20. März 2025, unterwegs

Um 10:10 h treffen wir uns an der Ecke und kommen so sehr entspannt am Bahnhof an, wo auch bereits unser Zug auf uns wartet. Ein bisschen Verspätung muss sein und dies und ein kurzer Halt auf freier Strecke führen zu einer verspäteten Ankunft in Straßburg. Aber für einen Kaffee reicht es trotzdem, wir versorgen uns noch mit je einem Panini und süßen Stückle und kurz darauf geht es weiter Richtung Marseille. Ab Dijon wird es deutlich frühlingshaft, überall sieht man Hartriegelsträucher mit weißen Blüten, rosablühende Mandelbäumchen und das Gelb der Forsythienblüten. Dazwischen einsame Gehöfte mit Türmchen und Mansardendächer die dadurch fast wie kleine Schlösser ausschauen. Langsam wird es dunkel, auch dieser Zug hat 20 Minuten Verspätung, so dass wir erst kurz nach 20:00 h ankommen. 25 Minuten dauert es laut Google bis zu unserer Wohnung, wir kaufen unterwegs noch zwei Kaltgetränke und etwas zum knabbern, richten uns in der Wohnung kurz ein und dann heißt es Füße hoch.

4. März 2025, Überraschungstrip 6

Punkt 9:50 h stehe ich am Gleis 1 und wetze gleich los, denn in zwei Minuten fährt der nächste Zug und zwar nach Tübingen. Das ist jetzt zwar nicht unbekanntes Terrain, aber erst kürzlich habe ich gedacht ein Besuch in Tübingen wäre mal wieder nett, da passt das doch sehr gut. Und auch hier gibt es natürlich einges was ich noch nicht gesehen habe. Zum Beispiel das Französische Viertel und als direkt am Bahnhof ein Bus neben mir hält der genau dorthin fährt, überlege ich nicht lange und springe hinein. Das Viertel hat große Mehrfamilienhäuser mit viel Grün dazwischen und ein paar nette Reihenhäuser, ist recht schnell angeschaut, sodass ich mit dem selben Bus zurück zum Bahnhof fahre. Kurz vor der Touristinformation liegt das dai (Deutsches Amerikanisches Institut) das eine Fotoausstellung über das Leben der Inuit zeigt, die mich allerdings etwas deprimiert (Verschwinden der Kultur durch Abwanderung, ein halber toter Wal der am Strand zurück gelassen wurde). Aber der Blick von der Brücke ist unverändert hübsch. Als nächstes suche ich nach einem Café auf der Wilhelmstraße in dem ich vor vielen Jahren einmal einen sehr leckeren Kaffee getrunken habe, aber das gibt es leider nicht mehr. Dafür finde ich in einem € Laden eine tolle Auswahl an Garnen zum Häkeln. Der letzte Punkt auf meiner Agenda ist der Botanische Garten, der sich aber als etwas unspektakulär erweist. Na dann auf zum Bummeln. Erst stärke ich mich mit einem leckeren Bagel und dann schlendere ich durch die Gassen, kaufe ein paar Postkarten, einen Reiseführer, ein Geschenk für Boris, Gebäck im „Backwaren vom Vortag“ Laden und um 15 Uhr lande ich in meinem kleinen Lieblingscafé. Leider liegt der Außenbereich im Schatten, ich nehme also meinem Cappuccino mit ins Hinterzimmer und sehe dort zum ersten Mal den hübschen alten Kachelofen. Anschließend klappere ich noch ein paar der mir bekannten Läden ab ohne etwas zu kaufen, hole mir im mokka ein paar Pralinen und dann gehe ich zum Bahnhof und fahre heim.

25. Februar 2025, Überraschungstrip 5

Um 9:50 h sollte ich am Gleis 1 sein, aber ich habe mich mit der Zeit vertan und bin erst 9:59 h da, der nächste Zug fährt nach Geislingen an der Steige und da war ich ja bereits. Aber zwei Stationen davor liegt Kuchen und die Fahrt dauert genau eine Stunde, perfekt. Ich googel noch kurz die Sehenswürdigkeiten, eine Burgruine, eine Kirche und eine Arbeitersiedlung. Letzteres klingt auf jeden Fall interessant. In Kuchen spaziere ich an der Fils entlang durch den Ort zu der Kirche und folge dann den Hinweisschildern zu der Siedlung. Die ist wirklich sehr schön und mit zahlreichen Informationstafeln versehen. So erfahre ich, dass der Schweizer Arnold Staub ursprünglich in Gingen eine Baumwollweberei einrichten wollte. Aber die Gingener (auch als Schnapper bekannt, weil sie den Kuchenern das Trinkwasserrecht weg geschnappt hatten) wollten nicht, deshalb ging Herr Staub nach Kuchen. Und 1857 wurde dort dann die „Mechanische Baumwollweberei Staub & Cie“ in Betrieb genommen. Bald kam eine Spinnerei dazu und es arbeiteten über 800 Menschen an 29.864 Spindeln und 535 Webstühlen im damit zu der Zeit größten Webereisaal Europas. Um die Familien der Angestellten an sein Unternehmen zu binden ließ Herr Staub nach den Entwürfen eines Schweizer und eines Stuttgarter Architekten eine Siedlung mit Schule, Bibliothek, Ladengeschäft, Sparkasse, einem Gasthaus und einem Spital erbauen. Die Siedlung vergrößerte sich über die Jahre und da ihm Hygiene sehr wichtig war kam 1869 noch ein wunderschönes Bad- und Waschhaus mit Badezimmern, Dampfbad, Schwimmbecken und Räumen zum Wäschewaschen und Bügeln dazu. Dem experimentellen Charakter des Projekts waren die unterschiedlichen Baustile wie zum Beispiel die des englischen Laubenhauses sowie des Schweizer Landhausstils zu verdanken. Arnold Staub war Präsident der Stuttgarter Industrie- und Handelsbörse und erhielt für seine Verdienste 1867 auf der Weltausstellung in Paris den Großen Preis mit Goldmedaille. Ganz uneigennützig war er allerdings natürlich nicht. Auf Grund der Hygienevorschriften gab es weniger Arbeitsausfälle durch Krankheiten, die modernen Wohnungen waren jeweils mit einem separaten Hauseingang versehen der direkt auf die Straße führte um so Treppenhaustratsch zu verhindern und der Park war nur den Direktoren zugänglich. Trotzdem war die Siedlung sicher vorbildlich, aber indem er kontinuierlich in das Unternehmen investierte verschuldete sich Arnold Staub leider immer mehr was, zusätzlich zum Brand der Spinnerei 1876, letztendlich 1881 zum Bankrott führte und die Firma wurde, unter aus Ausschluss Arnold Staubs, in die Süddeutsche Baumwollindustrie AG (SBI) umgewandelt. Auch bei der Leitung der Spinnerei seines Bruders Emil hatte Arnold Staub kein Glück und 1882 nahm er sich aus Verzweiflung das Leben. Diese letzte Tafel hat mich doch etwas traurig gestimmt und gedankenverloren spaziere ich an der Fils entlang weiter und stehe unversehens in Gingen. Auch hier stoße ich auf ein alteingesessenes Unternehmen, die 1912 gegründete Firma Buchsteiner, „Die Marke mit dem Büffelhorn“, die sich auf Bestecke aus Horn spezialisierte. In den 30er Jahren ermöglichte der Einsatz von Kunststoffen die Erweiterung des Sortiments, heute liefert Buchsteiner weltweit Boxen als Verpackungs- und Werbemittel. Inzwischen hat es angefangen zu nieseln und mein Plan weiter nach Süßen zu wandern kommt ins Wanken. Eine sehr nette Frau weist mir den Weg und als dieser mich an einer Bushaltestelle vorbei führt, disponiere ich um, fahre mit dem Bus nach Süßen und von dort mit dem Zug nach Hause.

11. Februar 2025, Überraschungstrip 4

Ich habe es mir heute früh beim Teetrinken ein bisschen zu gemütlich gemacht und verpasse deshalb meine Bahn. Aber aus Erfahrung schlau(er) geworden, plane ich ja immer etwas extra Zeit ein und bin daher pünktlich um 9:30 h am Gleis 1. Auf Gleis 4 fährt um 9: 32 h ein Regionalzug nach Karlsruhe, perfekt, den nehme ich. Mein Handy will ich im Zug aufladen, aber leider erklärt eine Reihe weiter ein Fahrgast mit kräftiger Stimme seinem Mitfahrer die Welt und anstatt mich umzusetzen, setze ich meine Ohrstöpsel ein, weshalb das Handy beim Aussteigen nicht voll geladen ist. Kurz vor halb elf kommen wir am Bahnhof Karlsruhe mit seiner schönen großen Kuppel an und ich mache mich auf den Weg zur Touristeninformation. Um nicht auf der Hauptverkehrsstraße zu gehen, nehme ich die Wilhelmstraße durch die Südstadt vorbei an hübschen Häusern mit kleinen gusseisernen Balkons. So komme ich auch an den Werderplatz, wo ich früher im Sommer öfter mal im „Wolfbräu“ war. Leider stehe ich kurz darauf wieder an der Hauptverkehrsstraße. Während ich auf das grüne Männchen warte, mache ich ein Foto vom Verwaltungsgebäude der „Volkswohnungen GmbH“ die 1922 hier gegründet wurde um Sozialwohnungen zu bauen. Und dann bin ich auch schon im Zentrum, schlendere über den Marktplatz an der Grabpyramide des Namensgebers der Stadt vorbei zur Touristeninformation wo ich sehr, sehr freundlich bedient werde. Leider ist mein Handy-Akku inzwischen leer, das bedeutet ich erforsche die Stadt wie früher, manches finde ich nicht und manches entdecke ich, was ich sonst vielleicht gar nicht gesehen hätte, wie zum Beispiel die Texttafeln am Platz der Grundrechte. Weiter geht es zum Schloss mit dem Landesmuseum, wo mich die nette Dame an der Kasse auf die Toilette lässt. Entspannt gehe ich durch den Botanischen Garten und folge von da der „Blue Brick Road“ zur Majolika. Dort ist zwar bis auf das Restaurant alles geschlossen, aber einen Eindruck der Arbeiten gewinnt man trotzdem. Ich schlage einen Bogen zur Kaiserstraße mit ihren kleinen Passagen und all den gängigen Läden und biege dann ab auf die Erbprinzstraße, denn dort soll es viele Restaurants geben und ich habe langsam ein bisschen Hunger. Aber irgendwie passt es nicht, ich glaube ich habe mich auf die Südstadt eingeschossen. Mit der Bahn sind es nur zwei Stationen, ein junger Mann bietet mir seinen Sitzplatz an und kurz darauf stehe ich vor dem „Wolfbräu“ und merke, dass es im Sommer sicher toll, aber im Winter eher düster ist. Auf dem Weg von der Haltestelle hatte ich das „Easy Cafe“ gesehen und dorthin kehre ich zurück und mache es mir bei Cappuccino und Franzbrötchen gemütlich. Zum Bahnhof ist es nicht weit und um 15:32 h sitze ich bereits im Zug zurück nach Stuttgart.

16. Dezember 2024, Nürnberg

Da ich bei meinen Überraschungstrips ja ein wenig ins Hintertreffen geraten bin und zur Zeit nur montags frei habe, werde ich den heutigen Tag nutzen und nach Nürnberg fahren um auf den Christkindel-Markt zu gehen. Kurz vor neun Uhr fährt der Zug los und kommt um 11:21 h in Nürnberg an. Auf einem Plan sehe ich, dass es hier sieben Weihnachtsmärkte gibt. Zuerst gehe ich zum Markt für Kinder, dort kann man Seifen bedrucken, Kerzen färben oder Lebkuchen verzieren und es ist sehr entspannt. Ein Stückchen weiter kommt der nächste Markt und ab da gehen sie ineinander über. Eierpunsch scheint hier das angesagte Getränk zu sein, aber dafür benötige ich erst mal eine Basis und kaufe mir eine Tüte heiße Maronen. Die Märkte sind über die gesamte Innenstadt verteilt und so komme ich an einigen Geschäften vorbei und besorge gleich noch ein paar Weihnachtsgeschenke und dann lasse ich mich zum Eierpunsch-Stand treiben. Gegenüber gibt es Nürnbergerle mit Kraut, das passt doch prima zusammen. Mit vollem Bauch erstehe ich noch zwei Elisenlebkuchen, einen für Boris und einen für den Heimweg und dann ist es auch bereits Zeit mich auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Dort schlendere ich noch über den Kunsthandwerksmarkt und dann sitze ich auch schon im Zug nach Hause.

27. November 2024, unterwegs

Ein letztes Mal ans Frühstücksbuffet, die Taschen sind gepackt. Dustin fährt zwar eine S-Bahn später als ich, aber da er von der Stadt Wehlen gebucht hat, hat er beschlossen dort hin zu wandern und zieht daher als Erster los. 15 Minuten später begleiche ich noch die Kurtaxe und steige dann die Stäffele hinab zum Bahnhof. Der Ort versteckt sich unter einer dicken Nebeldecke und sieht sehr romantisch aus. Am Bahnhof gibt es noch ein kurzes Verwirrspiel, denn der Zug fährt nicht am ursprünglich angekündigten Gleis ab und wir wetzen alle durch die Unterführung, aber ab da klappt alles prima. In Dresden habe ich 30 Minuten Aufenthalt, die ich nutze um mir die Ausstellung über das Auf und Ab des Bahnhofs anzuschauen. Und dann bin ich auf dem Heimweg.

26. November 2024, Kurort Rathen

Es regnet und es soll erst zwischen elf und zwölf Uhr aufhören. Nach dem Frühstück chillen wir also noch ein bisschen und ziehen erst um zwölf Uhr los und als wir um halb eins auf der Fähre stehen, blitzt auch bereits die Sonne hervor. Mithilfe der App Komoot finden wir den Einstieg und ab da ist dann auch alles wieder super ausgeschildert. Unser erstes Ziel ist die Gamrighöhle und direkt im Anschluss der Gamrigaussichtspunkt. Beides liegt jeweils am Ende einer Sackgasse, also bergauf, bergab, bergauf, bergab. Weiter geht es ins Polenztal, rechts und links ragen die wildesten Felsformationen auf, stellenweise sind sie dank der Schwefelflechte leuchtend gelb. Wir machen eine kurze Rast und dann beginnt der Aufstieg über Leitern durch die Wolfsschlucht zum letzten Aussichtspunkt für heute. Ab hier geht es bergab, vorbei am Amselsee zurück nach Rathen wo wir am Kiosk eine Kleinigkeit verzehren. Noch ein bisschen erholen in der Pension, wieder ins Hotel „Ettrich“ zum Abendessen und dann ist unser Kurzurlaub auch schon fast vorbei.

25. November 2024, Kurort Rathen

Die Dusche ist wunderbar und ich habe super geschlafen. Dustin leider nicht, deshalb quält er sich auch erst, als ich schon zum Frühstück gehe, aus dem Bett. Das Frühstücksbuffet ist phantastisch und wie immer muss ich am ersten Tag fast alles probieren und torkele anschließend vollgefuttert die Treppe hinauf. Das kann ja lustig werden beim Wandern. Viertel vor elf Uhr ziehen wir gut eingepackt los zum Fährenanleger, werden per Tau über die Elbe gezogen und marschieren am anderen Ufer weiter zu der 1850 erbauten Bastei Brücke – natürlich wieder bergauf. Gut, dass wir als Stuttgarter an Stäffele gewöhnt sind, denn die gibt es hier in rauen Mengen. Wir wandern durch fantastische Felsformationen von einem Aussichtspunkt zum nächsten und dann stehen wir auf der Brücke – die, wie wir beide finden, in echt viel kleiner ausschaut als auf den Fotos, aber trotzdem sehr beeindruckend ist. Hier oben spürt man auch ein bisschen den touristischen Rummel der im Sommer beträchtlich sein muss. Wir gehen weiter durch einen Mischwald der uns an den Wald um Stuttgart herum erinnert, aber bald geht es leicht bergab und dann befinden wir uns im Höllengrund. Oben sieht man blauen Himmel, hier unten ist alles schwarz, grau, und braun durchsetzt von viel grünem Moos und Farnen. Die Felsen bilden Überhänge unter denen man boofen darf. Das bedeutet, man darf dort mit Schlafsack übernachten, natürlich aber kein Feuer machen. Wir kommen zur Restauration „Waldidylle“, aber sie hat leider geschlossen. Dafür steht dort eine Informationstafel die uns darüber aufklärt, dass es in diesem Naturpark 32 verschiedene Farnarten gibt. Außerdem weist sie uns den Weg zum Felsentor im Uttewalder Grund, welches schon Caspar David Friedrich als Motiv gedient hat. „Hier wandelte sich vor 1800 die Betrachtung der Landschaft vom „Entsetzen zum Entzücken.“ Überhaupt gibt es hier viele beliebte Motive aus der Romantik und daher auch einen Malerweg dem wir zum Teil folgen. Wir kommen zu einer Ansammlung von Steindauben oder Steintürmchen und fügen eines hinzu und dann geht es wieder bergauf, denn wir hoffen in Uttewalde einen Kaffee und etwas zu essen zu bekommen. Leider ist auch hier alles geschlossen, Montag in der Nebensaison. Also drehen wir um und wandern zurück vorbei an einem Kolk, einem Strudelloch im Sandstein, und dem Diebeskeller und dann weiter zur Stadt Wehlen, wo wir im „Café Welyn“ eine Kleinigkeit zu uns nehmen. Ohne weitere Erhöhungen geht es an der Elbe entlang zurück zur Fähre und über die Stäffele (es sind 206) zu unserer Pension. Wir lümmeln noch ein Weilchen herum und um 19:00 h machen wir uns auf den Weg in den Ort zum „Hotel Ettrich“ mit dem einzigen Restaurant, das heute Abend geöffnet hat.

24. November 2024, unterwegs

Dustin und ich wollen in der sächsischen Schweiz wandern gehen. Als erstes stellt sich natürlich die Frage, warum „Schweiz“? Ist das einfach ein altes Wort für „gebirgige Landschaft“? Tatsächlich entstand dieser Begriff Ende des 18. Jahrhunderts als die Schweizer Maler Adrian Zingg und Anton Graff sich hier beim Herumreisen an ihre Heimat erinnert gefühlt haben. So lautet die Legende. Viertel nach acht Uhr sause ich mit meinem kleinen Fjallraven Kanken Rucksack und einem Vesperbeutel los und komme ganz entspannt am Bahnhof auf Gleis 16 an. Der Zug fährt planmäßig los und so geht es auch weiter. Alle Züge sind pünktlich und jede Verbindung klappt nur die S-Bahn von Dresden nach Rathen hat zwei Minuten Verspätung. Vom Bahnhof Rathen geht es dann recht steil bergauf und zum Schluss über gefühlt mehr als hundert Stäffele zur Pension „Laasen Perle“. Inzwischen ist es kurz vor halb sechs, die Rezeption ist nicht mehr besetzt und ich telefoniere kurz mit dem Betreiber um den Zugangscode zu erhalten und dann bin ich in unserem netten Zimmer unterm Dach. Dustin kommt gegen 20:00 h an, wir holen uns jeder ein Bierchen, quatschen noch ein bisschen, schauen was im Fernsehen kommt und machen dann die Augen zu.

26. Oktober 2024, Istanbul

Die Koffer sind gepackt und um 8:30 h stehe ich auf und gehe zum Postamt um meine Postkarten abzugeben, denn Briefkästen (und auch Mülleimer) gibt es in Istanbul nur sehr wenige aus Angst vor Terroranschlägen. Beim Postamt muss ich dann leider feststellen, dass es samstags geschlossen hat und so bleibt der Flughafen meine letzte Hoffnung. Beim Bäcker hole ich ein letztes Mal Simits, streichele an der Ecke den einäugigen alten Kater und erklimme die Stufen in den fünften Stock. Frühstücken, Vesper machen, die letzten Reste einpacken und Punkt 12 Uhr verlassen wir das Haus und gehen hoch zur Istiklal Cadessi und dann weiter zum Taksim Platz. Dort steigen wir in die Metro und sind beeindruckt davon wie glatt ab da alles läuft. Um 14 Uhr sind wir am Flughafen, geben die Postkarten ab und ab da heißt es warten. Unser Abflug ist für 18:45 h geplant. Wir trinken noch jeder einen Cappuccino, checken ein und heben um 19:00 h ab. Die erste Überraschung ist, dass jeder Sitzplatz Kopfhörer bekommt und einen Monitor mit Filmabgeboten hat. Das ist für einen Flug von veranschlagt drei Stunden ungewöhnlich. Weil der Flug so kurz ist, packen wir gleich unser Vesper aus. Kaum haben wir es verzehrt, kommt die zweite Überraschung, es gibt ein komplettes Abendessen. Rumpelpumpelsatt steigen wir um 20:30 h Stuttgart Zeit aus dem Flugzeug, haben zum Glück gute Verbindungen und kurz vor 22:00 h sind wir zuhause.