21. Oktober 2024, Istanbul

Als erstes wollen wir uns heute einen Stadtplan zu holen und ein Sammelticket für die Blaue Moschee, die Hagia Sophia und die versunkenen Zisternen. Die Tourist Information liegt gut versteckt im dritten Stock eines alten Gebäudes in einer Touristenmeile und dort erfahren wir, dass die Blaue Moschee keinen Eintritt kostet und man mit dem Ticket nur in einen Teil der Hagia Sophia rein kommt. Dafür haben wir jetzt jeder einen, zwar etwas rudimentären Stadtplan, der aber immerhin einen Metroplan hat. Anschließend fahren wir mit einer riesigen Fähre wieder nach Eminönü, bestaunen den alten Bahnhof, der ursprünglich eine der Endstationen des Orient Express gewesen ist und gehen dann durch den Park Richtung Topkapi Palast. Hier schauen wir uns alles an, was frei zugänglich ist und machen uns dann auf die Suche nach einem Café. Dabei landen wir im Fashion District von Istanbul und finden fast nicht mehr hinaus. Mit Hilfe von Google Maps und ein paar Läden, an die wir uns erinnern, finden wir schließlich den Weg zum „Café Sabor“ und essen nochmal jeder ein Stück von dem leckeren home made Käsekuchen. Der letzte Punkt auf der heutigen Agenda ist der Bücher Basar. Er ist überschaubar und als wir ihn am anderen Ende verlassen, stehen wir — oh nein — wieder im Fashion District. Zum Glück wissen wir jetzt den Weg hinaus. Wir folgen den Schildern zur Metro Station vorbei an den vielen wunderbaren, beleuchteten Moscheen und sind so ganz schnell wieder in Beyoglu, unserem Viertel.

20. Oktober 2024, Istanbul

Heute wollen wir mit dem Bus auf den Flohmarkt im Stadtteil Bomonti. Um unsere verkehrsreiche Straße zu vermeiden, gehen wir zur Parallelstraße und stehen plötzlich auf einem kleinen Sonntagsmarkt. Wir kaufen säuerlich eingelegte gelbe Oliven, Salat, Radieschen, eine Zitrone und frischen Mais. Zurück geht es nach Hause und dann zur Bushaltestelle, wo uns leider beide Busse, die wir nehmen könnten, vor der Nase weg fahren. Aber irgendwann kommt der nächste Bus, wir steigen an der richtigen Haltestelle aus und nach kurzem Verlaufen und nach dem Weg fragen sind wir da und stürzen uns in das Gewimmel der über 400 Stände. Toll, es gibt kaum Second Hand Bekleidung und keine neuen Sachen, dafür sonst eigentlich alles von Büchern über Berge von Plastikspielsachen bis zu Messingkerzenleuchtern und Unmengen an Porzellanwaren. Ich finde ein Kästchen mit orangefarbenen Knäufen, nehme mir zwei, feilsche etwas und bin ganz vergnügt, da kommt der Sohn des Verkäufers und gibt mir eine Schraube die bei einem der Knäufe fehlt. Sie ist zwar zu lang, aber das finde ich so nett, dass ich sie trotzdem nehme. Aber er hat bemerkt, dass sie zu lang ist und gibt mir eine kürzere. Die scheint zu dünn zu sein, da merkt Boris, dass dieser Knauf kein Gewinde hat. Wir dürfen ihn umtauschen, jetzt passt die Schraube und wir drei strahlen uns an. Nach 1,5 Stunden taumeln wir erschöpft, aber vergnügt wieder auf die Straße und kehren im Café Belgizar ein. Ich esse einen San Sebastian Kuchen, das ist ein Käsekuchen mit dicker Schokoladensoße drüber, wow. Der Service ist super aufmerksam und der Chef stellt uns seinen Sohn vor und bietet Tee an. Nach Hause gehen wir zu Fuß und kommen dabei an einer Konditorei mit Marienkäfern und Mini-Eclairs vorbei. Während ich Fotos mache, schaut der Besitzer heraus und schenkt jedem von uns einen Mini-Eclair — wie nett ist das denn. Daheim machen wir uns Maiskolben und Salat und ich mache noch ein Foto aus unserem Fenster, denn der Himmel ist so schön.

19. Oktober 2024, Istanbul

Heute wollen wir noch einmal versuchen die Antikmeile zu finden und nach einigem Hin und Her und im Kreis herumlaufen sind wir da. Wir kaufen ein paar alte Postkarten, Boris schaut sich ganz viele Schallplatten an und ich bin ganz glücklich über ein Beutelchen alter Knöpfe. Unterwegs stoßen wir zufällig noch auf ein Fotoshooting. Als nächstes steht der Galataturm auf der Agenda, ein hübscher Turm der ursprünglich Teil der Festung war und vielleicht auch eine zeitlang als Leuchtturm gedient hat. Weiter geht es, wir schlängeln uns durch die Touristenmeile zum Hafen und fahren mit der Fähre auf dem Goldenen Horn zur anderen Seite um uns den Misir Carsisi, den Spice Bazar anzuschauen. Bei einem Blick zurück sehen wir, dass der Turm unter einem Regenbogen liegt. Als erstes brauchen wir jetzt Kaffee, wir werden fündig und der Käsekuchen im „Café Sabor“ übertrifft all unsere Erwartungen. Mit neuer Kraft stürzen wir uns zurück ins Gedränge, finden unter all den Basaren und Märkten schließlich auch den Spice Basar und sind von der Vielfalt an Gewürzen und Süßigkeiten schwer beeindruckt. Langsam wird es dunkel, wir nehmen die Fähre zurück, schauen noch in einen Plattenladen hinein, kaufen im Carrefour ein und dann gehen wir indisch essen.

18. Oktober 2024, Istanbul

Wir werfen die Waschmaschine an, frühstücken und gehen los. Es hat genieselt und vor dem Haus versucht ein Van die Straße hoch zu fahren. Sie ist nass und steil und die Reifen sind abgefahren mit dem Ergebnis, dass er es fast nicht schafft. Das ist ja fast wie bei uns im Winter. Leider wird der Regen stärker, das macht keinen Spaß und wir kehren um, lesen und recherchieren noch ein bisschen bis die Wäsche fertig ist und wir sie aufhängen können. Und dann scheint auch schon wieder die Sonne und wir starten auf ein Neues. Um die stark befahrene Straße bei uns zu vermeiden, machen wir einen großen Bogen und kommen so in ein sehr entspanntes Eck mit Pflanzen und Jahrhundertwende Häusern und schiefen kleinen Gebäuden. Wir landen wie geplant auf der Istiklal und gehen zum Café „Mandabatmaz“, was soviel bedeutet wie „ein Wasserbüffel, der nicht versinken kann“, sprich der Kaffee ist so stark, dass er darauf stehen kann. Das ist ein Tipp aus unserem Reiseführer und ich teste sowas immer ganz gerne, um den Geschmack des Autors einschätzen zu können. Leider ist das Café recht teuer und die Kuchen sind sehr süß. Wir bummeln weiter zu einem Buch-/Plattenladen und dann wieder Richtung Bosporus. Dort wird gerade viel gebaut und irgendwann kann man hier sicher durch eine Grünanlage am Wasser schlendern, aber im Moment muss man noch an einer großen Straße entlang. Mitten im Baustellengewimmel picken ein paar Hühner im Boden während sich daneben Katzen putzen. Wir gehen weiter Richtung Goldenes Horn um den Galata Turm anzuschauen. Auf dem Weg kommen wir zu einem Mall, wir und der Rucksack werden gescannt und dann sind wir im modernen Istanbul. Und sehen noch einen Buch-/Plattenladen, Boris findet sogar eine Schallplatte, aber leider ist sie falsch ausgezeichnet und ich finde eine Tasse. Inzwischen ist es etwas spät geworden, wir lassen uns den Weg zu einer anderen Standseilbahn zeigen, ich bewundere gerade die hübschen Fliesen, da kommt auch schon die Bahn und kurz darauf sind wir daheim. Heute wird gekocht.

17. Oktober 2024, Istanbul

Nach dem Frühstück gehen wir einkaufen und weil wir keine SIM-Karte für die Türkei haben, schreibe ich eine Wegbeschreibung zum nächsten großen Supermarkt auf. Das wird spannend, aber tatsächlich klappt es wunderbar und wir finden auch wieder nach Hause. Und dann ziehen wir los, unser Viertel Beyoglu erforschen. Nicht weit ist die Istiklal Caddesi mit vielen großen Läden und schönen alten Passagen mit Souvenirshops, aber uns zieht es mehr in die Seitengassen mit ihren vielen Stufen. Gegen 14 Uhr bekomme ich Hunger und wir finden ein Café und dort entdeckt Boris, dass nicht weit entfernt ein Plattenladen ist (in einem anderen waren wir schon drin). Dort gehen wir hin und danach wissen wir nicht mehr wo wir sind, verirrt in einer der größten Städte der Welt. Aber der Nieselregen hat aufgehört und wir sind gestärkt und lassen uns einfach treiben. Und dann stehen wir auf einmal auf dem Taksim-Platz mit seiner Moschee, eine Straßenbahn zuckelt die Straße hoch und überall hängen Fahnen — 100 Jahre türkische Republik. Im Internet habe ich gesehen, dass es eine wiederaufladbare Fahrkarte gibt mit der man mit Metro, Tram, Bus und Boot fahren darf. Also machen wir uns am Informationsstand schlau und besorgen uns jeder eine Karte. Boris findet einen Stadtplan von der Touristinformation und damit und etwas Glück finden wir den Bosporus. Nicht weit ist die Regenbogentreppe, aus Frust am Grau der Stadt entstanden, wurde sie zum Symbol für die LGTBQ+ Community und zum Zeichen des Widerstands gegen die Erdogan Regierung. Jetzt haben wir die Wahl, entweder wir gehen den steilen Weg bergauf zurück oder wir suchen die Haltestelle der Standseilbahn zum Taksim-Platz. Das ist einfach und bald sitzen wir in der Bahn, ein Fahrgast setzt sich um, damit wir zusammen sitzen können und im Nu sind wir wieder oben. Wir bummeln die Istiklal entlang und dann nach Hause, machen uns kurz frisch und anschließend gehen wir wieder in das kleine Lokal, in dem wir gestern schon waren. Und weil wir inzwischen Bargeld haben, können wir auch Trinkgeld geben und ersparen uns gleichzeitig die Gebühren für die Kreditkartenzahlung.

16. Oktober 2024, unterwegs

Unsere Empfangsdame eröffnet das Frühstücksbuffet speziell für uns schon um halb acht und ruft uns auf unsere Bitte ein Taxi. Und pünktlich um 9:30 h geht die Fahrt los. Im Bus gibt es keine Toilette, in Sunny Beach erwischen wir leider eine sehr unfreundliche Toilettenfrau, aber in Burgas habe ich Glück, der Toilettenautomat ist kaputt und man darf umsonst hinein. Leider habe ich wohl nicht, wie ich wollte, die zwei vordersten Plätze gebucht, sondern die zwei hintersten und beim Wiedereinsteigen ist mein Platz belegt (Boris hatte sich sowieso mehr in die Mitte gesetzt). Wir fahren durch riesige Wälder und große Ebenen. An der Grenze ist es wie in den 70er Jahren, es gibt das übliche Warten, eine Passagierin hat wohl keinen Pass dabei, die Beamten sind mürrisch. Versüßt wird uns das Ganze durch die Kapriolen der vielen Katzen. Um 19:10 h (fast zwei Stunden später als geplant) kommen wir in Istanbul an, finden einen Taxifahrer der Kreditkarten akzeptiert und fünf Minuten vor acht Uhr sind wir in unserer Wohnung im fünften Stock. Wir wollen gleich wieder los, denn wir haben Hunger, aber wir bekommen die Haustüre nicht auf. Boris rennt nach oben um den automatischen Türöffner zu betätigen, so klappt es. Wir kaufen Bier und Chips bei einem sehr netten jungen Mann — und bekommen die Haustüre diese Mal von außen nicht auf. Unseren Host können wir nicht kontaktieren, weil ich keine SIM-Karte für die Türkei habe. Wir geben wieder und wieder den Code ein, Boris drückt mit aller Kraft und irgendwann bekommen wir heraus, dass man erst kurz ziehen und dann drücken muss. Wir verstauen unsere Einkäufe, finden ein nettes kleines Lokal, essen leckeres Gemüse mit Brot und bekommen noch jeder ein Stück Kuchen geschenkt. Das wärmt die Seele.

15. Oktober 2024, Varna am Schwarzen Meer

Unser Zimmer ist leider nahe der Straße und daher sehr laut. Zum Glück gibt uns die reizende Dame am Empfang ein neues Zimmer und wir ziehen gleich nach dem Frühstück um. Heute wollen wir einen faulen Tag machen, wir packen unseren Lesestoff ein und gehen ans Meer. Wir gehen auf eine Mole hinaus, entdecken Quallen, schauen den Anglern zu und kommen ins Gespräch mit einem von ihnen der eine zeitlang in Schwieberdingen gewohnt hat und daher recht gut deutsch spricht. Überhaupt kommen mir die Bulgaren sehr offen und freundlich vor. Weil der Weg zwischen Strand und Park so schön ist und wir viele Katzen entdecken, gehen wir immer weiter und bevor wir uns versehen sind wir ganz in der Nähe von einem Plattenladen. Während Boris stöbert, schaue ich nach was Varna an Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Neben vielen Museen gibt es hier Ruinen von römische Thermen und die „Mariä Himmelfahrt“ Kathedrale. Wir schlendern durch die Fußgängerzone, freuen uns über die gepflegten alten Häuser, schauen uns die Kathedrale an und kommen auf dem Weiterweg zu den Thermen an einem kleinen Markt vorbei, auf dem wir unter anderem auch eine lesende Katze sehen. Boris führt uns zurück zum „Coffee Cup“, einem kleinen Café das wir beim Herumbummeln gesehen hatten, denn es ist Kaffeezeit. Wir kaufen noch ein bisschen ein, denn morgen werden wir acht Stunden im Bus unterwegs sein und gehen dann zurück ins Hotel. Dort bitten wir unseren Engel am Empfang uns für morgen früh ein Taxi zu bestellen. So, jetzt aber endlich Füße hoch. Aber die Verlockung des Meeres ist zu groß, ich schlüpfe in meinen Bikini, schnappe etwas zu lesen und während Boris es sich mit seinem Buch auf einer Bank im Park gemütlich macht, gehe ich die zehn Minuten zum Strand und stürze mich in die Wellen. Naja, eigentlich gehe ich eher gemächlich ins Wasser, schwimme ein wenig herum und setze mich dann an den Strand um zu schauen und zu lesen. Irgendwann wird es dann doch etwas frisch und ich gehe zurück, dusche und dann gehen wir leckere Pizza essen.

14. Oktober 2024, unterwegs

Meine Recherchen im Sommer hatten ergeben, dass man sieben Mal am Tag innerhalb von 3,5 Stunden mit dem Zug von Bukarest nach Varna fahren kann. Mit dem Buchen hat es allerdings nicht geklappt und vor Ort haben wir auch erfahren warum nicht, der Sommerfahrplan ist nur bis 30. September gültig. Im Oktober fährt man morgens mit der Bummelbahn bis Russe auf der bulgarischen Grenzseite und von dort mit einem zweiten Zug weiter. Weil der erste Zug Verspätung hat verpassen wir den Anschlusszug und verbringen eine Stunde in einer kleinen Bäckerei. Zurück zum Bahnhof gehen wir durch eine leicht gruselige und fast komplett verlassene Unterführung. Unser Zug wartet schon, der Schaffner ist sehr bruddelig, aber die Landschaft ist unglaublich schön und das Licht ist phantastisch. Mein Highlight ist ein Fasan. Um 20:00 h kommen wir an, finden einen Taxifahrer mit dem wir per Google Translate kommunizieren und der unsere Euro akzeptiert und uns zum Hotel bringt.

13. Oktober 2024, Bukarest

Es ist Sonntag und wir schlafen lange (also noch länger als sonst) und lümmeln nach dem Frühstück noch ein wenig herum. Irgendwann ziehen wir los um uns den Parlamentspalast, auch Palast für das Volk genannt, anzuschauen. Um ihn zu bauen wurde 1984 ein großer Teil der Stadt abgerissen. Mit einer Fläche von 10,000 qm ist er, nach dem Pentagon, das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt. In dem Park, der um das Gebäude liegt, gibt es einen kleinen Street Food Markt. Zu dumm, dass wir vor kurzem gefrühstückt haben. Wir überqueren erneut den Dambovita und sind wieder in der Altstadt wo wir uns die schöne orthodoxe Kretulescu Kirche ansehen. Weiter geht es zum Kaufhaus „Cocor“, aber in dem Gebäude gibt es nur noch ein paar wenige Shops. Dafür kommen wir kurz darauf an einem Gebäckstand vorbei und ich hole mir eine Covrig, eine der dünnen Brezeln die es in drei Varianten, mit Mohn, Sesam oder Sonnenblumenkernen, gibt. Das wird morgen mein Vesper für die Fahrt. Wir machen uns auf die Suche nach einem Café, aber das erste hat sonntags leider geschlossen und im zweiten ist die Bedienung so unfreundlich, dass wir wieder gehen. Inzwischen ist es schon etwas spät und wir beschließen uns in unserer Nachbarschaft umzuschauen. Zu spät fällt uns das „Mingle“ ein, das wir gestern in der nähe des Plattenladens gesehen haben. Das „Tartelicious“ hat sonntags leider auch geschlossen, aber das „Beans & Dots“ hat zum Glück auf und wir lassen uns glücklich in ein altes Sofa sinken und genießen. Ich schlendere noch über einen kleinen Kunsthandwerksmarkt der im selben Gebäude statt findet und dann gehen wir heim lesen, ein Nickerchen machen, packen, kochen und essen.

12. Oktober 2024, Bukarest

Wir haben für heute drei Flohmärkte gefunden, aber leider ist der größte ungefähr zwei Stunden Fußmarsch entfernt. Man könnte auch mit der Metro und einer Straßenbahn hinkommen, aber wir müssten sowohl für die Bahn wie auch für die Metro jeweils einen Pass kaufen, also vier Pässe welche dann am Montag im Müll landen. Das finden wir nicht nachhaltig und lassen es daher. Die anderen beiden Flohmärkte liegen beim Piata Nicolae Balcescu nicht weit von uns entfernt. Inzwischen kennen wir uns schon ein bisschen aus, gehen wieder durch den Park und sind auch schon gleich da. Der erste Markt schlängelt sich an der Straße entlang, es gibt viel Kleidung und Schmuck und Boris schenkt mir einen kleinen Weihnachtslöffel. Der nächste Markt findet vor dem Palatul Sutu, einem Museum statt, aber leider kommen wir zu spät. Dafür hat heute die Tourist Information geöffnet und die Dame hinter der Theke gibt uns, wenn auch etwas ungern, einen tollen Stadtplan. Ich habe im Internet ein Viertel gefunden in welchem es einige Häuser mit Jugendstilelementen geben soll, dorthin machen wir uns nun auf den Weg. Am Piata Romana steht eine Gruppe von Seifenkisten an einer Ampel und an der nächsten Ampel hält gerade eine rosalackierte Straßenbahn auf der „te iubesc“ (ich liebe dich) steht. Die Jugendstilelemente sind etwas enttäuschend, aber es macht natürlich sehr viel Spaß einfach herum zu bummeln. Inzwischen ist es Zeit für einen Kaffee und wir entscheiden uns für das „Nood“ und sind sehr gespannt auf die Kuchen, denn hier wird ohne Zucker gebacken. Der Carot Cake von Boris (mit Datteln, Süßkartoffel und Orangensaft gesüßt) schmeckt lecker, aber meine Erdnussbutter-Schoko-Tarte ist leider arg trocken und etwas fade. Unsere nächste Station ist das „Near Mint“, ein Plattenladen der etwas 1,5 Stunden entfernt liegt, aber ungefähr Richtung Heimat. Der angekündigte Regen beschränkt sich auf ein Nieseln, man benötigt nicht mal einen Schirm. Es gibt wieder viel zu sehen und was mir hier sehr auffällt ist die Mischung aus den französisch anmutenden Häusern, Gebäuden die an die Bauhauszeit erinnern und leider auch einfallslosen Monumentalbauten. Der Plattenladen befindet sich in einem attraktiven modernen Gebäude, in welchem sich auch ein Hotel befindet. Der Betreiber ist sehr nett und man merkt ihm an, dass er Musik kennt und liebt und sein Wissen gerne teilt. Langsam wird es dunkel und wir gehen in einem thailändischen Restaurant essen, kaufen noch etwas ein und machen uns auf den Heimweg. In der Stadt sind einige Straßen für den Verkehr gesperrt, denn dieses Wochenende findet das „Spotlight“ Festival statt. Auf der Calea Victoriei sind viele Lichtinstallationen zu sehen und man hört auch immer wieder Musik. Leider sind wir beide etwas erschlagen und mir ist ein bisschen kalt, deshalb gehen wir heim.