, kreuz und quer zu, es gibt keine Wege und alles ist überwuchert von Pflanzen. Irgendwann finden wir eine Öffnung in der Mauer, Boris hilft mir herunter zu springen und wir sind wieder auf der Straße, lassen Harem rechts liegen und sind dann auch schon in Kadiköy am Hafen. Boris entdeckt einen Stand der Balik Ekmek, die hiesigen Fischbrötchen verkauft und muss mir, als Vegetarier, leider beim Essen zuschauen. Wir schlendern in den Ort hinein und Boris, der Spürhund, führt uns zielsicher in eine Straße mit Plattenläden. Während er stöbert, schaue ich mich nach einem Café um und entdecke das „Café Archiv“ mit einer entzückende Bedienung und leckerem Pumpkin-Cheesecake. Ich hole Boris und wir setzen uns in den kleinen Innenhof und entspannen. Danach geht es mit neuen Kräften weiter durch die kleinen Gassen mit Antiquitätengeschäften und vielen anderen Läden. Aber irgendwann endet auch dieser schöne Tag, wir gehen zum Anleger und erleben auf der Heimfahrt einen tollen Sonnenuntergang mit Blick auf die Moscheen und die Galatabrücke. Jetzt müssen wir nur noch den steilen Berg hinauf und kurz darauf sitzen wir wieder bei dem netten Türken und essen leckeres Gemüse.